{"id":5278,"date":"2019-02-22T14:50:47","date_gmt":"2019-02-22T13:50:47","guid":{"rendered":"http:\/\/hallo-salzburg.at\/?p=5278"},"modified":"2019-02-22T14:55:16","modified_gmt":"2019-02-22T13:55:16","slug":"die-gemeindepolitik-braucht-weniger-nudelaugen-und-dafuer-mehr-frauen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hallo-salzburg.at\/index.php\/2019\/02\/22\/die-gemeindepolitik-braucht-weniger-nudelaugen-und-dafuer-mehr-frauen\/","title":{"rendered":"Die Gemeindepolitik braucht weniger &#8216;Nudelaugen&#8217; und daf\u00fcr mehr Frauen"},"content":{"rendered":"<div id=\"fb-root\"><\/div>\n<p><strong>Meistens haben Podiumsdiskussionen, in denen ausschlie\u00dflich Personen einer einzigen Partei miteinander diskutieren, etwas Langweiliges an sich. Im Falle der Veranstaltung der SP\u00d6-Frauen zum Thema &#8216;Frauen in der Gemeindepolitik&#8217; war das vollkommen anders. Au\u00dferdem stand am Ende der Diskussion eine wichtige Erkenntnis: Ein ausgeglichenes Geschlechterverh\u00e4ltnis ist nicht \u201anur\u2018 eine Frage der Gerechtigkeit, sie sorgt auch f\u00fcr eine bessere Politik.<\/strong><\/p>\n<p>&#8220;Wenn ich Frauen frage, ob sie auf meiner Liste antreten wollen, erhalte ich oft die Antwort, dass ich besser ihren Mann fragen soll. Den will ich aber in vielen F\u00e4llen gar nicht, weil der manchmal ein Nudlaug ist. Ich sage das zwar dann nicht, aber ich denke es mir.&#8221; So schilderte die SP\u00d6-B\u00fcrgermeisterin von Lend-Embach Michaela H\u00f6felsauer bei einer Veranstaltung der SP\u00d6 Frauen am Mittwoch,dem 20. Februar 2019 in der Academy Bar ihre Erfahrung damit, wenn es darum geht, andere Frauen zum politischen Engagement zu motivieren. Gemeinsam mit der SP\u00d6 Bundesfrauenvorsitzenden Gabi Heinisch-Hosek, der SP\u00d6-Klubvorsitzenden in der Stadt Salzburg Andrea Brandner und der ehemaligen Landtagsabgeordneten Niki Solarz, die in den Salzburger Gemeinderat wechselt, diskutierte sie \u00fcber die Rolle von Frauen in der Kommunalpolitik.<\/p>\n<h5>Salzburgs Frauen bleiben auch nach den Gemeindewahlen am 10. M\u00e4rz unterrepr\u00e4sentiert<\/h5>\n<p>114 B\u00fcrgermeistern stehen f\u00fcnf B\u00fcrgermeisterinnen gegen\u00fcber. Der Anteil an Ortschefinnen ist mit 4,2 Prozent im Bundesland Salzburg sogar noch besch\u00e4mender als in den anderen Bundesl\u00e4ndern. \u00d6sterreichweit sind 7,6 Prozent der B\u00fcrgermeister_innen Frauen. Immerhin sind bei den kommenden B\u00fcrgermeisterdirektwahlen knapp 15 Prozent der SP\u00d6-Kandidat_innen weiblich. Zirka ein Drittel aller SP\u00d6-Listenpl\u00e4tze wird von Frauen besetzt.Damit liegt die SP\u00d6 etwas \u00fcber dem allgemeinen Durchschnitt. Denn in den 119 Gemeinden sind, wenn man alle Parteilisten zusammenz\u00e4hlt, 8.004 Personen auf einer Liste vertreten. 2.314 davon sind Frauen, das sind 28,9 Prozent. Dass es sehr wohl m\u00f6glich ist, Frauen f\u00fcr die Gemeindepolitik zu motivieren, zeigen mit der SP\u00d6 in der Stadt Salzburg, Neumarkt oder Gr\u00f6dig ausgerechnet Beispiele, in denen M\u00e4nner als B\u00fcrgermeister kandidieren. In Neumarkt und Gr\u00f6dig etwa wurde das Rei\u00dfverschlusssystem, die abwechselnde Reihung zwischen Frauen und M\u00e4nnern auf der Liste, strikt eingehalten, bei der SP\u00d6 in der Landeshauptstadt unter den ersten Listenpl\u00e4tzen mit der Vizeb\u00fcrgermeisterin Anja Hagenauer auf Platz 2 und Andrea Brandner auf Platz 3 zugunsten von Frauen durchbrochen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<blockquote><p><span style=\"color: #000000;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-thumbnail wp-image-5281 alignleft\" src=\"https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/44602842612_81cc963254_k-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/>Gemischte Teams funktionieren einfach besser.&#8221;<\/span><br \/>\n(Andrea Brandner, SP\u00d6-Klubvorsitzender in der Stadt Salzburg)<\/p><\/blockquote>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&#8220;Bei uns in der Stadt-SP\u00d6 ist ein ausgeglichenes Verh\u00e4ltnis zwischen Frauen und M\u00e4nnern l\u00e4ngst eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit&#8221;, \u00e4u\u00dferte sich Brandner und erkl\u00e4rte, warum sie Quoten dennoch f\u00fcr wichtig h\u00e4lt: &#8220;F\u00fcr Frauen ist es in unserer Gesellschaft immer noch eine st\u00e4rkere \u00dcberwindung, aus dem Schatten hervorzutreten und \u00f6ffentlich f\u00fcr eine Sache einzutreten.\u201c\u00a0 Ein Punkt, bei dem auch Niki Solarz ihrer k\u00fcnftigen Klubvorsitzenden Recht gab: &#8220;W\u00e4hrend M\u00e4nner so sozialisiert sind, dass sie sich alles zutrauen, zweifeln Frauen meist am Anfang. Irgendwann habe ich f\u00fcr mich entschieden, Herausforderungen anzunehmen.&#8221; Im Zusammenhang mit Quoten nannte Brandner au\u00dferdem ein weiteres Argument, das klar f\u00fcr ein ausgeglichenes Geschlechterverh\u00e4ltnis spricht: &#8220;Aus meiner pers\u00f6nlichen Erfahrung wei\u00df ich einfach, dass gemischte Teams besser funktionieren.&#8221;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-5280 size-large\" src=\"https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/IMG_2212-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/IMG_2212-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/IMG_2212-300x225.jpg 300w, https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/IMG_2212-768x576.jpg 768w, https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/IMG_2212-1170x878.jpg 1170w, https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/IMG_2212-440x330.jpg 440w, https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/IMG_2212-585x439.jpg 585w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/p>\n<h5>Nicht so anders und doch ganz anders&#8230;<\/h5>\n<p>&#8220;Frauen und M\u00e4nner sind gar nicht so anders und verhalten sich doch oft ganz anders&#8221;, umriss die wortgewandte Michaela H\u00f6felsauer ihre Einsch\u00e4tzung. Sie selbst f\u00fchlt sich als Frau in ihrer Rolle als B\u00fcrgermeisterin zwar nicht benachteiligt, ist aber doch davon \u00fcberzeugt, dass sie es als Mann oft einfacher gehabt h\u00e4tte.<\/p>\n<blockquote><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-thumbnail wp-image-5282 alignleft\" src=\"https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/RNE7756-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Als ich frisch in der Gemeindevertretung war, habe ich mir oft gedacht: Es ist so fad. Ein Mann wiederholt das, was drei andere schon gesagt haben, weil sich jeder selbst gerne beim Reden zuh\u00f6rt.\u201c<br \/>\n<\/span>(Michaela H\u00f6felsauer, B\u00fcrgermeisterin von Lend-Embach)<\/p><\/blockquote>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Unabh\u00e4ngig davon war es ihr aber wichtig, zu betonen, dass\u00a0 sie mit M\u00e4nnern und Frauen gleich gut zusammenarbeitet. &#8220;Das Geschlecht war eigentlich noch nie der Grund daf\u00fcr, ob etwas zu einer guten L\u00f6sung kommt oder nicht&#8221;, so die die B\u00fcrgermeisterin von Lend-Embach.<\/p>\n<h5>Politikerinnen als Vorbild f\u00fcr andere Frauen<\/h5>\n<p>Alle Teilnehmerinnen am Podium waren sich einig, dass sie als Politikerinnen eine Vorbildfunktion einnehmen. &#8220;Frauen sind nicht frech, wenn sie sich zu Wort melden. Sie nehmen sich nur ihren Platz&#8221;, so Brandner. Und auch, wenn Frauen rechtlich formal nicht mehr diskriminiert werden, sind sie h\u00e4ufig besonders negativ von Gesetzen und politischen Entscheidungen betroffen, betonte Solarz und nannte daf\u00fcr einige Beispiele.<\/p>\n<blockquote><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-thumbnail wp-image-5284 alignleft\" src=\"https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/15764460090_67472fc66a_o-1-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Der 12-Stundentag trifft Frauen noch h\u00e4rter, Alleinerziehende besonders.&#8221;<\/span><br \/>\n(Niki Solarz, bald\u00a0 SP\u00d6-Gemeinder\u00e4tin in der Stadt Salzburg)<\/p><\/blockquote>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Und gerade weil auf Gemeindeebene von der Kinderbetreuung bis hin zum Pflegebereich viele Entscheidungen getroffen werden, die Frauen besonders betreffen, betonte H\u00f6felsauer, wie wichtig es ist, dass sich Frauen in der Gemeindepolitik engagieren. Im Fall Gabi Heinisch-Hosek hat diese Entscheidung sogar in den Nationalrat gef\u00fchrt. Begonnen hatte ihre erfolgreiche politische Karriere in der Gemeindepolitik im nieder\u00f6sterreichischen Guntramsdorf. &#8220;Leider nehmen auch politisch aktive Frauen meistens nur Themen in Angriff, die traditionell mit ihnen in Verbindung gebracht werden. Gerade in Planungs- und Bauaussch\u00fcssen fehlen noch in vielen\u00a0 Gemeinden weibliche Mitglieder. Nur wer auch aus der Perspektive von Frauen plant und baut, investiert geschlechtergerecht und zukunftstr\u00e4chtig&#8221;, erg\u00e4nzte schlie\u00dflich noch die SP\u00d6-Landesfrauenvorsitzende LAbg. Karin Dollinger als Gastgeberin der Podiumsdiskussion und teilte somit eine weitere Erkenntnis an diesem Abend mit den vielen Besucher_innen: Jedes Thema ist ein Frauenthema.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p><em>Fotos der Veranstaltung: SP\u00d6-Frauen<br \/>\n<\/em><em>Portraits: <a href=\"http:\/\/arne-mueseler.com\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Arne M\u00fcseler<\/a><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Meistens haben Podiumsdiskussionen, in denen ausschlie\u00dflich Personen einer einzigen Partei miteinander diskutieren, etwas Langweiliges an sich. 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