{"id":3840,"date":"2017-07-17T11:17:39","date_gmt":"2017-07-17T09:17:39","guid":{"rendered":"http:\/\/hallo-salzburg.at\/?p=3840"},"modified":"2017-07-17T11:51:52","modified_gmt":"2017-07-17T09:51:52","slug":"liebenswert-begabt-die-gleichung-eines-lebens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hallo-salzburg.at\/index.php\/2017\/07\/17\/liebenswert-begabt-die-gleichung-eines-lebens\/","title":{"rendered":"Liebenswert: Begabt &#8211; Die Gleichung eines Lebens"},"content":{"rendered":"<div id=\"fb-root\"><\/div>\n<p>Filme sind etwas Magisches. Nicht nur, dass es mich trotz eines gewissen Grundwissens \u00fcber die Funktionsweise von Fotografie und Film nach wie vor fasziniert, dass man die Realit\u00e4t mit einem Klick aufnehmen kann, nein, das Kino beziehungsweise der Film vollbringt es auch, Themen, die mich pers\u00f6nlich \u00fcberhaupt nicht interessieren, spannend und aufregend aufzuarbeiten. Nehmen wir etwa <em>Rush<\/em>: Diesem Film gelingt es, mich als kompletten Formel 1-Muffel f\u00fcr diese Sportart zu begeistern. Ein toller Soundtrack, die spannend erz\u00e4hlte Geschichte um die Rivalit\u00e4t zwischen Niki Lauda (Daniel Br\u00fchl) und James Hunt (Chris Hemsworth) und die rasant inszenierten Rennen machen es m\u00f6glich. \u00c4hnlich geht es mir mit Nicolas Winding Refns <a href=\"http:\/\/hallo-salzburg.at\/index.php\/2016\/05\/30\/the-neon-demon\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>The Neon Demon<\/em><\/a>. Als ein wirkliches Wunder empfinde ich allerdings den Film <em>Gifted<\/em>. <em>Gifted<\/em> bringt mich zum Lachen, der Film r\u00fchrt mich, er unterh\u00e4lt pr\u00e4chtig, wirft einige interessante Fragen auf und das alles bei einem Plot, der sich mehr oder weniger um Mathematik dreht. Daher wohl der deutsche Titel: <em>Begabt \u2013 Die Gleichung eines Lebens<\/em>. Das Unverst\u00e4ndnis und Desinteresse f\u00fcr Mathematik wurde mir bereits in die Wiege gelegt und dennoch m\u00f6chte ich den Film hier w\u00e4rmstens empfehlen.<\/p>\n<p><em>Gifted<\/em> handelt von der sechsj\u00e4hrigen Mary Adler (Mckenna Grace) und ihrem Ziehvater Frank Adler (Chris Evans), die ein beschauliches Leben in einem heruntergekommenen H\u00e4uschen in Florida f\u00fchren. Anstatt mit anderen Kindern zu spielen und ihre Kindheit zu genie\u00dfen, besch\u00e4ftigt sich die Kleine aber bevorzugt mit Mathematik. Ihre beste Freundin ist ihre Nachbarin Roberta (Octavia Spencer), die Frank und Mary liebevoll unter die Arme greift. Als Frank der kleinen Mary per Home Schooling alles beigebracht hat, was er wei\u00df, n\u00f6tigt er sie, in eine Volksschule zu gehen.<\/p>\n<p>Mary, die im Kopf dreistellige Zahlen wacker multipliziert, ist in der ersten Klasse mit Aufgaben wie \u201edrei mal drei\u201c dezent unterfordert und frustriert. W\u00e4hrend Algebra ihr keine Schwierigkeiten bereitet, ist sie im sozialen Umgang mit ihren Mitsch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern allerdings etwas \u00fcberfordert und Frank wird \u00f6fters zur Direktorin beordert. Bonnie, Marys Klassenlehrerin (Jenny Slate), erkennt ihre au\u00dferordentlichen F\u00e4higkeiten. Zusammen mit der Direktorin legt sie Frank nahe, die Kleine auf eine Schule f\u00fcr Hochbegabte zu schicken, was dieser ablehnt. Er m\u00f6chte ihr einfach nur eine normale Kindheit bieten.<\/p>\n<div class=\"epyt-video-wrapper\"><iframe loading=\"lazy\"  id=\"_ytid_81074\"  width=\"1170\" height=\"658\"  data-origwidth=\"1170\" data-origheight=\"658\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/x7CAjpdRaXU?enablejsapi=1&#038;autoplay=0&#038;cc_load_policy=0&#038;cc_lang_pref=&#038;iv_load_policy=1&#038;loop=0&#038;rel=1&#038;fs=1&#038;playsinline=0&#038;autohide=2&#038;hl=de_DE&#038;theme=dark&#038;color=red&#038;controls=1&#038;disablekb=0&#038;\" class=\"__youtube_prefs__  epyt-is-override  no-lazyload\" title=\"YouTube player\"  allow=\"fullscreen; accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen data-no-lazy=\"1\" data-skipgform_ajax_framebjll=\"\"><\/iframe><\/div>\n<p>Eine normale Kindheit, wie sie Diane Adler \u2013 Franks Schwester \u2013 nie hatte, denn sie wurde von der ehrgeizigen Mutter Evelyn (Lindsay Duncan) von fr\u00fchester Kindheit an zum Mathematikgenie gedrillt. W\u00e4hrend Diane am Gebiet der Mathematik zu einer Koryph\u00e4e aufstieg, die sich ihr Leben lang mit dem Navier-Stokes Problem besch\u00e4ftigte, dessen L\u00f6sung mit einer Million Dollar dotiert ist, lief es in ihrem Sozialleben weniger erfolgreich. Vor diesem Schicksal m\u00f6chte Frank die junge Mary auf jeden Fall bewahren.<\/p>\n<p>Kompliziert wird es, als Franks und Dianes Mutter Evelyn von ihrer hochbegabten Enkelin Mary erf\u00e4hrt und einen Sorgerechtsstreit lostritt, den sie vermutlich gewinnen wird. Frank f\u00fcrchtet, dass Mary unter Evelyns Obhut ein \u00e4hnlich isoliertes Leben wie Diane erwartet, in dem sich alles um die L\u00f6sung mathematischer Probleme dreht. Kurz: Der komplette Albtraum. Vor Gericht ergeben sich mehrere Fragen: Ist es legitim, ein Genie derart zu f\u00f6rdern und sozial zu isolieren, wenn es daf\u00fcr lernt, die gr\u00f6\u00dften Probleme der Menschheit zu l\u00f6sen? Ist es okay, ein solches Genie nicht im entsprechenden Ausma\u00df zu f\u00f6rdern? Ist ein gro\u00dfes Haus mit reicher Gro\u00dfmutter ein besserer Ort als eine heruntergekommene Wohnung ohne Sozialversicherung? W\u00e4hrend Frank und Evelyn jeweils sehr unterschiedliche Antworten auf diese Fragen haben, geht es letzten Endes darum, ob die beiden erkennen, dass es nicht um ihren eigenen Egoismus, sondern ausschlie\u00dflich um das Wohl der kleinen Mary gehen sollte.<\/p>\n<p>In seiner Handlung ist <em>Gifted<\/em> \u00f6fters vorhersehbar und das Drehbuch verliert sich gelegentlich in Klischees. Ob Mathematiker mit der typischen Inszenierung der schr\u00e4gen Tafel, auf der jemand in Nahaufnahme mathematische Formeln kritzelt, zufrieden sein werden, kann ich nicht beurteilen.<\/p>\n<blockquote><p><em>Gifted<\/em> mag es an gro\u00dfer Innovation fehlen, es bleibt aber ein herzensguter Film voller Witz, mit einigen richtig r\u00fchrenden Szenen und einer zuckers\u00fc\u00dfen und fantastischen jungen Hauptdarstellerin.<\/p><\/blockquote>\n<p>Als Dramedy f\u00e4hrt der Film die emotionale Achterbahn einer typischen <em>Scrubs<\/em>-Folge ab und diese Formel geht auch in <em>Gifted<\/em> auf. Oscarmaterial ist <em>Gifted<\/em>, abgesehen von der tollen Hauptdarstellerin sicherlich nicht, ein verz\u00fcckender und unterhaltsamer Film, bei dem man sich am Ende einfach gut f\u00fchlt, ist er aber allemal. Und wie eingangs erw\u00e4hnt: Wenn ich das \u00fcber einen Film schreibe, der von Mathematik handelt, dann gleicht das einem Wunder.<\/p>\n<p><em>Gifted<br \/>\n<\/em>dt. Titel:<em> Begabt &#8211; Die Gleichung eines Lebens<\/em><br \/>\n<strong>Regie:<\/strong> Marc Webb<br \/>\n<strong>Drehbuch:<\/strong> Tom Flynn<br \/>\n<strong>Soundtrack:<\/strong> Rob Simonsen<br \/>\n<strong>Cast:<\/strong> Chris Evans, McKenna Grace, Lindsay Duncan, Jenny Slate, Octavia Spencer<br \/>\n<strong>Laufzeit:<\/strong> 102 Minuten<br \/>\n<strong>FSK:<\/strong> 6<br \/>\n<strong>Kinostart:<\/strong> 14.07.17 (AT)<\/p>\n<p>Das Titelbild stammt von der offiziellen Website des Films.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Filme sind etwas Magisches. 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