{"id":4447,"date":"2017-10-17T15:39:21","date_gmt":"2017-10-17T13:39:21","guid":{"rendered":"http:\/\/hallo-salzburg.at\/?p=4447"},"modified":"2017-10-17T15:40:45","modified_gmt":"2017-10-17T13:40:45","slug":"nrw2017-waehler_innenstroeme-im-bundesland-salzburg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hallo-salzburg.at\/index.php\/2017\/10\/17\/nrw2017-waehler_innenstroeme-im-bundesland-salzburg\/","title":{"rendered":"NRW2017: W\u00e4hler_innenstr\u00f6me im Bundesland Salzburg"},"content":{"rendered":"<div id=\"fb-root\"><\/div>\n<p>Eine W\u00e4hler_innenstromanalyse der Salzburger Landesstatistik zeigt interessante Bewegungen. Die \u00d6VP hat es im Vergleich zur Nationalratswahl 2013 geschafft, mit Ausnahme der SP\u00d6 von allen anderen Parteien Stimmen zu sammeln. Die Volkspartei galt W\u00e4hler_innen aus dem gesellschaftsliberalen Spektrum (7.000 Stimmen von den Gr\u00fcnen), als auch ehemaligen rechtspopulistischen und Protestw\u00e4hler_innen (5.000 Stimmen von der \u00d6VP, 7.000 Stimmen vom Team Stronach) als w\u00e4hlbare Alternative. Inwiefern dies damit zusammenh\u00e4ngt, dass sich die Liste Kurz bei dieser Wahl als \u00fcberdurchschnittlich unpolitisch vermartete, dar\u00fcber kann nur spekuliert werden. Der Umstand, dass die \u00d6VP von allen Seiten Stimmen lukrieren konnte, \u00fcberrascht angesichts einer aktuellen IMAS-Studie allerdings nur wenig &#8211; <a href=\"http:\/\/hallo-salzburg.at\/index.php\/2017\/10\/12\/wo-stehen-die-oesterreichischen-parteien-ideologisch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">mehr dazu hier<\/a>. Ebenso f\u00e4llt auf, dass ehemalige BZ\u00d6-W\u00e4hler_innen mehrheitlich (6.000 Stimmen) nicht zur FP\u00d6 zur\u00fcckgekehrt sind, sondern diesmal die \u00d6VP gew\u00e4hlt haben.<\/p>\n<p>\u00d6VP und SP\u00d6 sind die einzigen Parteien, die kaum W\u00e4hler_innen an andere Parteien verloren haben (nur jeweils 2.000 an die FP\u00d6). W\u00e4hrend es der \u00d6VP allerdings gelang, ihr Stammklientel zu mobilisieren, bleib bei dieser Wahl fast ein Viertel aller Menschen, die 2013 die SP\u00d6 gew\u00e4hlt hatten, zu Hause. Ein Ergebnis, das vor allem auch darum spannend ist, weil es dem Bundestrend widerspricht. Bundesweit betrachtet hat die SP\u00d6 verglichen zur letzten Nationalratswahl nur 4 Prozent an die Nichtw\u00e4hler_innen verloren. Immerhin konnte die SP\u00d6 in Salzburg aber auch 10.000 ehemalige Nichtw\u00e4hler_innen f\u00fcr sich gewinnen. Insgesamt konnte die SP\u00d6 das Ergebnis von 2013 mit einem Minus von 0,8 Prozent (aber einem Zuwachs an absoluten Stimmen) de facto halten, was auch daran liegt, dass\u00a0 diesmal viele ehemalige Gr\u00fcn-W\u00e4hler_innen die SP\u00d6 w\u00e4hlten. Tats\u00e4chlich haben sich diesmal von den Gr\u00fcn-W\u00e4hler_innen des Jahres 2013 mehr f\u00fcr die SP\u00d6 entschieden als f\u00fcr die Gr\u00fcnen selbst.<\/p>\n<div id=\"public-wrapper\">\n<div id=\"content-wrapper\" class=\"container-fluid app-background\">\n<section class=\"app-content\">\n<div class=\"row\">\n<div class=\"col-md-8\">\n<blockquote><p><span style=\"color: #000000;\">Die Gr\u00fcnen hatten wahrscheinlich das Problem, dass sie f\u00fcr viele W\u00e4hlerinnen und W\u00e4hler zweite Wahl waren. So gingen viele W\u00e4hler im letzten Moment zur SP\u00d6, um ihre Stimme nicht wegzuwerfen. Aber es gibt in Salzburg auch viele b\u00fcrgerliche Gr\u00fcne, die dann doch zur \u00d6VP bzw. Kurz gingen. Mit der Liste Pilz gab es noch ein weiteres Angebot f\u00fcr Gr\u00fcn-W\u00e4hler.<\/span><br \/>\n(Reinhard Heinisch, Universit\u00e4tsprofessor f\u00fcr \u00d6sterreichische Politik in vergleichender europ\u00e4ischer Perspektive an der Universit\u00e4t Salzburg)<\/p><\/blockquote>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/section>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Nach derzeitigem Stand (16.10.2017, 23:19 Uhr) h\u00e4tten die Gr\u00fcnen zumindest in Salzburg mit einer Punktlandung (4,0 Prozent) die Vier-Prozent-H\u00fcrde mit erreicht. Mit einem Minus von knapp 11 Prozent sind sie aber auch in Salzburg der gro\u00dfe Wahlverlierer dieser Nationalratswahl. Das spiegelt sich in der W\u00e4hler_innenstromanalyse wider: Nur noch ein Viertel der Salzburger_innen, die 2013 gr\u00fcn gew\u00e4hlt hatten, gaben auch diesmal den Gr\u00fcnen ihre Stimme. 6.000 der 31.000 verlorenen Stimmen gingen dabei an die Liste Pilz. Insgesamt zeigt die Wahlentscheidung der ehemaligen Gr\u00fcn_w\u00e4hlerinnen wie eingangs erw\u00e4hnt eine Bewegung in (fast) alle politischen Richtungen. Mit Ausnahme der FP\u00d6 profitierten alle anderen Parteien. Zirka 13.000 der ehemaligen Gr\u00fcn-Stimmen entfielen auf b\u00fcrgerliche Parteien (NEOS, \u00d6VP), w\u00e4hrend 16.000 Stimmen im linken Spektrum verblieben. Dies best\u00e4titgt, dass in Salzburg der Anteil b\u00fcrgerlicher Gr\u00fcn-W\u00e4hler_innen traditionell h\u00f6her ist (war) als in vielen anderen Bundesl\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Die FP\u00d6 ist jene Partei, die am meisten vom Nichtantreten des Team Stronachs profitiert hat. Nachdem die \u00d6VP allerdings den Gro\u00dfteil ehemaliger BZ\u00d6-Stimmen einsammeln konnte, kamen nur wenige BZ\u00d6-W\u00e4hler_innen zur\u00fcck zur alten Mutterpartei FP\u00d6. Insgesamt verlor die FP\u00d6 nur relativ wenige W\u00e4hler_innen von 2013 an andere Parteien. Die FPS rund um den ehemaligen ausgeschlossenen Chef der FP\u00d6 Salzburg Karl Schnell spielte trotz Antreten keine Rolle und wurde somit beid er W\u00e4hler_innenstromanalyse nicht einmal beachtet. Immerhin konnte die \u00d6VP mit ihrem inhaltlichen Ann\u00e4herungskurs an die FP\u00d6 5.000 ehemalige freiheitliche W\u00e4hler_innen abkn\u00f6pfen. Bei den ehemaligen Nicht_w\u00e4hlerinnen konnten beide Parteien mit jeweils zirka 15.000 neuen Stimmen gleich erfolgreich &#8220;fischen&#8221;.<\/p>\n<p>Obwohl die NEOS bei der Wahl 2017 etwas mehr als ein Prozent zulegten, verlor die Partei, welche 2013 zum ersten Mal angetreten war, mehr als die H\u00e4lfte ihrer urspr\u00fcnglichen W\u00e4hler_innen (6.000). Den NEOS gelang es nur darum, die Stimmen zu maximieren, weil sie es schafften, ebenso viele ehemalige Gr\u00fcn-W\u00e4hlerinnen, sowie 4.000 Menschen, die 2013 nicht gew\u00e4hlt hatten, von sich zu \u00fcberzeugen.<\/p>\n<p>Die neu angetretene Liste Pilz schaffte in Salzburg 3,5 Prozent der Stimmen, indem sie ehemalige Gr\u00fcn- und Nichtw\u00e4hler_innen mobisieren konnte. W\u00e4hler_innenstr\u00f6me aus anderen Parteien sind laut Salzburger Landestatistik nicht erkennbar.<\/p>\n<hr \/>\n<p><em>Titelbild: Land Salzburg\/Landesstatistik &#8211; W\u00e4hlerstromanalyse f\u00fcr Salzburg bei der Nationalratswahl 2017<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine W\u00e4hler_innenstromanalyse der Salzburger Landesstatistik zeigt interessante Bewegungen. Die \u00d6VP hat es im Vergleich zur Nationalratswahl 2013 geschafft, mit Ausnahme der SP\u00d6 von allen anderen Parteien Stimmen zu sammeln. 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