{"id":3409,"date":"2017-06-07T06:19:44","date_gmt":"2017-06-07T04:19:44","guid":{"rendered":"http:\/\/hallo-salzburg.at\/?p=3409"},"modified":"2017-06-06T15:11:20","modified_gmt":"2017-06-06T13:11:20","slug":"michael-fassbender-spielt-mit-sich-selbst-alien-covenant","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hallo-salzburg.at\/index.php\/2017\/06\/07\/michael-fassbender-spielt-mit-sich-selbst-alien-covenant\/","title":{"rendered":"Michael Fassbender spielt mit sich selbst \u2013 Alien: Covenant"},"content":{"rendered":"<div id=\"fb-root\"><\/div>\n<p>1979 lie\u00df Sir Ridley Scott im Film <em>Alien<\/em> die Besatzung des Transportschiffs Nostromo in den unendlichen Weiten des Alls auf ein unheimliches Wesen treffen. Auch aus heutiger Perspektive ist <em>Alien<\/em> noch ein absoluter Pflichttitel f\u00fcr Science-Fiction-Fans und Filmfreunde. Das bahnbrechende Design des Schweizer K\u00fcnstlers H.R. Giger \u00fcberzeugt ebenso wie die starke weibliche Hauptfigur Ripley (Sigourney Weaver), die sich tapfer gegen das unbezwingbare Biest in den dunklen und unheimlichen G\u00e4ngen des Raumschiffs wehrt. Es folgten Fortsetzungen diverser Regisseure, von denen allerdings nur der zweite Teil <em>Aliens<\/em> von James Cameron nennenswert ist.<\/p>\n<p>2012 ergriff Scott wieder das Ruder und bescherte uns mit <em>Prometheus<\/em> ein \u00e4u\u00dferst umstrittenes Prequel zu <em>Alien<\/em>. <em>Prometheus<\/em> griff sich Schl\u00fcsselszenen des brillanten ersten Teils, kopierte seine Charaktere und verkaufte sich als Prequel. Scheinbar hatte Scott auch das dringende Bed\u00fcrfnis, seinem Franchise eine tiefgr\u00fcndige Bedeutung aufzuzwingen, die es meiner Meinung nach nicht n\u00f6tig h\u00e4tte. So geht es nicht mehr nur um die unheimliche Bedrohung durch ein fremdes Wesen, sondern auch um Fragen unserer Existenz, unserer Herkunft und der Religion. Konsequent abhandeln traut sich der Film seine Themen aber nicht und so bleibt <em>Prometheus<\/em> im Grunde ein pseudophilosophisches Remake von <em>Alien<\/em>, das sich als Prequel verkauft und in jeder Hinsicht schlechter als das Original ist \u2013 abgesehen von den fantastischen digitalen Effekten. Spa\u00df hatte ich mit <em>Prometheus<\/em> dennoch.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<blockquote><p><em>Alien Covenant<\/em> schlie\u00dft an <em>Prometheus<\/em> an und schafft es \u2013 meines Erachtens \u2013 in keiner Weise, die Verbindung zwischen <em>Prometheus<\/em> und den alten Teilen zu kn\u00fcpfen.<\/p><\/blockquote>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Einige Jahre nach <em>Prometheus<\/em> fliegt ein Kolonialisierungsschiff namens Covenant mit kleiner Crew und 2000 Siedlern, die sich alle im Tiefschlaf befinden, durch das All. Androide Walter (Michael Fassbender) passt solange auf sie auf. Durch einen &#8211; vom Drehbuch unmotiviert entgegen geschleuderten \u2013 Ionensturm wird die Crew aus dem Tiefschlaf gerissen. Sie empfangen ein menschliches Signal von einem Planeten, von dessen Existenz sie bisher nichts wussten und entschlie\u00dfen sich, dem Ursprung des Signals nachzugehen. Die Crew verl\u00e4sst die Covenant und landet auf dem fremden Planeten. Hier spielt <em>Alien Covenant<\/em> seine St\u00e4rke aus, denn der unbewohnte Planet sieht wundersch\u00f6n aus und w\u00fcrde eine sch\u00f6ne Atmosph\u00e4re erzeugen, w\u00e4re das Drehbuch nicht so unplausibel. Warum verl\u00e4sst die Crew ihren Raumgleiter ohne Schutzanz\u00fcge? Mit viel Augenzudr\u00fccken warten wir darauf, dass sich die ersten infizieren und die ersten Aliens schl\u00fcpfen. Nach den ersten K\u00e4mpfen mit den Monstren eilt Michael Fassbender in seiner Rolle als Androide David zur Rettung. Er hat den Vorg\u00e4nger <em>Prometheus<\/em> irgendwie \u00fcberlebt und lebt nun auf dem fremden Planeten.<\/p>\n<div class=\"epyt-video-wrapper\"><iframe loading=\"lazy\"  id=\"_ytid_66207\"  width=\"1170\" height=\"658\"  data-origwidth=\"1170\" data-origheight=\"658\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/3K3bDnt9Un4?enablejsapi=1&#038;autoplay=0&#038;cc_load_policy=0&#038;cc_lang_pref=&#038;iv_load_policy=1&#038;loop=0&#038;rel=1&#038;fs=1&#038;playsinline=0&#038;autohide=2&#038;hl=de_DE&#038;theme=dark&#038;color=red&#038;controls=1&#038;disablekb=0&#038;\" class=\"__youtube_prefs__  epyt-is-override  no-lazyload\" title=\"YouTube player\"  allow=\"fullscreen; accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen data-no-lazy=\"1\" data-skipgform_ajax_framebjll=\"\"><\/iframe><\/div>\n<p>Die im Vorg\u00e4nger angeschnittenen Themen wie Kreationismus, gibt es einen Gott oder G\u00f6tter, wo sind die Grenzen der Ethik, wo kommen wir her und wo ist unsere Bestimmung im Universum wird mit einer kurzen R\u00fcckblende zunichte gemacht. Der restliche Film konzentriert sich ganz darauf, Michael Fassbender zu glorifizieren, der als Androide David aus dem Vorg\u00e4nger und Androide Walter aus <em>Alien Covenant<\/em> gleich doppelt zu bewundern ist. Fassbender kann man auch nichts vorwerfen: Sein Spiel ist gewohnt \u00fcberzeugend und wer wegen ihm in <em>Alien Covenant<\/em> geht, d\u00fcrfte zufrieden sein. Wer sich allerdings wegen der einstigen Highlights der Serie &#8211; dazu geh\u00f6ren Spannung oder auch Aliens &#8211; in <em>Alien Covenant<\/em> begibt, bleibt \u00fcber weite Teile auf der Strecke. Der Film verliert sich vollends in der Bewunderung der beiden Fassbender-Figuren. Alle anderen Charaktere verkommen zur Nebensache. Es findet keine Charakterentwicklung statt und Sympathien lassen sich auch kaum aufbauen. Die Optik folgt dem sterilen Hochglanzlook des Vorg\u00e4ngers und scheint den \u00dcbergang zur Low-Fi-Technik der alten Teile nicht einmal zu versuchen. Dass ein Ankn\u00fcpfen an die alte Optik m\u00f6glich w\u00e4re, hat aber Abrams in <em>Star Wars Episode 7<\/em> \u00fcberzeugend bewiesen. Wenn <em>Aliens<\/em> auftauchen, wird es zwar immer wieder ziemlich blutig, spannend wird es trotz des Gemetzels aber nie und auch das Ende ist so aufgezwungen vorhersehbar, dass man sich schlicht freut, wenn der unvermeidbare Twist endlich vorbei ist und man nach Hause gehen kann.<\/p>\n<p>Lust auf die Fortsetzung hat man danach keine mehr. Es scheint, als leide Ridley Scott an derselben tragischen Verblendung, mit der auch George Lucas sein Sternen-Epos bereits fast vernichtet hatte. Er sucht Bedeutungen, wo keine notwendig sind und verliert den Blick auf das Wesentliche. Auch wenn es nach dem aktuellen Stand \u00e4u\u00dferst unwahrscheinlich scheint, bleibt zu hoffen, dass der alte Mann sein Lebenswerk (neben <em>Blade Runner<\/em>) abgibt, denn der frische Wind einer j\u00fcngeren Generation w\u00fcrde <em>Alien<\/em> sicherlich gut tun. Neil Bloomkamp (<em>District 9<\/em>) h\u00e4tte etwa Interesse bekundet, doch Scott hat erst k\u00fcrzlich in einem Interview bekannt gegeben, dass daraus nichts wird. Am n\u00e4chsten <em>Alien<\/em>-Film wird bereits geschrieben. Mit etwas Gl\u00fcck geht es dann um mehr als nur um Michael Fassbender, der mit sich selbst Fl\u00f6te spielt.<\/p>\n<p><em>Alien: Covenant<br \/>\n<\/em><strong>Regie:<\/strong> Ridley Scott<br \/>\n<strong>Drehbuch:<\/strong> John Logan, Dante Harper<br \/>\n<strong>Soundtrack:<\/strong> Jed Kurzel<br \/>\n<strong>Cast:<\/strong> Michael Fassbender, nochmal Michael Fassbender, Katherine Waterston, Billy Crudup, Danny McBride, Demian Bichir, Carmen Ejogo, Jussie Smollett, Guy Pearce, James Franco, Noomi Rapace<br \/>\n<strong>Laufzeit:<\/strong> 123 Minuten<br \/>\n<strong>FSK:<\/strong> 16 Jahre<br \/>\n<strong>Kinostart:<\/strong> 18.05.17 (AT)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1979 lie\u00df Sir Ridley Scott im Film Alien die Besatzung des Transportschiffs Nostromo in den unendlichen Weiten des Alls auf ein unheimliches Wesen treffen. 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