{"id":6898,"date":"2021-09-03T09:38:00","date_gmt":"2021-09-03T07:38:00","guid":{"rendered":"http:\/\/hallo-salzburg.at\/?p=6898"},"modified":"2021-09-03T11:25:53","modified_gmt":"2021-09-03T09:25:53","slug":"ohne-geld-kein-studium-wie-oevp-und-gruene-den-oesterreichischen-hochschulzugang-einschraenken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hallo-salzburg.at\/index.php\/2021\/09\/03\/ohne-geld-kein-studium-wie-oevp-und-gruene-den-oesterreichischen-hochschulzugang-einschraenken\/","title":{"rendered":"Ohne Geld kein Studium? Wie \u00d6VP und Gr\u00fcne den \u00f6sterreichischen Hochschulzugang einschr\u00e4nken"},"content":{"rendered":"<div id=\"fb-root\"><\/div>\n\n<p><strong>\u00d6VP und Gr\u00fcne setzten im vergangenen Jahr das um, wogegen Studierende seit jeher Sturm laufen: Das Gesetz der t\u00fcrkis-gr\u00fcnen Regierung bedeutet eine deutliche Verschlechterung f\u00fcr Studentinnen und Studenten. Insbesondere Berufst\u00e4tigen wird das Studieren erschwert. Das belastet vor allem Studierende, deren Eltern keine Akademiker*innen sind und die arbeiten m\u00fcssen, um sich ein Studium leisten k\u00f6nnen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>W<\/strong>er arbeiten muss und nicht schnell genug studiert, fliegt aus dem Studium<\/h5>\n\n\n\n<p>Studierende machen Party, genie\u00dfen das Leben auf Kosten ihrer Eltern und haben sowieso nur Spa\u00df. Vorurteile wie diese halten sich hartn\u00e4ckig, die Realit\u00e4t jedoch sieht anders aus. In \u00d6sterreich arbeiten 65% der Studierenden neben dem Studium, durchschnittlich 13 Stunden pro Woche. Und obwohl dies der Fall ist, werden arbeitende Studierende, die wichtige gesellschaftliche Aufgaben \u00fcbernehmen und einen h\u00f6heren Gesamtaufwand haben als \u201eVollzeitstudierende\u201c, nicht entlastet, sondern bestraft.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile\" style=\"grid-template-columns:25% auto\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"857\" height=\"967\" src=\"https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Marc-2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6914\" srcset=\"https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Marc-2.jpg 857w, https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Marc-2-266x300.jpg 266w, https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Marc-2-768x867.jpg 768w, https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Marc-2-440x496.jpg 440w, https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Marc-2-585x660.jpg 585w\" sizes=\"auto, (max-width: 857px) 100vw, 857px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Seit 2018 m\u00fcssen auch erwerbst\u00e4tige Studierende Studiengeb\u00fchren zahlen, wenn sie mehr als ein Jahr l\u00e4nger studieren, als die Mindeststudienzeit es vorsieht. Personen, deren Eltern das Studium ihres Kindes nicht einfach so bezahlen k\u00f6nnen, haben somit einen klaren Nachteil.&#8221;<\/p><cite>Marc-Alexander Munshi, Vorsitzender des Verbands Sozialistischer Studierender (VSSt\u00d6) Salzburgs<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p><\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p>\u201eSeit 2018 m\u00fcssen auch erwerbst\u00e4tige Studierende Studiengeb\u00fchren zahlen, wenn sie mehr als ein Jahr l\u00e4nger studieren, als die Mindeststudienzeit es vorsieht. Personen, deren Eltern das Studium ihres Kindes nicht einfach so bezahlen k\u00f6nnen, haben somit einen klaren Nachteil. Erwerbst\u00e4tigen Studierenden muss eine Befreiung von den Studiengeb\u00fchren dringend wieder erm\u00f6glicht werden.\u201c erkl\u00e4rt <strong>Marc-Alexander Munshi<\/strong>, der Vorsitzende des Verbands Sozialistischer Studierender (VSSt\u00d6) Salzburgs.<\/p>\n\n\n\n<p>Die t\u00fcrkis-gr\u00fcne Bundesregierung, die umfangreiche Novellierungen des Universit\u00e4tsgesetzes durchgef\u00fchrt hat, hat nicht versucht, L\u00f6sungen f\u00fcr jene, die neben dem Studium Geld verdienen m\u00fcssen, zu finden. Stattdessen wurde die Situation durch die Einf\u00fchrung einer Mindeststudienleistung sogar noch versch\u00e4rft.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Berufst\u00e4tige Studierende werden bestraft<\/h5>\n\n\n\n<p>Tats\u00e4chlich zeigt sich, dass Personen, deren Eltern ein h\u00f6heres Bildungsniveau aufweisen an den \u00f6sterreichischen Hochschulen deutlich \u00fcberrepr\u00e4sentiert sind. Die Wahrscheinlichkeit, dass Personen, deren Eltern selbst bildungsnah sind, ein Studium aufnehmen, ist mehr als doppelt so hoch, als bei denen, deren Eltern bildungsferner sind. Personen, deren Eltern selbst bildungsnahe sind, k\u00f6nnen auch deutlich \u00f6fter auf die finanzielle Unterst\u00fctzung der Eltern z\u00e4hlen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die, deren Eltern sich das Studium des Kindes aber nicht so einfach leisten k\u00f6nnen, m\u00fcssen neben dem Studium arbeiten gehen. Wer sich nun fragt, ob man in \u00d6sterreich denn nicht staatlich unterst\u00fctzt werde, wenn man eine schlechtere, finanzielle Ausgangssituation hat und jung ist, hat nat\u00fcrlich nicht unrecht. Die H\u00f6chstbeihilfe betr\u00e4gt 841 Euro f\u00fcr Studierende, die nachweislich nicht pendeln k\u00f6nnen und \u00e4lter als 24 Jahre sind, Vollweisen sind oder sich bereits mindestens 4 Jahre lang \u201eselbst erhalten\u201c, also gearbeitet und Geld verdient, haben.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;F\u00fcr jene, die diese Voraussetzungen nicht erf\u00fcllen, f\u00e4llt die Studienbeihilfe geringer aus und betr\u00e4gt etwa 500 Euro monatlich, zu welcher die Familienbeihilfe in H\u00f6he von 165,10 Euro hinzukommen kann. Nach der \u00dcberschreitung der Regelstudienzeit plus einem Toleranzsemester kann keine Studienbeihilfe mehr bezogen werden.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Studierende mit Job brauchen l\u00e4nger f\u00fcrs Studium<\/h5>\n\n\n\n<p>Wer sich entscheidet, neben dem Studium einer Erwerbst\u00e4tigkeit nachzugehen, um das monatliche Gesamtbudget zu erh\u00f6hen, der*die weist einen durchschnittlichen Gesamtaufwand von 48 Stunden pro Woche auf. Im Vergleich dazu haben Studierende, die nicht erwerbst\u00e4tig sind, einen Aufwand von 34 Wochenstunden. Es liegt also nahe, dass arbeitende Studierende l\u00e4nger brauchen, um ihr Studium abzuschlie\u00dfen. Hinzu kommen die teils starren Curricula und Voraussetzungsketten im Studium, die die Vereinbarkeit von Studium und Erwerbst\u00e4tigkeit weiter einschr\u00e4nken. \u00dcber die H\u00e4lfte der erwerbst\u00e4tigen Studierenden in \u00d6sterreich gibt auch selbst an, dass dies f\u00fcr sie schwierig ist.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Studiengeb\u00fchren trotz Job: Die t\u00fcrkis-gr\u00fcne Mittelschicht-Steuer<\/h5>\n\n\n\n<p>Wer aber arbeitet, einen h\u00f6heren Gesamtaufwand hat und eine f\u00fcr die Gesellschaft wichtige Funktion in der Arbeitswelt erf\u00fcllt, aber \u201ezu lange\u201c braucht, um abzuschlie\u00dfen, der*die muss daf\u00fcr bezahlen. Seit 2021 f\u00e4llt nach der \u00dcberschreitung von h\u00f6chstens einem Studienjahr f\u00fcr \u00d6sterreicher*innen und EU-B\u00fcrger*innen eine Studiengeb\u00fchr in H\u00f6he von 363,36 pro Semester an, Studierende aus Drittstaaten bezahlen grunds\u00e4tzlich 727,72 Euro.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Pandemie wurde besonders deutlich, was passieren kann, wenn arbeitende Studierende ihre Jobs verlieren. Personen, die ein Einkommen bis zur Geringf\u00fcgigkeitsgrenze von 475,86 Euro monatlich erwirtschaften, haben keinen Anspruch auf staatliche Unterst\u00fctzung. Wenn diese Einkommen wegbrechen, kann die Bezahlung der Miete und s\u00e4mtlicher anderer Ausgaben \u2013 und somit auch eine Weiterf\u00fchrung des Studiums \u2013 unm\u00f6glich werden.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">T\u00fcrkis-gr\u00fcne Regierung gef\u00e4hrdet den freien Hochschulzugang<\/h5>\n\n\n\n<p>Jene, die auch neben dem Studium einen wertvollen Teil zur Gesellschaft beitragen und allgemein einen h\u00f6heren Gesamtaufwand haben, sollten nicht bestraft, sondern entlastet werden. Wenn es Chancengerechtigkeit in \u00d6sterreich geben soll, muss eine neue politische Richtung eingeschlagen werden, die die t\u00fcrkis-gr\u00fcnen R\u00fcckschritte der n\u00e4heren Vergangenheit wieder aufholt. Eine Richtung, die es allen, die wollen, erm\u00f6glicht ohne Existenz\u00e4ngste studieren zu k\u00f6nnen \u2013 und nicht nur denen, die es sich ohnehin leisten k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\"><div class=\"wp-block-group__inner-container\"><\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile\" style=\"grid-template-columns:21% auto\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"678\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/grafik-678x1024.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-6906\" srcset=\"https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/grafik-678x1024.png 678w, https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/grafik-199x300.png 199w, https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/grafik-768x1159.png 768w, https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/grafik-1018x1536.png 1018w, https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/grafik-440x664.png 440w, https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/grafik-585x883.png 585w, https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/grafik.png 1060w\" sizes=\"auto, (max-width: 678px) 100vw, 678px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Eine M\u00f6glichkeit f\u00fcr erwerbst\u00e4tige Studierende, sich von den Studiengeb\u00fchren befreien zu k\u00f6nnen ist dringend wieder n\u00f6tig, um Personen, deren Eltern keine Akademiker*innen sind, den Zugang zur Hochschule zu erleichtern.&#8221;<\/p><cite>Lara Simonitsch, erste stellvertretende Vorsitzende der \u00d6H Uni Salzburg (VSSt\u00d6)<\/cite><\/blockquote>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Die von der t\u00fcrkis-gr\u00fcnen Bundesregierung durchgef\u00fchrten Reformen zeigen die klare Tendenz auf, den Hochschulzugang wieder zunehmend unzug\u00e4nglicher zu machen. Oder besser gesagt: Jene, die es sich nicht leisten k\u00f6nnen, sollen nicht studieren. Und wenn sie es doch tun, dann bitte nur, um m\u00f6glichst schnell auf dem Arbeitsmarkt verwertbar zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Titelbild:<\/em><em><a href=\"https:\/\/www.pexels.com\/@karolina-grabowska\">@karolina-grabowska<\/a>\/<a href=\"https:\/\/www.pexels.com\/\">Pexels<\/a><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00d6VP und Gr\u00fcne setzten im vergangenen Jahr das um, wogegen Studierende seit jeher Sturm laufen: Das Gesetz der t\u00fcrkis-gr\u00fcnen Regierung bedeutet eine deutliche Verschlechterung f\u00fcr Studentinnen und Studenten. Insbesondere Berufst\u00e4tigen&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":58,"featured_media":6900,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_exactmetrics_skip_tracking":false,"_exactmetrics_sitenote_active":false,"_exactmetrics_sitenote_note":"","_exactmetrics_sitenote_category":0,"footnotes":"","_links_to":"","_links_to_target":""},"categories":[2],"tags":[288,1473,652,2265,2263,2262,1604,2264,936,937],"coauthors":[1997],"class_list":["post-6898","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-politik","tag-bildung","tag-bildungsgerechtigkeit","tag-bildungssystem","tag-hochschulzugang","tag-lara-simonitsch","tag-marc-munshi","tag-studiengebuehren","tag-universitaet","tag-vsstoe","tag-vsstoe-salzburg"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hallo-salzburg.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6898","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hallo-salzburg.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hallo-salzburg.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hallo-salzburg.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/58"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hallo-salzburg.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6898"}],"version-history":[{"count":14,"href":"https:\/\/hallo-salzburg.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6898\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7340,"href":"https:\/\/hallo-salzburg.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6898\/revisions\/7340"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hallo-salzburg.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/6900"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hallo-salzburg.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6898"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hallo-salzburg.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6898"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hallo-salzburg.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6898"},{"taxonomy":"author","embeddable":true,"href":"https:\/\/hallo-salzburg.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/coauthors?post=6898"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}