{"id":1545,"date":"2016-09-03T07:59:16","date_gmt":"2016-09-03T05:59:16","guid":{"rendered":"http:\/\/hallo-salzburg.at\/?p=1545"},"modified":"2016-09-02T17:23:25","modified_gmt":"2016-09-02T15:23:25","slug":"hotel-rocknroll","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hallo-salzburg.at\/index.php\/2016\/09\/03\/hotel-rocknroll\/","title":{"rendered":"Hotel Rock&#8217;n&#8217;Roll"},"content":{"rendered":"<div id=\"fb-root\"><\/div>\n<p><strong>Es ist vollbracht!<em> Hotel Rock\u2019n\u2019Roll<\/em> komplementiert nach <em>Nacktschnecken<\/em> und <em>Contact High<\/em> die \u00f6sterreichische <em>Sex, Drugs and Rock\u2019n\u2019Roll<\/em>-Trilogie.<\/strong><\/p>\n<p>Das kleine \u00d6sterreich hat eine kreative wie vielschichtige Filmszene. Neben den beiden Herren Haneke und Seidl tummeln sich in der \u00f6sterreichischen Filmlandschaft wahre Perlen aus geradezu allen Genres. Unter diesen au\u00dfergew\u00f6hnlichen Kleinoden finden sich eben auch <em>Nacktschnecken, Contact High<\/em> und nun <em>Hotel Rock\u2019n\u2019Roll<\/em>, auch wenn ich mich in keiner Weise dazu bem\u00e4chtigt f\u00fchle, diese Werke genauer zu kategorisieren.<\/p>\n<p>In <em>Hotel Rock\u2019n\u2019Roll<\/em> erbt Mao (Pia Hierzegger) von einem Onkel ein heruntergewirtschaftetes Hotel irgendwo in der tiefsten Steiermark. Zusammen mit ihren Freunden Max (Michael Ostrowski) und Jerry (Gerald Votava) will sie das Hotel wieder auf Vordermann bringen. Besseres oder Vern\u00fcnftigeres hat scheinbar sowieso keiner des Trios zu tun. Der Plan ist, eine Neuorientierung vorzunehmen: Das ganze Hotel soll im Glanz des Rock\u2019n\u2019Roll-Lifestyles erstrahlen. Das volle Programm soll geboten werden: Sex, Drogen und Rock\u2019n\u2019Roll. Die anf\u00e4ngliche Euphorie weicht allerdings der Ern\u00fcchterung, als Mao erf\u00e4hrt, dass sie mit dem Hotel auch die 170.000 Euro Schulden geerbt hat, die bis &#8216;\u00fcbermorgen&#8217; zu bezahlen sind. Andernfalls w\u00fcrde der durchtriebene Gesch\u00e4ftsmann Harry (Detlev Buck) den Laden \u00fcbernehmen. Obwohl Max wie auch schon in den beiden Vorg\u00e4nger-Filmen schnell mit gutgemeinten wie unsinnigen Pl\u00e4nen aufkreuzt, scheint die beste Option doch der Kofferraum der roten Corvette zu sein, die Schorschi (Georg Friedrich) zuf\u00e4lligerweise nach einem gegl\u00fcckten Bank\u00fcberfall im Teich des Hotels versenkt hat. Schnell erg\u00e4nzen die Polizei, ein Call-Girl, eine britische Single-Touristin, eine betrunkene Band und der Filialleiter der \u00f6rtlichen Bank samt Gattin und Hund das wahnwitzige Ensemble.<\/p>\n<div class=\"epyt-video-wrapper\"><iframe loading=\"lazy\"  id=\"_ytid_44687\"  width=\"1170\" height=\"658\"  data-origwidth=\"1170\" data-origheight=\"658\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/HcCAkZaw_vA?enablejsapi=1&#038;autoplay=0&#038;cc_load_policy=0&#038;cc_lang_pref=&#038;iv_load_policy=1&#038;loop=0&#038;rel=1&#038;fs=1&#038;playsinline=0&#038;autohide=2&#038;hl=de_DE&#038;theme=dark&#038;color=red&#038;controls=1&#038;disablekb=0&#038;\" class=\"__youtube_prefs__  epyt-is-override  no-lazyload\" title=\"YouTube player\"  allow=\"fullscreen; accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen data-no-lazy=\"1\" data-skipgform_ajax_framebjll=\"\"><\/iframe><\/div>\n<p><em>Hotel Rock\u2019n\u2019Roll<\/em> erkl\u00e4rt schon w\u00e4hrend des Vorspanns mit Texteinblendungen, was Sache ist. Der Film wird bunt, der Film wird laut, der Film wird verr\u00fcckt und er nimmt sich selbst nicht v\u00f6llig ernst. Es ist das, was wir nach <em>Nacktschnecken<\/em> und <em>Contact High<\/em> erwarten d\u00fcrfen. Die Handlung ist \u2013 wie auch schon in den ersten Teilen \u2013 nicht direkt mit den anderen Filmen verkn\u00fcpft, jedoch treten die meisten Charaktere in ihren alten Rollen wieder auf. Es schadet also nicht, die Vorg\u00e4nger zu kennen, zumal es vermutlich eine sanftere Herangehensweise ist, als direkt und unvorbereitet in den Wahnsinn des <em>Hotel Rock\u2019n\u2019Roll<\/em>s geworfen zu werden. Wahnsinn ist an dieser Stelle keine \u00dcbertreibung.<\/p>\n<p>Die Handlung dieses dritten Teils, bei dem der verstorbene Michael Glawogger leider nicht mehr Regie f\u00fchren konnte, h\u00e4ngt selbst nicht mit den Vorg\u00e4ngern zusammen. Man sollte den Film dennoch im Kontext mit diesen sehen, da er als das unausweichliche Crescendo gesehen werden muss, das sich eben \u00fcber die ersten beiden Filme aufgebaut und aufgebauscht hat. In <em>Nacktschnecken<\/em> ging es um Sex (und um Nacktschnecken). <em>Nacktschnecken<\/em> war lustig, aber verglichen zu dem, was da noch kommen sollte, geradezu harmlos. Drogen und R\u00e4usche kamen vor, spielten aber eine untergeordnete Rolle. Ihr Auftritt sollte in der Fortsetzung <em>Contact High<\/em> folgen, bei der die Freunde f\u00fcr Harry eine dubiose Tasche aus Polen abholen sollten, sich dann aber in einem Drogenrausch verloren und gewisserma\u00dfen auch wieder fanden. Nach gesch\u00e4tzten zwei Dritteln des Films verlor sich <em>Contact High<\/em> in einem gewaltigen Rausch. Zeit, Distanz und teilweise Schwerkraft wurden aufgehoben. Der Film lud das Publikum zum <em>Contact High<\/em> ein. Wem das zu viel des Guten war, der m\u00f6ge <em>Hotel Rock\u2019n\u2019Roll<\/em> lieber meiden, denn dieser Film f\u00fchrt uns nicht mehr behutsam zu diesem High, er bl\u00e4st es uns von der ersten Minute an ins Gesicht. Die Heranf\u00fchrung erfolgte eineinhalb Filme lang: <em>Hotel Rock\u2019n\u2019Roll <\/em>ist das Finale. Der Film f\u00fchrt das berauschende Ende des Vorg\u00e4ngers direkt fort, garniert es aber mit (so einer Art) Rock\u2019n\u2019Roll. Es ist laut, es ist schrill, es ist wild, es ist absurd, es macht nicht immer Sinn und es wird nicht allen gefallen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-1547 size-large\" src=\"https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/hotelrocknroll06-1024x684.jpg\" alt=\"hotelrocknroll06\" width=\"1024\" height=\"684\" srcset=\"https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/hotelrocknroll06-1024x684.jpg 1024w, https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/hotelrocknroll06-300x200.jpg 300w, https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/hotelrocknroll06-768x513.jpg 768w, https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/hotelrocknroll06-1170x780.jpg 1170w, https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/hotelrocknroll06-585x390.jpg 585w, https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/hotelrocknroll06-440x294.jpg 440w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/p>\n<p>Das Ziel des Films und der Trilogie scheint eine filmische Umsetzung des Dionysischen zu sein, ganz nach Friedrich Wilhelm Joseph Schelling Dichotomie apollinisch \u2013 dionysisch. Die apollinische Ordnung wird schon in <em>Nacktschnecken<\/em> zu Grabe getragen. Das Dionysische wird zelebriert. In <em>Hotel Rock\u2019n\u2019Roll<\/em> wird sogar ironisch \u201e<em>Die Geburt der Trag\u00f6die aus dem Geiste der Musik<\/em>\u201c erw\u00e4hnt, in welcher Friedrich Nietzsche eben jenes Begriffspaar popul\u00e4r gemacht hat. Auf diesen dionysischen Rausch muss sich das Publikum einstellen. Es muss bereit sein, sich in der Ekstase zu verlieren, darin zu ertrinken. Ganz so episch und griechisch ist die Trilogie dann aber doch nicht, denn ihre Charaktere bleiben die ganze Zeit in der Enge der \u00f6sterreichischen Gesellschaft und teilweise auch in der aufgezwungenen Kleingeistigkeit gefangen. Sie geben sich jedoch drei Filme lang gr\u00f6\u00dfte M\u00fche, diese zu dehnen und damit klarzukommen. In <em>Hotel Rock\u2019n\u2019Roll<\/em> bekommen sie endlich die Party, die sie verdient haben und es kann Freude machen, diesen liebenswerten und chaotischen Figuren bei ihrem Fest zuzuschauen.<\/p>\n<p>Ich schreibe \u201akann\u2019, denn obwohl ich <em>Hotel Rock\u2019n\u2019Roll<\/em> bis zum \u00e4u\u00dfersten genossen habe, ist es nachzuvollziehen, wenn jemand diese filmische Anarchie und die Glorifizierung des Wahnsinns nicht sch\u00e4tzt. Wer die Vorg\u00e4nger kennt, wei\u00df, was in gesteigerter Form zu erwarten ist und muss <em>Hotel Rock\u2019n\u2019Roll<\/em> schon allein wegen der Vollst\u00e4ndigkeit sehen. Neulinge, die sich die Vorg\u00e4nger nicht vorher ansehen, k\u00f6nnen sowohl positiv wie auch negativ \u00fcberrascht werden. F\u00fcr die einen ist der Film wohl einfach pures Vergn\u00fcgen. F\u00fcr andere d\u00fcrfte er sich anf\u00fchlen, als h\u00e4tte man Kebap zusammen mit Marihuana p\u00fcriert und auf ein St\u00fcck Bauernbrot geschmiert und dann zu viel davon gegessen.<\/p>\n<blockquote><p><em>Hotel Rock\u2019n\u2019Roll<\/em> ist weniger eine Frage von gut oder schlecht. <em>Hotel Rock\u2019n\u2019Roll<\/em> ist eher jenseits von Gut und B\u00f6se.<\/p><\/blockquote>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-1548 size-large\" src=\"https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/hotelrocknroll10-1024x684.jpg\" alt=\"hotelrocknroll10\" width=\"1024\" height=\"684\" srcset=\"https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/hotelrocknroll10-1024x684.jpg 1024w, https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/hotelrocknroll10-300x200.jpg 300w, https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/hotelrocknroll10-768x513.jpg 768w, https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/hotelrocknroll10-1170x780.jpg 1170w, https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/hotelrocknroll10-585x390.jpg 585w, https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/hotelrocknroll10-440x294.jpg 440w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/p>\n<p><em>Hotel Rock&#8217;n&#8217;Roll<\/em><br \/>\n<strong>Regie:<\/strong> Helmut K\u00f6pping, Michael Ostrowski<br \/>\n<strong>Drehbuch:<\/strong> Michael Glawogger, Michael Ostrowski<br \/>\n<strong>Soundtrack:<\/strong> various<br \/>\n<strong>Cast:<\/strong> Pia Hierzegger, Gerald Votava, Michael Ostrowski, Detlev Buck, Hilde Dalik &#8230;<br \/>\n<strong>Laufzeit:<\/strong> 102 Minuten<br \/>\n<strong>FSK:<\/strong> unbekannt<br \/>\n<strong>Kinostart:<\/strong> 26.08.16 (AT)<\/p>\n<p>Die Bilder stammen von der Presse-Seite des Films.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist vollbracht! 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