{"id":1890,"date":"2016-10-05T08:02:48","date_gmt":"2016-10-05T06:02:48","guid":{"rendered":"http:\/\/hallo-salzburg.at\/?p=1890"},"modified":"2016-10-03T11:03:52","modified_gmt":"2016-10-03T09:03:52","slug":"wie-wir-alle-laenger-leben-koennten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hallo-salzburg.at\/index.php\/2016\/10\/05\/wie-wir-alle-laenger-leben-koennten\/","title":{"rendered":"Wie wir alle l\u00e4nger leben k\u00f6nnten"},"content":{"rendered":"<div id=\"fb-root\"><\/div>\n<p><strong>Was wir essen und ob wir rauchen oder Sport treiben entscheidet, wie lange wir leben? Stimmt nicht ganz. Zu den gr\u00f6\u00dften Einflussfaktoren f\u00fcr unsere Gesundheit z\u00e4hlen der soziale Status und der Bildungsgrad \u2013 das gilt nicht nur f\u00fcr die \u00e4rmsten Schichten, wie jetzt auch eine aktuelle Studie f\u00fcr \u00d6sterreich zeigt.<\/strong><\/p>\n<p>Lange Zeit ist die Medizin davon ausgegangen, dass F\u00fchrungskr\u00e4fte anf\u00e4lliger sind f\u00fcr stressbedingte Erkrankungen als der Rest der Bev\u00f6lkerung. Bis eine bahnbrechende Studie in den 1960er Jahren, die sogenannte <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Whitehall_Study\">Whitehall Studie<\/a>, erkannte, dass es genau umgekehrt ist: Je geringer der soziale Status, umso h\u00f6her ist das Risiko von Herzerkrankungen sowie die Anf\u00e4lligkeit f\u00fcr R\u00fcckenleiden, Depression oder auch Infektionserkrankungen.<\/p>\n<h3>Lebensstil erkl\u00e4rt nicht alles<\/h3>\n<p>\u00dcberraschend am Ergebnis der Studie war auch, dass Angeh\u00f6rige der unteren Einkommensschichten zwar h\u00e4ufiger rauchen und \u00fcbergewichtig sind, dass diese Risikofaktoren die erh\u00f6hte Anf\u00e4lligkeit f\u00fcr Herzerkrankungen aber nur zu einem Drittel erkl\u00e4ren k\u00f6nnen. Viel entscheidender sind der Stress am Arbeitsplatz und die Angst vor sozialem Abstieg.<\/p>\n<p>Mittlerweile zeigt eine gr\u00f6\u00dfere Zahl von Studien, wie sch\u00e4dlich soziale Ungleichheit f\u00fcr die Gesundheit einer Gesellschaft ist.\u00a0 Denn ob wir gesund sind, h\u00e4ngt wesentlich davon ab, ob wir uns wertgesch\u00e4tzt f\u00fchlen und selbstbestimmt arbeiten k\u00f6nnen, ob wir zufrieden sind und optimistisch in die Zukunft blicken. Sobald wir gestresst, unzufrieden und der Welt feindlich gesinnt sind, sind wir <a href=\"https:\/\/www.socialeurope.eu\/author\/kate-pickett-and-richard-wilkinson\/\">anf\u00e4lliger f\u00fcr Herzbeschwerden, Infektionen und altern auch schneller<\/a>. Der Zusammenhang zwischen sozialem Status und Gesundheit zeigt sich dabei nicht nur f\u00fcr die \u00e4rmsten Schichten:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eWo immer wir in der Hierarchie stehen: Die \u00fcber uns sind ges\u00fcnder, die unter uns sind kr\u00e4nker\u201c, schreiben die Epidemiologen Wilkinson und Picket.<\/p><\/blockquote>\n<p>Die Erkenntnisse gelten auch f\u00fcr \u00d6sterreich. Wie eine aktuelle Studie der Statistik Austria im Auftrag des Gesundheitsministeriums zeigt, f\u00fchlen sich Personen aus einkommensschw\u00e4cheren Haushalten weniger gesund. So ist die Wahrscheinlichkeit, dass Frauen und M\u00e4nner in der h\u00f6chsten Einkommensstufe ihren Gesundheitszustand als sehr gut oder gut einstufen, 3,2- mal bzw. 3,1-mal h\u00f6her als bei Frauen und M\u00e4nnern mit niedrigen Einkommen. Einkommensschwache Personen leiden auch viel h\u00e4ufiger an chronischen Krankheiten.<br \/>\n<iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.facebook.com\/plugins\/post.php?href=https%3A%2F%2Fwww.facebook.com%2Fkontrastblog.at%2Fposts%2F1141384329263719&amp;width=500\" width=\"500\" height=\"550\" frameborder=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>\n<h3>Bildung und guter Job halten gesund<\/h3>\n<p>Aber nicht nur das Einkommen, auch der Bildungsgrad hat Einfluss auf unser k\u00f6rperliches Befinden: So haben M\u00e4nner der niedrigsten Bildungsstufe im Vergleich zur h\u00f6chsten ein 2,6-faches Risiko, unter chronischen Kreuz- oder Nackenschmerzen zu leiden. Das Risiko von Pflichtschulabsolventen f\u00fcr chronische Kopfschmerzen und Depressionen ist gar um das 3,5- bzw. 2,8-Fache h\u00f6her.<\/p>\n<p>Obendrein scheint die Art der beruflichen T\u00e4tigkeiten einen beachtlichen Einfluss auf den Gesundheitszustand zu haben. W\u00e4hrend 93 Prozent der selbstst\u00e4ndigen Frauen angeben, sich gesundheitlich gut oder sehr gut zu f\u00fchlen, sind es bei Frauen, die beruflich eine einfache manuelle T\u00e4tigkeit aus\u00fcben, nur noch knapp 80 Prozent.<\/p>\n<p>Das soziale Umfeld, Freundschaften, der Bildungsgrad, die H\u00f6he des Einkommens und die Art der Besch\u00e4ftigung haben also bedeutenden Einfluss auf unsere Gesundheit. Gesundheitliche Probleme und Risikofaktoren auf individuelle Verhaltensmuster zu reduzieren, ist also zu wenig. Viel wichtiger ist es, Ungleichheit zu verringern und allen ein Arbeits- und Lebensumfeld zu erm\u00f6glichen, das weder Angst noch chronischen Stress bef\u00f6rdert.<\/p>\n<p><em>Der Text wurde zuerst auf <a href=\"https:\/\/kontrast-blog.at\/wie-wir-alle-laenger-leben-koennten\/\">Kontrast-Blog <\/a>ver\u00f6ffentlicht.<\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Weiterlesen:<\/strong><\/p>\n<p>Bericht des Gesundheitsministeriums: <a href=\"http:\/\/www.bmgf.gv.at\/home\/Gesundheit_sozialesUmfeld\">Soziodemographische und sozio\u00f6konomische Determinanten von Gesundheit<\/a><\/p>\n<p>Kate Picket and Richard Wilkinson: <a href=\"https:\/\/www.socialeurope.eu\/author\/kate-pickett-and-richard-wilkinson\/\">Why Inequality is bad for health<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was wir essen und ob wir rauchen oder Sport treiben entscheidet, wie lange wir leben? Stimmt nicht ganz. 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