{"id":5898,"date":"2020-06-15T12:54:14","date_gmt":"2020-06-15T10:54:14","guid":{"rendered":"http:\/\/hallo-salzburg.at\/?p=5898"},"modified":"2020-06-15T12:59:47","modified_gmt":"2020-06-15T10:59:47","slug":"zeitintensive-unbezahlte-pflege-praktika-machen-nebenjobs-so-gut-wie-unmoeglich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hallo-salzburg.at\/index.php\/2020\/06\/15\/zeitintensive-unbezahlte-pflege-praktika-machen-nebenjobs-so-gut-wie-unmoeglich\/","title":{"rendered":"Zeitintensive unbezahlte Pflege-Praktika machen Nebenjobs so gut wie unm\u00f6glich"},"content":{"rendered":"<div id=\"fb-root\"><\/div>\n\n<p>Das FH-Studium der Gesundheits- und Krankenpflege ist mehr als ein Fulltime-Job: Einer, bei dem man entweder gerade den Unterricht besucht oder als unbezahlte Praktikant_in bis zu 40 Stunden pro Woche im Krankenhaus oder im Altenheim arbeitet (siehe dazu auch Studie der AK am Ende des Artikels). In den wenigen Stunden, die wegen des Praktikums immer an unterschiedlichen Tagen frei sind, wird vor allem gelernt. Ebenso in den wenigen Wochen zu Weihnachten bzw. am Semesterende. \u00a0<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/ChristinaMayrhofer03_FotoFerschmann-753x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5900\" width=\"318\" height=\"432\" srcset=\"https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/ChristinaMayrhofer03_FotoFerschmann-753x1024.jpg 753w, https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/ChristinaMayrhofer03_FotoFerschmann-221x300.jpg 221w, https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/ChristinaMayrhofer03_FotoFerschmann-768x1045.jpg 768w, https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/ChristinaMayrhofer03_FotoFerschmann-1129x1536.jpg 1129w, https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/ChristinaMayrhofer03_FotoFerschmann-1506x2048.jpg 1506w, https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/ChristinaMayrhofer03_FotoFerschmann-1170x1591.jpg 1170w, https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/ChristinaMayrhofer03_FotoFerschmann-440x598.jpg 440w, https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/ChristinaMayrhofer03_FotoFerschmann-585x796.jpg 585w, https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/ChristinaMayrhofer03_FotoFerschmann.jpg 1672w\" sizes=\"auto, (max-width: 318px) 100vw, 318px\" \/><figcaption>Christina Mayrhofer, Vorsitzende der Studierendenvertretung f\u00fcr die Studienrichtung Gesundheits- und Krankenpflege an der FH Salzburg. Foto: Michaela Ferschmann<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>\u201eAufgrund der oft flexiblen Zeiten w\u00e4hrend der gesamten Ausbildung ist es schwer m\u00f6glich, einen passenden Nebenjob zu finden und auszu\u00fcben\u201c, erz\u00e4hlt Christina Mayrhofer, die vorsitzende Studierendenvertreterin dieser FH-Fachrichtung. \u201eEinige mussten schon aus Geldgr\u00fcnden das Studium aufgeben\u201c, berichtet sie weiter. Denn f\u00fcr die Praktika erhalten die auszubildenden Fachkr\u00e4fte keinen einzigen Cent. \u201eDazu kommt, dass wir den Parkplatz und das Mittagessen bei den meisten Praktikastellen privat bezahlen m\u00fcssen\u201c, schildert die 21-j\u00e4hrige Eugendorferin, die bereits kurz vor dem f\u00fcnften Semester steht. Das bedeutet, neben den Studien- und \u00d6H-Geb\u00fchren haben die Studierenden auch noch Extraausgaben. Vereinzelt, vor allem bei den Altenheimen gibt es aber die M\u00f6glichkeit zu parken und eine Verk\u00f6stigung f\u00fcr die Praktikant_innen.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr viele junge Studierende ist daher diese Ausbildung nur m\u00f6glich, wenn sie voll von den Eltern unterst\u00fctzt werden. \u201eDie finanziellen Mittel und Unterst\u00fctzungen sind f\u00fcr sie sehr eingeschr\u00e4nkt, bzw. die Zugangsm\u00f6glichkeiten und Informationen dazu so gut wie gar nicht vorhanden. Falls die (finanzielle) Unterst\u00fctzung der Eltern nicht da sein sollte\/kann, ist die Finanzierung w\u00e4hrend der Studienzeit eben enorm schwierig. Dies kann zu einer Verhinderung des Studiums f\u00fchren\u201c, bedauert Mayrhofer.<\/p>\n\n\n\n<p>Parallel zur FH l\u00e4uft noch die bisherige Diplomausbildung, die per 31. Dezember\u00a0 2023 ausl\u00e4uft \u2013 dort bekommen die Pflegesch\u00fcler_innen jedoch ein Taschengeld, wodurch sie ihren Lebensunterhalt und die Extraausgaben zumindest teilweise bestreiten k\u00f6nnen. \u201eIn Bayern bekommen die Pflegesch\u00fcler zu Beginn f\u00fcr das Praktikum sogar 1.100 Euro und im dritten Jahr 1.300 Euro\u201c pro Monat, wei\u00df Mayrhofer zu berichten.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEs w\u00fcrde uns nicht verwundern, wenn zuk\u00fcnftige Auszubildende nach Bayern gehen, um Gesundheits- und Krankenpfleger_in zu werden. In \u00d6sterreich haben wir das Gef\u00fchl einfach nicht wertgesch\u00e4tzt zu werden f\u00fcr unsere Arbeit. Gut 60 Prozent der Praktikanten und Prakitkantinnen arbeiten nach kurzer Anlernzeit in den unterschiedlichen Bereichen als voll einsetzbare Pflegekr\u00e4fte. F\u00fcr wichtige Ausbildungsziele ist dabei von Seiten der Fachkolleg_innen in den Abteilungen oft wenig bis gar keine Zeit\u201c, schildert die engagierte Studierendenvertreterin. Sie r\u00e4umt aber auch ein, dass es durchaus Praktikastellen gibt, wo man nur zus\u00e4tzlich eingeteilt ist und sich sehr intensiv um die Auszubildenden gek\u00fcmmert wird.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/ChristinaMayrhofer02_FotoFerschmann.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5910\" width=\"196\" height=\"195\" srcset=\"https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/ChristinaMayrhofer02_FotoFerschmann.jpg 716w, https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/ChristinaMayrhofer02_FotoFerschmann-300x300.jpg 300w, https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/ChristinaMayrhofer02_FotoFerschmann-150x150.jpg 150w, https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/ChristinaMayrhofer02_FotoFerschmann-440x441.jpg 440w, https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/ChristinaMayrhofer02_FotoFerschmann-585x586.jpg 585w\" sizes=\"auto, (max-width: 196px) 100vw, 196px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Aufgrund dieser Lage gibt es bei uns auch einige \u00e4ltere Quereinsteiger, die erst nach ein paar Jahren mit einem Selbsterhalterstipendium zu studieren beginnen konnten. Ein paar haben sogar einen Kredit aufgenommen, um ihren Traumberuf erlernen zu k\u00f6nnen.\u201c<\/p><cite>Christina Mayrhofer, Studierendenvertreterin an der FH Salzburg<br><br><br><\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Die Corona-Krise hat die Notwendigkeit eines funktionierenden Gesundheitssystems drastisch vor Augen gef\u00fchrt. Um die hohe heimische Qualit\u00e4t zu halten, braucht es ausreichend gut ausgebildetes, motiviertes Personal. Allerdings scheitert die Politik seit Jahren an L\u00f6sungen zur Bek\u00e4mpfung des drohenden Pflegemangels. Dass daf\u00fcr auch die bessere finanzielle Absicherung der Leute in Ausbildung wichtig w\u00e4re, legt die AK-Studie nahe. Ein Taschengeld oder eine Aufwandsentsch\u00e4digung bei den Praktika, w\u00e4re nicht nur gerecht, sie w\u00fcrde den Studierenden auch finanziell extrem weiterhelfen. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/intensivbett_pixabay-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5901\" width=\"590\" height=\"391\" srcset=\"https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/intensivbett_pixabay-300x200.jpg 300w, https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/intensivbett_pixabay-440x293.jpg 440w\" sizes=\"auto, (max-width: 590px) 100vw, 590px\" \/><figcaption>Foto: Pixabay<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>In Salzburg gibt es j\u00e4hrlich 80 Pl\u00e4tze zu vergeben, in Schwarzach 40. Trotz des Mangels an Pflegekr\u00e4ften sind im aktuellen Jahrgang Studienpl\u00e4tze frei geblieben. Gesundheitsreferent Christian St\u00f6ckl von der \u00d6VP hat in den Salzburger Nachrichten im September 2019 gesagt, dass es in Salzburg bis 2024 an 900 Pflegekr\u00e4ften fehlen wird. Trotzdem hat der Salzburger Landtag mit der Stimmenmerheit aus \u00d6VP, NEOS und Gr\u00fcnen im Mai 2020 den SP\u00d6-Antrag auf Aushandlung einer verbesserten Pflegeausbildung mit bezahlten Praktika abgeschmettert.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWir bekommen viel Unterst\u00fctzung von Arbeiterkammerpr\u00e4sident Peter Eder, vom neuen SP\u00d6-Landesparteichef David Egger und der SP\u00d6-Landtagsabgeordneten Barbara Th\u00f6ny\u201c, erz\u00e4hlt Christina Mayrhofer. Wir Studierendenvertreter sind jedoch unparteiisch. Wir wollen das auch bleiben, um f\u00fcr uns alle neutral weiter zu k\u00e4mpfen\u201c, erkl\u00e4rt sie weiter. \u201eAber wir geben nicht auf und werden uns weiterhin f\u00fcr eine bessere Wertsch\u00e4tzung unseres Studiums und letztendlich Berufes einsetzen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\">\n<p><em><strong>Die Umfrage der AK Salzburg vom Mai 2020 unter den Salzburger FH-Studierenden der Gesundheits- und Krankenpflege zeichnet ein deutliches Bild<u>:<\/u><\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Insgesamt sind 59,4 Prozent der Befragten nach zwei Wochen bereits voll im Arbeitsprozess eingebunden und arbeiten gro\u00dfteils wie angestelltes Personal mit.<br>Zu 84,4 Prozent werden Praktikantinnen und Praktikanten dort eingesetzt, wo gerade Mangel herrscht und nicht dort, wo sie am meisten lernen k\u00f6nnen. <\/em><br><em>Mit 61,6 Prozent \u00fcberwiegen T\u00e4tigkeiten, die nicht dem Ausbildungszweck dienen.<\/em> <br><em>Die Studierenden sind zu 93,5 Prozent an die betriebliche Arbeitszeit gebunden. Sie m\u00fcssen Weisungen von Vorgesetzten befolgen und ihre T\u00e4tigkeit richtet sich nach dem Arbeitsanfall.<\/em><br><em>\u00dcber 81 Prozent werden auch am Wochenende eingesetzt, 62 Prozent an Feiertagen, 37 Prozent machen Nachtschichten. Mehr als 30 Prozent machen \u00dcberstunden<\/em>.<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p><em>Titelbild:&nbsp;<\/em><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/service\/license\/\" target=\"_blank\"><em>Pixabay<\/em><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das FH-Studium der Gesundheits- und Krankenpflege ist mehr als ein Fulltime-Job: Einer, bei dem man entweder gerade den Unterricht besucht oder als unbezahlte Praktikant_in bis zu 40 Stunden pro Woche&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":17,"featured_media":5903,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_exactmetrics_skip_tracking":false,"_exactmetrics_sitenote_active":false,"_exactmetrics_sitenote_note":"","_exactmetrics_sitenote_category":0,"footnotes":"","_links_to":"","_links_to_target":""},"categories":[24,2],"tags":[1703,2083,1917,1729,1926,562,2082,2084],"coauthors":[1251],"class_list":["post-5898","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-gesellschaft","category-politik","tag-barbara-thoeny","tag-christina-mayrhofer","tag-david-egger","tag-fh-salzburg","tag-peter-eder","tag-pflege","tag-pflegeausbildung","tag-praktikum"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hallo-salzburg.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5898","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hallo-salzburg.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hallo-salzburg.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hallo-salzburg.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/17"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hallo-salzburg.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5898"}],"version-history":[{"count":11,"href":"https:\/\/hallo-salzburg.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5898\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5917,"href":"https:\/\/hallo-salzburg.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5898\/revisions\/5917"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hallo-salzburg.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5903"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hallo-salzburg.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5898"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hallo-salzburg.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5898"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hallo-salzburg.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5898"},{"taxonomy":"author","embeddable":true,"href":"https:\/\/hallo-salzburg.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/coauthors?post=5898"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}