{"id":4045,"date":"2017-08-08T15:08:46","date_gmt":"2017-08-08T13:08:46","guid":{"rendered":"http:\/\/hallo-salzburg.at\/?p=4045"},"modified":"2017-08-09T09:00:41","modified_gmt":"2017-08-09T07:00:41","slug":"blaulichtorganisationen-soll-freiwilliges-engagement-staerker-gefoerdert-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hallo-salzburg.at\/index.php\/2017\/08\/08\/blaulichtorganisationen-soll-freiwilliges-engagement-staerker-gefoerdert-werden\/","title":{"rendered":"Blaulichtorganisationen: Soll freiwilliges Engagement st\u00e4rker gef\u00f6rdert werden?"},"content":{"rendered":"<div id=\"fb-root\"><\/div>\n<p><strong>Die Unwetter vom vergangenen Wochenende richteten im Innergebirg heftige Sch\u00e4den an. Aufgrund eines Murenabgangs war das Gro\u00dfarltal zeitweise \u00fcberhaupt von der Umwelt abgeschnitten. Alleine am Samstag (5. August 2017) standen bundeslandweit 680 freiwillige Einsatzkr\u00e4fte zur Verf\u00fcgung. Ihrem Einsatz ist es zu verdanken, dass zum Beispiel das Gro\u00dfarltal bereits am Montagmorgen wieder erreichbar war. Landeshauptmann Haslauer versprach rasche Hilfe f\u00fcr die Betroffenen. Unterdessen wiederholte auch der Salzburger SP\u00d6-Chef Walter Steidl seine Forderung, ehrenamtliches Engagement st\u00e4rker zu f\u00f6rdern.<\/strong><\/p>\n<p>Viele Politiker_innen machten sich ein Bild von den Sch\u00e4den. Nicht nur Bundeskanzler Christian Kern (SP\u00d6) im steierischen Krisengebiet, auch Landeshauptmann Wilfried Haslauer (\u00d6VP) war in den besonders betroffenen Salzburger Ortschaften Gro\u00dfarl und H\u00fcttschlag vor Ort und sicherte rasche Hilfe aus dem Katatstophenfonds zu. Doch so unerwartet Hochwasser, Murabg\u00e4nge und andere Sch\u00e4den infolge von Unwettern die Betroffenen ereilen, so sehr sind sie regelm\u00e4\u00dfige Begleiterscheinungen im alpinen Raum. Aufgrund des Klimawandels h\u00e4ufen sich diese Wetterereignisse zus\u00e4tzlich und fallen mitunter noch heftiger aus. W\u00e4hrend\u00a0Einsatzkr\u00e4fte andernorts \u00fcberfordert gegen Waldbr\u00e4nde <a href=\"https:\/\/kurier.at\/chronik\/weltchronik\/weitere-waldbraende-in-griechenland-gefahr-steigt\/278.964.748\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ank\u00e4mpfen<\/a>, stellt sich das \u00f6sterreichische Modell der Ehrenamtlichkeit als besonderer Gl\u00fccksfall heraus. <em>&#8220;<\/em>Das freiwillige Engagement der Zivilgesellschaft ist unsere gro\u00dfe St\u00e4rke und weltweit beispiellos&#8221;, lautete der Befund des Salzburger SP\u00d6-Landesparteivorsizenden Walter Steidl in einer Aussendung, in der er den ehrenamtlichen Kr\u00e4ften dankte und mehr Unters\u00fctzung f\u00fcr Freiwillige in Blaulichtorganisationen forderte. Obwohl es auch <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Volunteer_fire_department\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">in manch anderen L\u00e4ndern<\/a> freiwillige Feuerwehren gibt, ist der fl\u00e4chendeckende Organisationsgrad bzw. das System einer fl\u00e4chendeckenden Versorgung weltweit einzigartig in \u00d6sterreich und Deutschland.<\/p>\n<p>Bekanntlich spielt in \u00d6sterreich das Ehrenamt eine gro\u00dfe gesellschaftliche Rolle. Rund 3,3 Millionen Menschen engagieren sich freiwillig, 515.000 Menschen davon sind im Katastrophen- und Rettungsdienst, also bei den so genannten Baulichtorganisationen t\u00e4tig. Das sind Leute, die unter sehr gef\u00e4hrlichen Umst\u00e4nden \u2013 bei Feuer, Lawinen, \u00dcberschwemmungen, Verkehrsunf\u00e4llen \u2013 und unter Einsatz ihres eigenen Lebens anderen Menschen helfen. Sie bringen F\u00e4higkeiten mit, die auch am Arbeitsplatz gebraucht werden. In der Arbeitswelt bleibt ihr Einsatz mitunter nicht nur unbelohnt, sondern stellt sich teilweise sogar als Nachteil bei der Jobsuche heraus. Ein Umstand, den Steidl kritisiert. Vor knapp zwei Wochen forderte er daher, dass das ehrenamtliche Engagement st\u00e4rker aus \u00f6ffentlichen Mitteln gef\u00f6rdert werden soll. Einige seiner Forderungen flossen sogar noch in das SP\u00d6-Wahlkampfprogramm f\u00fcr die Nationalratswahl am 15. Oktober 2017, den <a href=\"https:\/\/christian-kern.at\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/Wahlprogramm2017_Entwurf.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Plan A f\u00fcr Austria<\/a>, ein. Konkret fordert Steidl, dass Ehrenamtliche, aber auch deren Arbeitgeber_innen f\u00fcr den Einsatz entsch\u00e4digt werden.<\/p>\n<h5>Sollen Ehrenamtliche bei Blaulichtorganisationen zus\u00e4tzliche Urlaubstage bekommen und Unternehmen aus dem Katatstrophenfonds entsch\u00e4digt werden?<\/h5>\n<p>&#8220;Ich habe bereits \u00f6fter als einmal davon geh\u00f6rt, dass jemand nicht eingestellt wurde, weil er oder sie bei der Feuerwehr oder bei der Rettung aktiv war&#8221;, spricht Steidl die Schattenseite der Ehrenamtlichkeit an. Kontinuierlich notwendige Weiterbildung sowie die permanente Alarmbereitschaft stellen oft eine gro\u00dfe Belastung f\u00fcr berufst\u00e4tige Ehrenamtliche dar. Sie sind dabei vor allem auch auf das Entgegenkommen ihrer Arbeitgeber_innen angewiesen, welchen wiederum ebenfalls Kosten entstehen k\u00f6nnen. Steidl fordert daher, dass man auch den Unternehmen entgegenkommen muss. Als Ma\u00dfnahme schlug er vor, dass l\u00e4ngere Ausfallszeiten, etwa beim Hochwassereinsatz, aus dem Katastrophenfonds entsch\u00e4digt werden.<\/p>\n<p>Die SP\u00d6 fordert in ihrem Wahlprogramm nun drei zus\u00e4tzliche bezahlte Sonderurlaubstage f\u00fcr die rund 335.000 Arbeitnehmer_innen, die im Katastrophen- und Rettungsdienst, t\u00e4tig sind. Die Kosten daf\u00fcr sollen Unternehmen wie vom Salzburger SP\u00d6-Chef gefordert aus dem Katastrophenfonds erstattet werden. Steidl selbst zeigt sich damit hochzufrieden, geht aber noch weiter. Er kann sich auch eine steuerliche Beg\u00fcnstigung bei der Einstellung von Menschen vorstellen, die ehrenamtlich im Katastrophen- oder Rettungsdienst t\u00e4tig sind: &#8220;Menschen, die sich f\u00fcr die Allgemeinheit engagieren, d\u00fcrfen am Arbeitsmarkt keinen Nachteil erleiden. Im Gegenteil: Ihnen steht ein Vorteil zu.&#8221;<\/p>\n<h5>Soll das Land Salzburg die Ausbildungskosten \u00fcbernehmen?<\/h5>\n<p>Als alpines Bundesland ist Salzburg von Unwettern besonders betroffen und somit auch verst\u00e4rkt auf den ehrenamtlichen Einsatz der Blaulichtorganisationen angewiesen. Darum m\u00f6chte Steidl auch auf Landesebene zus\u00e4tzliche Unterst\u00fctzung f\u00fcr Mitglieder in Blaulichtorganisationen.<\/p>\n<blockquote><p>Wer sich bei der Rettung oder bei der Freiwilligen Feuerwehr engagiert, opfert daf\u00fcr nicht nur seine Freizeit, sondern auch Urlaubstage. Wer zum Beispiel die Ausbildung zum Kommandanten oder zur Kommandantin bei der Freiwilligen Feuerwehr macht, kommt \u00fcber die Jahre auf zirka 40 Urlaubstage.<br \/>\n(Walter Steidl, Landesparteivorsitzender der Salzburger SP\u00d6)<\/p><\/blockquote>\n<p>Steidl fordert ein Landesgesetz, mit dem sich das Bundesland selbst verpflichtet, die Aus- und Weiterbildungskosten von Ehrenamtlichen zu refundieren: &#8220;Damit unsere ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer zumindest finanziell nicht draufzahlen. Ihr Einsatz ist ohnehin unbezahlbar.&#8221; Der Vorschlag sieht also vor, dass engagierten Freiwilligen kein Nachteil aus ihrer ehrenamtlichen Arbeit entsteht, zumal die Allgemeinheit auf diesen Einsatz angewiesen ist. Im Falle der j\u00fcngsten Unwetter hat Landeshauptmann Haslauer f\u00fcr die Betroffenen rasche Hilfe zugesagt. Wie er zum SP\u00d6 Vorschlag steht, auch den Freiwilligen in den Blaulichtorganisationen Unterst\u00fctzung zukommen zu lassen, bleibt abzuwarten.<\/p>\n<hr \/>\n<p><em>Titelfoto: FFW Gro\u00dfarl\/Salzburger Landeskorrespondenz<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Unwetter vom vergangenen Wochenende richteten im Innergebirg heftige Sch\u00e4den an. Aufgrund eines Murenabgangs war das Gro\u00dfarltal zeitweise \u00fcberhaupt von der Umwelt abgeschnitten. Alleine am Samstag (5. 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