{"id":242,"date":"2016-05-31T09:40:14","date_gmt":"2016-05-31T07:40:14","guid":{"rendered":"http:\/\/hallo-salzburg.at\/?p=242"},"modified":"2016-06-05T10:58:55","modified_gmt":"2016-06-05T08:58:55","slug":"salzburgs-schuelerinnen-und-schueler-essen-zu-ungesund","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hallo-salzburg.at\/index.php\/2016\/05\/31\/salzburgs-schuelerinnen-und-schueler-essen-zu-ungesund\/","title":{"rendered":"Salzburgs Sch\u00fcler_innen essen zu ungesund"},"content":{"rendered":"<div id=\"fb-root\"><\/div>\n<p>Der Konsum von Obst und Gem\u00fcse spielt im Schulalltag nur eine untergeordnete Rolle. So haben Studien zum Ern\u00e4hrungsverhalten der Sch\u00fcler_innen in \u00d6sterreich ergeben, dass nur knapp mehr als ein Drittel t\u00e4glich zum Apfel oder einem anderen Obst greift. Nur knapp jede_r vierte Sch\u00fcler_in isst t\u00e4glich Gem\u00fcse. Alarmierende Zahlen, die allerdings schon l\u00e4nger bekannt sind. Die genannten Zahlen stammen aus einer HSBC (Health Behaviour in School-aged Children) Studie, welche bereits 2012 ver\u00f6ffentlicht wurde.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-245 alignright\" src=\"https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/B2-300x204.png\" alt=\"B2\" width=\"344\" height=\"233\" srcset=\"https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/B2-300x204.png 300w, https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/B2-768x523.png 768w, https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/B2-440x299.png 440w, https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/B2-585x398.png 585w, https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/B2.png 958w\" sizes=\"auto, (max-width: 344px) 100vw, 344px\" \/><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-244\" src=\"https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/B1-300x194.png\" alt=\"B1\" width=\"360\" height=\"234\" \/><\/p>\n<p>Diese Studie zeigt auch, dass etwa ein Drittel der Kinder unter der Woche gar nicht fr\u00fchst\u00fcckt. Ein Umstand, der Mediziner_innen und Ern\u00e4hrungswissenschaftler_innen zu denken gibt. <em>\u201eIn der modernen Wissenschaft ist heute klar belegt: Eine ausgewogene und gesunde Ern\u00e4hrung ist von zentraler Bedeutung, damit Kinder im Erwachsenenalter weniger oft zu \u00dcbergewicht und Fettleibigkeit neigen. Gesundes Essen im Kindesalter wirkt sich also positiv auf die Gesundheit und die damit verbundenen Kosten der Gesundheitsversorgung aus\u201c<\/em>, wei\u00df der Salzburger Ern\u00e4hrungswissenschaftler Dr. Manuel Sch\u00e4tzer vom vorsorgemedizinischen Institut SIPCAN. In einer gemeinsamen Pressekonferenz unterst\u00fctzte er den Vorsto\u00df vom Salzburger SP\u00d6-Chef, dass in den kommenden zehn bis f\u00fcnfzehn Jahren weitestgehend frisch gekochtes Mittagessen an allen Schulen im Bundesland erh\u00e4ltlich sein soll. <em>\u201eDie Forderung nach einem t\u00e4glich frisch gekochten Mittagessen f\u00fcr Sch\u00fcler_innen ist aus gesundheitlicher Sicht also sehr zu begr\u00fc\u00dfen\u201c<\/em>, so der Ern\u00e4hrungsexperte.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich handelt es sich bei Ern\u00e4hrung um ein Thema, das politisch kaum diskutiert ist, obwohl es in keiner Ideologie Gr\u00fcnde gegen ein gesundes Essen, speziell bei Sch\u00fcler_innen geben d\u00fcrfte. Vielleicht wird Ern\u00e4hrung aber auch gerade deshalb oft \u00fcbersehen, weil es ein durch und durch sachpolitisches Thema ist, bei dem sich alle einig sein m\u00fcssten. Der Umstand, dass nach den Gr\u00fcnen, die bereits veranlassten, dass 2016 das Jahr der Kindergesundheit ausgerufen wurde, die SP\u00d6 nun eine konkrete Forderung stellt, gibt Grund zu sanftem Optimisums.<\/p>\n<p><strong>Situation in Salzburg.<\/strong><br \/>\nMit Ausnahme einiger Privatschulen und Initiativen mancher Gemeinden ist die Versorgungssituation an den Schulen im Bundesland Salzburg relativ bescheiden. W\u00e4hrend die Versorgung sowohl in den Kinderg\u00e4rten, als auch in Altenheimen funktioniert, gibt es im Schulbereich kaum Ressourcen. W\u00e4hrend an Bundeschulen zumindest teilweise Buffets mit Essen anbieten, das eher an Fast-Food erinnert, fehlt das Angebot in den meisten anderen Schulen komplett. Eine positive Ausnahme stellt etwa <strong>Bischofshofen<\/strong> dar, wo das Altenheim mittlerweile jugendtaugliches Essen produziert und die Schulen damit beliefert. Ein anderes Positivbeispiel wird der <strong>Bildungs-Campus Gnigl<\/strong> in der Stadt Salzburg.<\/p>\n<div id=\"attachment_249\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/notes\/walter-steidl\/frisch-gekocht-in-allen-schulen\/627409017408868\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-249\" class=\"wp-image-249 size-medium\" src=\"https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/2016-05-30-PK-Essen-fb-0485-300x153.jpg\" width=\"300\" height=\"153\" srcset=\"https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/2016-05-30-PK-Essen-fb-0485-300x153.jpg 300w, https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/2016-05-30-PK-Essen-fb-0485-768x391.jpg 768w, https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/2016-05-30-PK-Essen-fb-0485-1024x521.jpg 1024w, https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/2016-05-30-PK-Essen-fb-0485-1170x595.jpg 1170w, https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/2016-05-30-PK-Essen-fb-0485-440x224.jpg 440w, https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/2016-05-30-PK-Essen-fb-0485-585x297.jpg 585w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-249\" class=\"wp-caption-text\">Die Salzburger SP\u00d6 startete die Kampagne <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/notes\/walter-steidl\/frisch-gekocht-in-allen-schulen\/627409017408868\">&#8220;Frisch gekocht. In allen Schulen!&#8221;<\/a> und bekommt f\u00fcr die Forderung Zuspruch von Medizin und Ern\u00e4hrungswissenschaften<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Frisches Essen in Schulen in anderen L\u00e4ndern Standard.<\/strong><br \/>\nSP\u00d6-Chef Walter Steidl nannte bei der Vorstellung seiner Forderung, dass Schritt f\u00fcr Schritt jedes Schulkind t\u00e4glich ein gesundes und frisch gekochtes Mittagessen erhalten soll, vor allem Finnland als Vorbild. Dort n\u00e4mlich sei man schon einen Schritt weiter. Tats\u00e4chlich gibt es an finnischen Schulen seit etwa 60 Jahren fl\u00e4chendeckend t\u00e4glich frisch gekochtes Mittagessen. Zuk\u00fcnftig wird dieses sogar um ein t\u00e4gliches Fr\u00fchst\u00fcck erg\u00e4nzt werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Alles spricht f\u00fcr frisch gekochtes Mittagessen in den Salzburger Schulen.<\/strong><br \/>\nJedes dritte Kind ist \u00fcbergewichtig, durchschnittlich sitzen in jeder Klasse sogar zwei Kinder, die bereits an Fettleibigkeit (Adipositas) leiden. Der \u00c4rztekammer zufolge wird das Gesundheitssystem durch die Verschlechterung des Gesundheitszustandes der Jugendlichen bis 2030 um zus\u00e4tzliche 1,6 Milliarden Euro belastet. Wenn die heutigen Kinder im Gro\u00dfeltern-Alter sind, w\u00fcrden die\u00a0 Mehrkosten f\u00fcr das Gesundheitssystem bei gleichbleibender Entwicklung \u00a0auf 15,3 Milliarden Euro explodieren. Bereits jetzt ist Adipositas in Europa je nach Herkunftsland f\u00fcr zwei bis acht Prozent der Gesundheitsausgaben verantwortlich. Geht es nach Dr. Sch\u00e4tzer, dann w\u00e4re ein t\u00e4glich frisch gekochtes Essen an Schulen ein wesentlicher Baustein f\u00fcr die Gesundheit der Kinder und Jugendlichen. Studien zeigen, dass Menschen schlanker sind, wenn sie regelm\u00e4\u00dfig warme Speisen zu sich nehmen. Ebenso schwindet die Wahrscheinlichkeit f\u00fcr \u00dcbergewicht, wenn die aufgenommene Energie pro Mahlzeit geringer ist. Das bedeutet: \u00d6fter essen, daf\u00fcr geringere Mahlzeiten. Dass der Schulalltag gerade das oft nicht erlaubt, erkl\u00e4rt Elternvertreterin Ingrid Danzer: <em>\u201eDie Sch\u00fcler_innen haben in der Mittagspause 55 Minuten Zeit, sich etwas zum Essen zu besorgen. Das ist eine eng bemessene Zeit. Von gesundem Essen ist da noch nicht einmal die Rede. Besonders am Land gibt es oft nicht einmal einen Supermarkt in der N\u00e4he. Weil die Kinder auch noch mit dem Bus nachhause fahren m\u00fcssen, bekommen sie oft erst um halb 6 am Abend ihr erstes warmes Essen.\u201c<\/em> T\u00e4glich frisches Essen an den Schulen w\u00e4re ein wesentlicher Baustein, um \u00dcbergewicht und Fettleibigkeit bei Jugendlichen vorzubeugen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-252 size-large\" src=\"https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/2016-05-30-PK-Essen-fb-1082251-1024x324.jpg\" alt=\"2016 05 30 PK Essen-fb-1082251\" width=\"1024\" height=\"324\" srcset=\"https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/2016-05-30-PK-Essen-fb-1082251-1024x324.jpg 1024w, https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/2016-05-30-PK-Essen-fb-1082251-300x95.jpg 300w, https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/2016-05-30-PK-Essen-fb-1082251-768x243.jpg 768w, https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/2016-05-30-PK-Essen-fb-1082251-1170x370.jpg 1170w, https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/2016-05-30-PK-Essen-fb-1082251-440x139.jpg 440w, https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/2016-05-30-PK-Essen-fb-1082251-585x185.jpg 585w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/p>\n<p><strong>Essen an Schulen ist politisch wertvoll.<\/strong><br \/>\nNeben den erw\u00e4hnten gesundheitspolitischen Aspekten sind es auch sozialpolitische Aspekte, die f\u00fcr die Umsetzung der Forderung sprechen. Die Krankheitsh\u00e4ufigkeit bei Fettleibigkeit zeigt eine massive soziale Ungleichheit. So sind Hauptsch\u00fcler_innen doppelt so h\u00e4ufig adip\u00f6s wie ihre Kolleg_innen in allgemein bildenden h\u00f6heren Schulen. An Privatschulen wird frisch gekocht, in \u00f6ffentlichen Schulen gibt es hingegen kein solches fl\u00e4chendeckendes Angebot. Ein frisch gekochtes Mittagessen an allen Schulen k\u00f6nnte helfen, diese soziale Ungleichheit zu minimieren. \u00a0F\u00fcr Walter Steidl ist neben Bildung vor allem auch Gesundheit zentral f\u00fcr eine Wohlstandsgesellschaft. Profitieren w\u00fcrden laut ihm alle Familien, die alleinerziehende Mutter genauso wie die Familie nach klassischem Modell, bei der ein Elternteil daheim ist. Gerade weil es immer schwieriger wird, alle Familienmitglieder zum selben Zeitpunkt an einen Tisch zu bringen, ist gesundes Essen an Schulen wichtig, auch aus einer gesellschaftlichen Perspektive. Doch auch die wirtschafts- und arbeitsmarktpolitischen Aspekte d\u00fcrfen nicht \u00fcbersehen werden. Von einem t\u00e4glich frisch gekochten Essen profitieren nicht nur die Kinder und ihre Eltern. Wirtschaftspolitisch geh\u00f6ren auch unsere regionalen Zulieferer und Lebensmittelproduzent_innen zu den langfristigen Profiteur_innen. Und nicht zuletzt ist Essen auch ein St\u00fcck Kultur: W\u00e4hrend die Fl\u00fcchtlingsstr\u00f6me bei vielen Menschen die Angst erzeugt, die \u00f6sterreichische Kultur k\u00f6nnte in Gefahr sein, wird das Aufpoppen von McDonalds und Starbucks-Filialen meist teilnahmslos zur Kenntnis genommen. Gerade, wenn es um Integration geht, m\u00fcssten doch alle wissen: Beim Essen kommen d\u2019Leut zam!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Konsum von Obst und Gem\u00fcse spielt im Schulalltag nur eine untergeordnete Rolle. 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