{"id":1912,"date":"2016-10-19T07:00:04","date_gmt":"2016-10-19T05:00:04","guid":{"rendered":"http:\/\/hallo-salzburg.at\/?p=1912"},"modified":"2016-10-20T10:47:54","modified_gmt":"2016-10-20T08:47:54","slug":"pro-burkaverbot","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hallo-salzburg.at\/index.php\/2016\/10\/19\/pro-burkaverbot\/","title":{"rendered":"PRO Burkaverbot: Das Recht, nicht verschleiert zu sein"},"content":{"rendered":"<div id=\"fb-root\"><\/div>\n<hr \/>\n<h1 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ff0000;\"><span style=\"color: #000000;\">BURKAVERBOT<br \/>\n<\/span>PRO<\/span><\/h1>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #999999;\">Dieser Kommentar ist Teil einer PRO &amp; CONTRA Serie. Das Ziel besteht darin, inhaltliche Debatten gesellschaftlichen und politischen Themen zu f\u00f6rdern. Ein Beitrag von der SP\u00d6-Landesfrauenvorsitzenden Ingrid Riezler-Kainzner.<br \/>\nDer <a href=\"http:\/\/hallo-salzburg.at\/index.php\/2016\/10\/19\/contra-burkaverbot\/\">CONTRA-Beitrag<\/a> zum Thema stammt von Julia Herr.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ff0000;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<blockquote><p>In \u00d6sterreich m\u00fcssen M\u00e4dchen und Frauen\u00a0 in erster Linie das Recht haben.<\/p><\/blockquote>\n<p>Bei der Debatte um die Burka geht es nicht um ein einzelnes Kleidungsst\u00fcck, sondern um mehr. Es geht vielmehr um die Frage, wie wir damit umgehen sollen, wenn Menschen Kleidungsst\u00fccke tragen, die ihr \u00c4u\u00dferes so stark verh\u00fcllen, dass selbst ihre Mimik, ja letztlich ihre Pers\u00f6nlichkeit verh\u00fcllt bleibt.\u00a0 Richtigerweise habe ich in Salzburg noch keine Frau mit einer richtigen Burka gesehen. Sehr wohl aber erlebe ich mit Sorge, dass die Bekleidung vieler muslimischer Frauen immer konservativer wird:\u00a0 Normale Kopft\u00fccher werden immer seltener, viele Frauen sind mittlerweile ganz schwarz verh\u00fcllt. Frauen mit Niqab, bei denen wir nur noch die Augen sehen, begegnen uns.\u00a0 Schwarz, als Mensch nicht sichtbar. Eingeschr\u00e4nkt.\u00a0 Meist mit kleinen Kindern unterwegs, die mit diesem Frauenbild aufwachsen.\u00a0 Kleine M\u00e4dchen, die v\u00f6llig anders leben m\u00fcssen als ihre Br\u00fcder.\u00a0 Ich f\u00fchle mich schlecht, wenn ich diese Frauen und Kinder sehe.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich soll sich jede Frau anziehen k\u00f6nnen, wie sie will, keine Frage. Aber auch darum geht es bei dieser Debatte nicht. Das Konzept des als religi\u00f6s erkl\u00e4rten Kopftuches oder Schleiers ist ein Fundament f\u00fcr die gesellschaftliche Geschlechtertrennung.\u00a0 M\u00e4nner sollen sexuell nicht verwirrt werden, und die Frauen und M\u00e4dchen sollen in den Raum der eigenen vier W\u00e4nde (oder eben des St\u00fcck Stoffs) verwiesen werden; sollen so fr\u00fch wie m\u00f6glich \u201ebesch\u00fctzt\u201c, sprich kontrolliert werden.<\/p>\n<p>Dabei ist die Verh\u00fcllung nur eine m\u00e4nnliche Interpretation des Koran. Viele Muslimas begehren gegen diese Auslegung auf. Auch sie lassen wir zumeist im Stich, indem wir nur konservative Vertreter in gesellschaftspolitische Diskurse einladen, mitbestimmen lassen.\u00a0 Sollen wir das\u00a0 wirklich unterst\u00fctzen und eine Begr\u00fcndung mit der Religionsfreiheit zulassen; gar mit der Selbstbestimmung der Frau begr\u00fcnden? Frauenrechte sind Menschenrecht. Sollen die etwa nicht \u00fcber der Religion stehen? Selbstbestimmung ist ganz wichtig, aber in Kulturen, in denen es nicht einmal individuelle Rechte gibt, in denen die Familie der Umma untergeordnet ist, gibt es das doch gar nicht. Wir hypen die sogenannten \u201eVorzeigemuslimas\u201c, die sich zwar f\u00fcr\u00a0 das Recht auf Verschleierung einsetzen,\u00a0 bei denen die Solidarit\u00e4t aber bei nicht verh\u00fcllten Muslimas endet und erst recht bei muslimischen LGBTs oder Muslimas, die einen Nichtmuslim heiraten wollen. Die haben aus ihrer Sicht kein Recht auf Schutz innerhalb der eigenen Community.<\/p>\n<blockquote><p>Wir akzeptieren, dass sich Menschen auf Grund- und Menschenrechte berufen, obwohl sie diese ablehnen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Ich lehne jede Diskriminierung ab. Doch das bedeutet f\u00fcr mich auch, dass ich keine Toleranz gegen\u00fcber Unrecht habe. Wir lassen die Muslimas, die ihren Glauben nicht nach dieser konservativen, patriarchalen Ausrichtung leben wollen, im Stich; Frauen, die auch die westlichen Errungenschaften weiblicher Emanzipation beanspruchen. Frauen, die selbstbestimmt und unabh\u00e4ngig leben wollen.\u00a0 Wir signalisieren, dass die Benachteiligung von Frauen, die Geschlechtertrennung in muslimischen Communities okay ist. Getrennte Freizeitangebote f\u00fcr M\u00e4dchen und Jungs, eine Sexualmoral und ein altert\u00fcmlicher Ehrbegriff.\u00a0 Wir akzeptieren und tolerieren Intoleranz. Wir akzeptieren, dass sich Menschen auf Grund- und Menschenrechte berufen, obwohl sie diese ablehnen. Wir m\u00fcssen auch die M\u00e4dchen sch\u00fctzen! Wo bleiben hier die Kinderrechte? Die Kopftuchtr\u00e4gerinnen werden immer j\u00fcnger. Was tun wir gegen deren Sexualisierung und die Verk\u00fcrzung ihrer Kindheit?<\/p>\n<p>Im Rahmen unserer M\u00f6glichkeiten halte ich es daher f\u00fcr unsere gesellschaftliche Pflicht, alle Schritte zu setzen, gegen die freiheitsberaubende Verschleierung von Frauen anzuk\u00e4mpfen. Eines ist mir ganz wichtig:\u00a0 In \u00d6sterreich m\u00fcssen M\u00e4dchen und Frauen\u00a0 in erster Linie das Recht haben, nicht verh\u00fcllt zu sein!\u00a0 H\u00f6ren wir endlich auf, Kopft\u00fccher, Hijabs, Tschadors und Co. sch\u00f6nzureden. Frauen im Iran k\u00e4mpfen f\u00fcr das Recht, sich nicht verschleiern zu m\u00fcssen \u2013 und wir fallen ihnen in den R\u00fccken, indem wir von Selbstbestimmung und Religionsfreiheit faseln.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BURKAVERBOT PRO Dieser Kommentar ist Teil einer PRO &amp; CONTRA Serie. Das Ziel besteht darin, inhaltliche Debatten gesellschaftlichen und politischen Themen zu f\u00f6rdern. 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