{"id":3393,"date":"2017-05-31T11:50:07","date_gmt":"2017-05-31T09:50:07","guid":{"rendered":"http:\/\/hallo-salzburg.at\/?p=3393"},"modified":"2017-05-31T13:32:53","modified_gmt":"2017-05-31T11:32:53","slug":"geht-unter-die-haut-get-out","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hallo-salzburg.at\/index.php\/2017\/05\/31\/geht-unter-die-haut-get-out\/","title":{"rendered":"Geht unter die Haut &#8211; Get Out"},"content":{"rendered":"<div id=\"fb-root\"><\/div>\n<p>Sp\u00e4testens seit ein gewisser George Andrew Romero 1968 seinen Zombiestreifen <em>Night of the Living Dead<\/em> ver\u00f6ffentlichte, sollte klar sein: Sozialkritik und Horror passen hervorragend zusammen! Fast 40 Jahre nachdem der dunkelh\u00e4utige Ben in Romeros <em>Night of the Living Dead<\/em> sein unr\u00fchmliches Ende fand, zieht Jordan Peele aus, um erneut mit einem Horrorfilm auf Rassismus aufmerksam zu machen. Das Ergebnis hei\u00dft <em>Get Out<\/em> und \u00fcberzeugt und \u00fcberrascht nicht nur auf inhaltlicher, sondern auch auf filmtechnischer Ebene.<\/p>\n<p>Chris (Daniel Kaluuya) soll \u00fcber das Wochenende erstmals mit seiner Freundin Rose (Allison Williams) \u2013 sie sind f\u00fcnf Monate zusammen \u2013 zu ihren Eltern in deren stattliches Haus am See fahren. Chris hat gewisse Bedenken, wie Rose\u2019 Eltern auf seine dunkle Hautfarbe reagieren werden, doch Rose versichert ihm, dass ihre Eltern freundlich und liberal seien und das kein Problem darstellen w\u00fcrde.<\/p>\n<div class=\"epyt-video-wrapper\"><iframe loading=\"lazy\"  id=\"_ytid_83075\"  width=\"1170\" height=\"658\"  data-origwidth=\"1170\" data-origheight=\"658\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/EKwmrP9tyHg?enablejsapi=1&#038;autoplay=0&#038;cc_load_policy=0&#038;cc_lang_pref=&#038;iv_load_policy=1&#038;loop=0&#038;rel=1&#038;fs=1&#038;playsinline=0&#038;autohide=2&#038;hl=de_DE&#038;theme=dark&#038;color=red&#038;controls=1&#038;disablekb=0&#038;\" class=\"__youtube_prefs__  epyt-is-override  no-lazyload\" title=\"YouTube player\"  allow=\"fullscreen; accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen data-no-lazy=\"1\" data-skipgform_ajax_framebjll=\"\"><\/iframe><\/div>\n<p style=\"text-align: center\"><strong>ACHTUNG: <\/strong>Spoiler im Trailer!<\/p>\n<p>Dass Schwarze h\u00e4ufig mit unangenehmen Situationen konfrontiert werden, die Wei\u00dfe normalerweise nicht erleben, sehen wir bereits zu Beginn des Films, als Rose einen Unfall baut und der Streifenpolizist v\u00f6llig willk\u00fcrlich Chris\u2019 Ausweis sehen will. W\u00e4hrend Rose protestiert, ist Chris derlei scheinbar gewohnt und reicht dem Polizisten unterw\u00fcrfig seinen Ausweis. Die Eltern sind dann tats\u00e4chlich \u00e4u\u00dferst aufgeschlossen und kommen nicht umhin, zu beteuern, wie sehr sie Tiger Woods oder Obama bewundern. Noch merkw\u00fcrdigere und unangenehmere Komplimente bekommt Chris schlie\u00dflich bei einer gro\u00dfen Familienfeier, die zuf\u00e4llig an diesem Wochenende stattfindet. Obwohl die ganze Familie und deren Freunde so liberal scheinen, ist es eigenartig, dass die einzigen Schwarzen trotzdem fast wie willenlose Marionetten an den Geschehnissen teilnehmen. Ja sie scheinen fast wie Schatten, die ferngesteuert Befehle ausf\u00fchren. Dass Rose\u2019 Mutter, die Therapeutin ist, Chris mithilfe von Hypnose von seiner Zigarettensucht befreien will, macht die Situation f\u00fcr Chris noch unheimlicher. Schlie\u00dflich konfrontiert Chris seine Freundin Rose und teilt ihr mit, dass er zur\u00fcck in die Stadt will. Rose scheint irritiert, hat gleichzeitig aber auch Verst\u00e4ndnis. Mehr kann man \u00fcber <em>Get Out<\/em> nicht erz\u00e4hlen, ohne die Geschichte, die Spannung und das gelungene Spiel mit Erwartungen zu verderben.<\/p>\n<p>Als Zusehende fragen wir uns bei dem unangenehmen Treiben: Bildet Chris sich alles nur ein? Bekommt er das \u00fcbertrieben aufgeschlossene Handeln der Familie in den falschen Hals? Handelt es sich um positiven Rassismus? Ist Chris\u2019 Freund, der mit Chris regelm\u00e4\u00dfig telefoniert und behauptet, die Familie w\u00fcrde Schwarze hypnotisieren und zu Sexsklaven machen, etwa paranoid?<\/p>\n<blockquote><p><em>Get Out<\/em> ist einer jener Filme, die nicht vorbei sind, wenn der Nachspann zu Ende ist. Einige Details der verst\u00f6renden Geschichte haben sich uns erst nach intensiven Gespr\u00e4chen im Nachhinein erschlossen und selbst wenn man sich weigert, sp\u00e4ter noch dar\u00fcber nachzudenken, l\u00e4sst uns der Film die volle Wucht des Alltagsrassismus durch Chris\u2019 Augen miterleben, ohne dabei aber erzwungen konstruiert und aufgesetzt zu wirken.<\/p><\/blockquote>\n<p>Damit \u00fcbertr\u00e4gt <em>Get Out<\/em> ein \u00e4hnlich unangenehmes Schuldbewusstsein, wie es etwa auch <em>Funny Games<\/em> von Haneke vollbringt. Man sitzt in seinem Kinosessel und f\u00fchlt sich \u00fcberf\u00fchrt, obwohl die Thematik in den USA zweifellos noch deutlich aktueller als bei uns ist.<\/p>\n<p>Auf technischer Seite zeigt Regisseur und Drehbuchautor Jordan Peeler, dass er sein Handwerk und auch das Genre perfekt verstanden hat. Seine Inszenierung hat nichts billiges, sein Drehbuch spielt mit Genretropen, nur um sie immer wieder sehr geschickt zu brechen, wodurch unsere Erwartungshaltung des \u00d6fteren in die Irre gef\u00fchrt wird.<\/p>\n<p><em>Get Out<\/em> ist ein spannender Horror-Thriller mit Mystery-Elementen, \u00fcber den man vor dem Genuss am besten so wenig wie m\u00f6glich wei\u00df. So viel sei allerdings gesagt: angenehm ist der Film weder in seiner Bildsprache noch in seiner ernsten Thematik!<\/p>\n<p><em>Get Out<br \/>\n<\/em><strong>Regie:<\/strong> Jordan Peele<br \/>\n<strong>Drehbuch:<\/strong> Jordan Peele<br \/>\n<strong>Soundtrack:<\/strong> Michael Abels<br \/>\n<strong>Cast:<\/strong> Daniel Kaluuya, Allison Williams, Catherine Keener, Bradley Whitford, Caleb Landry Jones<br \/>\n<strong>Laufzeit:<\/strong> 104 Minuten<br \/>\n<strong>FSK:<\/strong> 16 Jahre<br \/>\n<strong>Kinostart:<\/strong> 13.04.17 (AT)<\/p>\n<p>Das Titelbild stammt von der <a href=\"https:\/\/www.universalpictures.at\/getout\">offiziellen\u00a0 Homepage<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sp\u00e4testens seit ein gewisser George Andrew Romero 1968 seinen Zombiestreifen Night of the Living Dead ver\u00f6ffentlichte, sollte klar sein: Sozialkritik und Horror passen hervorragend zusammen! 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