{"id":3249,"date":"2017-06-06T09:16:34","date_gmt":"2017-06-06T07:16:34","guid":{"rendered":"http:\/\/hallo-salzburg.at\/?p=3249"},"modified":"2018-01-22T14:23:27","modified_gmt":"2018-01-22T13:23:27","slug":"neues-vom-stangerlfahrer-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hallo-salzburg.at\/index.php\/2017\/06\/06\/neues-vom-stangerlfahrer-1\/","title":{"rendered":"Ich bins, dein Stangerlfahrer #1"},"content":{"rendered":"<div id=\"fb-root\"><\/div>\n<hr \/>\n<h4><span style=\"color: #000000;\">Ein regelm\u00e4\u00dfiges Update \u00fcber Mensch und Verkehr<\/span><\/h4>\n<p><span style=\"color: #000000;\">In den folgenden Ausgaben werde ich, der Stangerlfahrer, die Sicht auf den Verkehr und die davon betroffenen Menschen aus einer v\u00f6llig anderer Sicht reflektieren. Immer wieder liest man von der Stauhauptstadt Salzburg, von Expert_innenkommissionen und auch von ver\u00e4rgerten Fahrg\u00e4sten. Doch eigentlich niemand berichtet \u00fcber die unz\u00e4hligen Busfahrer_innen der Stadt Salzburg. Das will ich hiermit \u00e4ndern&#8230;.<\/span><\/p>\n<hr \/>\n<h4><\/h4>\n<h4>Eine allgemeine Klarstellung\u2026<\/h4>\n<blockquote><p>Wie kannst du <em>das<\/em> nur machen?<br \/>\nWie h\u00e4ltst du die Leute aus?<br \/>\nBist du im Dienst auch so unfreundlich wie deine Kolleg_innen?<br \/>\nDer Verkehr muss dich doch wahnsinnig machen?<\/p><\/blockquote>\n<p>Das sind die vier Fragen, die einem am h\u00e4ufigsten gestellt werden, wenn man erz\u00e4hlt, dass man Obusfahrer in der Stadt Salzburg ist. Ich gebe klar und deutlich zu, dass ich mir selbst oft die eine oder andere Frage gestellt habe, vor allem bevor ich mich dazu entschlossen habe, diesen Beruf zu w\u00e4hlen. Ich sehe es aber mittlerweile eher als Berufung, denn als Beruf und kann diese Fragen leicht beantworten.<\/p>\n<p>Ich kann <em>das <\/em>machen, weil ich insgeheim immer gro\u00dfe Fahrzeuge, vor allem Busse steuern wollte. Durch meine Jobs fr\u00fcher bekam ich einen guten Einblick und nun habe ich diesbez\u00fcglich den Gipfel erreicht. Aber abgesehen davon ist <em>das<\/em>, was ich mache, nichts Abstruses oder etwas, was es kaum auf der Welt gibt. Es ist herausfordernd, in einer eng gebauten Stadt mit einem 18 Meter langen und 2,50 Meter breiten Fahrzeug herumzukurven, mit einem Auge dabei immer auf die Oberleitung gerichtet, und mit dem dritten und vierten Auge auf den Verkehr und die Fahrg\u00e4ste.<\/p>\n<p>Es ist meiner Meinung nach etwas verdammt Wichtiges, h\u00e4lt es doch die Lebensadern einer Stadt am Leben. Du bist nicht nur Lenker, sondern Informationsgeber, Kummerkasten, Erziehungsberechtigter, Watschnbaum, oftmals das zum Mensch gewordene \u00dcbel, K\u00fcndigungs- oder Scheidungsgrund, Unfallvermeider und ggf. Ersthelfer und Lebensretter. Kurz um, ein Spiegelbild der Gesellschaft, so wie \u201edie Leute\u201c auch, also die Kund_innen.<\/p>\n<p>So gro\u00df die Vielzahl an unterschiedlichen Charakteren bei den Bediensteten ist, so gro\u00df ist sie bei den Personen, die einsteigen. Es gibt sie noch, jene Personen, die bei der ersten T\u00fcr einsteigen und freundlich gr\u00fc\u00dfen. Aber man w\u00fcrde nicht glauben, welchen Aufwand viele Menschen betreiben, um ja nicht \u201eGuten Morgen\u201c oder \u201eGr\u00fc\u00df Gott\u201c sagen zu <em>m\u00fcssen<\/em>. Da wird dann gerne mal an der ersten T\u00fcr vorbeigerannt und die zweite oder sogar dritte T\u00fcr bevorzugt. Sollten diese geschlossen sein und man sich dann doch in er Notlage wiederfinden, die erste T\u00fcr zu benutzen zu m\u00fcssen, so folgen oft eine F\u00fclle an Halsverrenkungen, um nur ja nicht dem Gegen\u00fcber ins Gesicht schauen zu m\u00fcssen. Ich muss zugeben: An guten Tagen liebe ich es, gerade in solchen Situationen demonstrativ laut und freundlich zu gr\u00fc\u00dfen. Diese bilateralen, oft unvermeidbaren Zusammenk\u00fcnfte lassen sich auf viele Situationen umm\u00fcnzen.<\/p>\n<p>Vice versa sind auch wir Fahrer_innen nicht immer davor gefeit, mal ein fades Aug zu haben oder einen bissigen Kommentar abzugeben. Auch wird dann mal nicht auf die herbeilaufenden Personen gewartet, da man eh schon elf Minuten Versp\u00e4tung hat. Was man auch \u00fcbrigens nicht muss, denn das Linienfahrzeug ist zu erwarten und nicht der Gast; nur mal am Rande erw\u00e4hnt. Ebenso leidet die Auskunftsfreudigkeit zunehmend an der H\u00e4ufigkeit der etwas seltsamen Fragen. Ein Fahrzeug der Linie 5 auf dem \u201e5 &#8211; Zentrum\/Birkensiedlung\u201c steht, wird nicht \u201eder 3er\u201c sein oder nach Obergnigl fahren.<\/p>\n<p>Die Ticketpreise macht nicht der Buslenker und Erm\u00e4\u00dfigungen f\u00fcr Senior_innen gibt es eben nur im Vorverkauf\u2026 Ein ganz eigenes Thema. Auch dar\u00fcber lie\u00dfe sich seitenweise berichten, aber dazu und allgemein zum Verh\u00e4ltnis Mensch vs. Mensch im \u00f6ffentlichen Verkehr in einer anderen Kolumne mehr.<\/p>\n<p>Im Wesentlichen l\u00e4sst sich klar sagen, dass die Menge der freundlichen Busfahrer_innen in der Stadt Salzburg relativ der Menge der in Salzburg wohnenden freundlichen Menschen entspricht.<\/p>\n<p>Und dann kommt nat\u00fcrlich auch noch der wunderbare, allt\u00e4gliche und immer schlimmer werdende Verkehr mit ins Spiel. Mittlerweile kann ich f\u00fcr mich und ich denke f\u00fcr einen Gro\u00dfteil meiner Kolleg_innen sagen, dass das ewige Staustehen und die dadurch angeh\u00e4uften Versp\u00e4tungen zum Beruf dazu geh\u00f6ren und uns nicht mehr wirklich belasten. Das Nervenaufreibende sind die wahrscheinlich teilweise weniger belastbaren anderen Verkehrsteilnehmer_innen, die in der Fr\u00fch gestresst und missmutig in die Arbeit pendeln und abends m\u00fcde bzw. noch hektischer nach Hause dr\u00e4ngen. St\u00e4ndig in brenzliche Situationen zu geraten, die am-Steuer-mit-dem-Handy-spielende Personen in ihren PKWs fabrizieren, falschparkende Autos oder \u00fcberhaupt LKWs, anarchische Zust\u00e4nde allgemein auf de facto allen Stra\u00dfen Salzburgs und eine entweder \u00fcberforderte oder desinteressierte Polizei sind die ma\u00dfgeblichen Nervenkiller. Die eben erw\u00e4hnten Situationen gepaart mit irref\u00fchrenden Stra\u00dfenf\u00fchrungen und Ampelregelungen, die jeglicher Logik entbehren, vervollst\u00e4ndigen das CHAOS auf Salzburgs Stra\u00dfen. Aber auch diesbez\u00fcglich in K\u00fcrze mehr&#8230;<\/p>\n<p>Im Allgemeinen sollte man sich gelegentlich, wenn man in den Bus einsteigt, kurz darauf besinnen, dass am Steuer ein Mensch sitzt, mit Gef\u00fchlen, mit Sorgen, mit Humor, mit Leidenschaft etc. und dieser m\u00f6chte auch als Mensch behandelt werden. Weil, mal im Ernst: Jede_r von uns hat schon mal ein unerfreuliches Erlebnis in einem \u00f6ffentlichen Verkehrsmittel gehabt. Aber ebenso auch vielleicht in einer Bar oder bei einer Beh\u00f6rde und glaubt mir, jede_r Busfahrer_in hatte schon mindestens einmal ein unerfreuliches Erlebnis mit einem Fahrgast.<\/p>\n<p><strong>In diesem Sinne gute Fahrt! Und immer daran denken: Im Vorverkauf sind die Tickets g\u00fcnstiger.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p><em>Disclaimer: Diese Kolumne stellt die Meinung dieses Autors\/dieser Autorin dar und spiegelt nicht grunds\u00e4tzlich die Meinung der Redaktion wider.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein regelm\u00e4\u00dfiges Update \u00fcber Mensch und Verkehr In den folgenden Ausgaben werde ich, der Stangerlfahrer, die Sicht auf den Verkehr und die davon betroffenen Menschen aus einer v\u00f6llig anderer Sicht&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":48,"featured_media":3418,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_exactmetrics_skip_tracking":false,"_exactmetrics_sitenote_active":false,"_exactmetrics_sitenote_note":"","_exactmetrics_sitenote_category":0,"footnotes":"","_links_to":"","_links_to_target":""},"categories":[24],"tags":[1466,1016,925,506,182],"coauthors":[1465],"class_list":["post-3249","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-gesellschaft","tag-der-stangerlfahrer","tag-o-bus","tag-oeffis","tag-stadt-salzburg","tag-verkehr"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hallo-salzburg.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3249","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hallo-salzburg.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hallo-salzburg.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hallo-salzburg.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/48"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hallo-salzburg.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3249"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/hallo-salzburg.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3249\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4750,"href":"https:\/\/hallo-salzburg.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3249\/revisions\/4750"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hallo-salzburg.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3418"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hallo-salzburg.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3249"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hallo-salzburg.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3249"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hallo-salzburg.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3249"},{"taxonomy":"author","embeddable":true,"href":"https:\/\/hallo-salzburg.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/coauthors?post=3249"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}