{"id":2487,"date":"2017-01-27T12:56:09","date_gmt":"2017-01-27T11:56:09","guid":{"rendered":"http:\/\/hallo-salzburg.at\/?p=2487"},"modified":"2017-01-27T13:49:29","modified_gmt":"2017-01-27T12:49:29","slug":"holocaust-gedenktag-auschwitz-als-symbol-und-mahnung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hallo-salzburg.at\/index.php\/2017\/01\/27\/holocaust-gedenktag-auschwitz-als-symbol-und-mahnung\/","title":{"rendered":"Holocaust-Gedenktag: Auschwitz als Symbol und Mahnung"},"content":{"rendered":"<div id=\"fb-root\"><\/div>\n<p><em>&#8220;Ihr, die ihr hier eintretet, lasst alle Hoffnung fahren.&#8221;<\/em> So steht es am H\u00f6llentor in Dantes <em>&#8220;Commedia&#8221;<\/em>. Tadeusz Smreczynski musste daran denken, als er im Mai 1944 nach Auschwitz-Birkenau kam und durch das Tor mit der Aufschrift <em>&#8220;Arbeit macht frei&#8221;<\/em> trat.<\/p>\n<p>Der junge Pole sollte das Konzentrationslager \u00fcberleben, trotz der unmenschlichen Arbeitsbedingungen im Baukommando. Doch fast immer bedeutete dieser Ort Tod und Vernichtung: Mehr als eine Million Juden wurden zwischen 1940 und 1945 ermordet. Sie wurden vergast, erschossen oder kamen bei grausamen Experimenten ums Leben. Auschwitz: die Fabrik des Todes;<\/p>\n<p>Die Herren dieser eingez\u00e4unten H\u00f6lle waren die Totenkopfverb\u00e4nde der SS. Sie vollstreckten und verwalteten den t\u00e4glichen Massenmord. Ein ausgekl\u00fcgeltes System der T\u00e4uschung erm\u00f6glichte vom Abtransport bis zur Ankunft im Lagerkomplex den reibungslosen Ablauf.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2495 aligncenter\" src=\"https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/kz-auschwitz-birkenau_1944.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"712\" srcset=\"https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/kz-auschwitz-birkenau_1944.jpg 1024w, https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/kz-auschwitz-birkenau_1944-300x209.jpg 300w, https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/kz-auschwitz-birkenau_1944-768x534.jpg 768w, https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/kz-auschwitz-birkenau_1944-440x306.jpg 440w, https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/kz-auschwitz-birkenau_1944-585x407.jpg 585w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><em>Todesurteil: Ungarische Juden bei ihrer Ankunft in Birkenau. [<a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Birkenau_a_group_of_Jews_walking_towards_the_gas_chambers_and_crematoria.jpg\" target=\"_blank\">Public Domain<\/a>]<\/em><\/p>\n<p>In Auschwitz-Birkenau angekommen, begann umgehend die Selektion. Dabei entschied sich, wer durch Gas sterben musste und wer durch Arbeit. Der Massenmord nach Plan wurde bis zum letzten Entsetzen ausgef\u00fchrt <span class=\"st\">\u2013<\/span> mechanisch, systematisch und gr\u00fcndlich. Am Ende wechselten Zahngold, Uhren und Schmuck die Besitzer. Die Leichen wurden verbrannt, nichts sollte von ihnen \u00fcbrig bleiben.<\/p>\n<p>Am 27. J\u00e4nner 1945 erreichte schlie\u00dflich die Rote Armee das Konzentrationslager. Die Ausma\u00dfe des Verbrechens lie\u00dfen sich rasch erahnen, als man 350.000 Herrenanz\u00fcge und 837.000 Kleidungsst\u00fccke f\u00fcr Frauen im Lager vorfand. Viele Gefangene waren zu diesem Zeitpunkt bereits verlegt oder auf Todesm\u00e4rsche geschickt worden. Lediglich 7.600 H\u00e4ftlinge konnten noch lebend vorgefunden werden.<\/p>\n<p>Marko Feingold \u00fcberstand diese H\u00f6lle. Der \u00e4lteste Holocaust-\u00dcberlebende \u00d6sterreichs ist heute als Pr\u00e4sident der Israelitischen Kultusgemeinde Salzburg weit \u00fcber unsere Staatsgrenzen hinaus bekannt und gesch\u00e4tzt. Als dieser in Auschwitz-Birkenau sein Geld abgeben musste, meinte ein Mith\u00e4ftling blo\u00df: <em>&#8220;Du wirst es nicht mehr brauchen, deine Lebenserwartung betr\u00e4gt drei Monate, dann gehst du durch den Kamin.&#8221;<\/em> Doch er \u00fcberlebte <span class=\"st\">\u2013<\/span> nicht nur dieses Konzentrationslager, sondern auch Dachau und Buchenwald.<\/p>\n<p>Nach Kriegsende war die Auseinandersetzung mit Auschwitz lange tabu. Erst 1961 wurde das Vernichtungslager <span class=\"st\">\u2013<\/span> ausgel\u00f6st durch den Prozess gegen Adolf Eichmann in Jerusalem <span class=\"st\">\u2013<\/span> zu einem Thema. Auch die danach stattfindenden Auschwitzprozesse vor dem Schwurgericht in Frankfurt am Main halfen mit, die unfassbaren Gr\u00e4ueltaten ans Tageslicht zu bringen.<\/p>\n<p>Im Jahr 2005 erkl\u00e4rten die Vereinten Nationen den 27. J\u00e4nner schlie\u00dflich zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust. Seit 2015 wird auch in Salzburg mit einer gro\u00dfen Veranstaltung beim <em>&#8220;Antifaschistischen Mahnmal&#8221;<\/em> an die Leidtragenden erinnert.<\/p>\n<p>Der 27. J\u00e4nner ist kein Feiertag im herk\u00f6mmlichen Sinne, aber dennoch von immenser Bedeutung. Die ehemalige deutsche Bundestagspr\u00e4sidentin Rita S\u00fc\u00dfmuth meinte dazu vor einigen Jahren: <em>&#8220;Sich den bedr\u00fcckendsten Wahrheiten unserer Geschichte zu stellen, ist unverzichtbar. Dazu verpflichten uns die Opfer, ihre Angeh\u00f6rigen und Nachkommen.<\/em>&#8221; F\u00fcr uns selbst ist es ebenfalls notwendig, um den Zusammenhang von Erinnerungs- und Zukunftsf\u00e4higkeit besser zu begreifen.<\/p>\n<p><em>Titelfoto:<\/em> Selektionsprozess an der Rampe von Birkenau\/Auschwitz II. [<a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Selection_on_the_ramp_at_Auschwitz-Birkenau,_summer_1944_(Auschwitz_Album).jpg\" target=\"_blank\">Public Domain<\/a>]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Ihr, die ihr hier eintretet, lasst alle Hoffnung fahren.&#8221; So steht es am H\u00f6llentor in Dantes &#8220;Commedia&#8221;. 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