{"id":7110,"date":"2022-02-13T21:40:20","date_gmt":"2022-02-13T20:40:20","guid":{"rendered":"http:\/\/hallo-salzburg.at\/?p=7110"},"modified":"2022-02-20T12:53:32","modified_gmt":"2022-02-20T11:53:32","slug":"bauernland-in-spekulantenhand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hallo-salzburg.at\/index.php\/2022\/02\/13\/bauernland-in-spekulantenhand\/","title":{"rendered":"Bauernland in Spekulantenhand"},"content":{"rendered":"<div id=\"fb-root\"><\/div>\n\n<p><strong>Salzburgs Gr\u00fcnfl\u00e4chen fanden in den vergangenen Jahren verst\u00e4rkt ihren Weg in die H\u00e4nde von Nicht- oder Scheinbauern, um infolgedessen Platz f\u00fcr Chalets und sonstige Apartmentkomplexe zu schaffen. Freiger\u00e4umt wurde der Weg f\u00fcr diese Entwicklung unter anderem von Josef Schwaiger, der seit 19 Jahren, zun\u00e4chst als Ressortchef, dann als \u00d6VP-Landesrat nichts gegen die herrschenden Missst\u00e4nde in der Grundverkehrskommission (GVK) unternommen hat. Inwiefern konservative Seilschaften aus dem Umkreis der Volkspartei selbst davon profitiert haben, gilt es laut SP\u00d6 aufzukl\u00e4ren.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Das Problem in K\u00fcrze<\/h4>\n\n\n\n<p>\u00c4hnlich wie sich die Stadt Salzburg mit dem Problem konfrontiert sieht, dass Investor:innen Wohnungen kaufen und leer stehen lassen, beobachtet man am Land den Erwerb wichtiger Gr\u00fcnfl\u00e4chen als Investment mit hohen Renditen. Die Grundst\u00fccke werden infolgedessen ihrem urspr\u00fcnglich angedachten Zweck in der Landwirtschaft entzogen und zur Spielwiese f\u00fcr Investor:innen, die den Grund umwidmen, um teure Ferien- und Anlageapartments hinzubauen. Einen gro\u00dfen Unterschied zur Immobilienbranche gibt es jedoch: Es gibt ein Kontrollorgan, dessen Aufgabe es ist, die nicht-landwirtschaftliche Nutzung der Fl\u00e4chen zu unterbinden. Denn nicht jeder kann nach Belieben Gr\u00fcnfl\u00e4chen kaufen. Es sei denn, die kleine Grundverkehrskommission stimmt zu.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine genauere Erkl\u00e4rung des Grundproblems erfahrt ihr in diesem Hallo-Salzburg-Video von der Expertin in Sachen Grundverkehr und SP\u00d6-Landtagsabgeordneten Karin Dollinger:<\/p>\n\n\n\n<figure><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.facebook.com\/plugins\/video.php?height=476&amp;href=https%3A%2F%2Fwww.facebook.com%2Fhallo.salzburg%2Fvideos%2F279615017455991%2F&amp;show_text=false&amp;width=476&amp;t=0\" width=\"476\" height=\"476\" allowfullscreen=\"true\"><\/iframe><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Die kleine Grundverkehrskommission als Kontrolle<\/h4>\n\n\n\n<p>Die sogenannte kleine Grundverkehrskommission verwaltet den gr\u00fcnen Grundverkehr. Eine Kommission, bestehend aus einer rechtskundigen Person der Bezirkshauptmannschaft (in der Regel dem Bezirkshauptmann), dem oder der Vorsitzenden der GVK, zwei Vertreter:innen der Bezirksbauernkammer und einer oder einem Gemeindevertreter:in (meistens der Ortsbauernobmann) kontrolliert und entscheidet, ob Interessent:innen eines Grundbesitzes f\u00fcr dessen Erwerb infrage kommen. Daf\u00fcr gibt es nat\u00fcrlich gesetzliche Regelungen und Voraussetzungen. Dieses Kontrollorgan hat in den vergangenen Jahren offensichtlich den K\u00e4ufen vieler Grundst\u00fccke durch Nichtbauern und Nichtb\u00e4uerinnen wie \u00c4rztinnen und \u00c4rzten, Anw\u00e4lt:innen oder Automobilkonzernen zugestimmt. Auch stellt der Landesrechnungshof in einem Rohbericht fest, dass ihre Entscheidungen mangelhaft dokumentiert und mehrfach ohne gesetzliche Grundlage getroffen wurden. Fakt ist: Jene wertvollen landwirtschaftlichen Fl\u00e4chen fehlen jetzt, die wir f\u00fcr eine Versorgungssicherheit dringendst br\u00e4uchten. Das wirkt sich auch negativ auf die Lebensqualit\u00e4t von Einheimischen, Natur und Landschaft aus.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">SP\u00d6 will Skandal aufkl\u00e4ren<\/h4>\n\n\n\n<p>In einer Pressekonferenz machten am 10. Februar 2022 SP\u00d6-Landtagsklubvorsitzender Michael Wanner sowie die Natur- und Umweltschutzsprecherin LAbg. Karin Dollinger klar, dass all dies nicht ohne Konsequenzen bleiben d\u00fcrfe. Die Salzburger SP\u00d6 hat angek\u00fcndigt, den Skandal aufkl\u00e4ren zu wollen und sich alle Mittel offen zu halten, die ihr als Oppositionspartei im Landtag zur Verf\u00fcgung stehen. Dollinger und Wanner sehen die Verantwortung f\u00fcr den Skandal daf\u00fcr bei der \u00d6VP und insbesondere dem Landesrat Josef Schwaiger, der daf\u00fcr seit 19 Jahren zust\u00e4ndig ist und die Schuld jetzt auf das seiner Argumentation nach \u201eschlechte Gesetz\u201c abzuschieben versucht. In seiner langj\u00e4hrigen Zust\u00e4ndigkeit war eine Novellierung des Gesetzes f\u00fcr Schwaiger jedoch bis dato kein Thema. F\u00fcr die SP\u00d6 Salzburg stellt sich auch die generelle Frage, inwieweit \u00d6VP-G\u00fcnstlinge von der Praxis rechtswidriger Gesch\u00e4fte mit dem gr\u00fcnen Grundverkehr profitiert haben k\u00f6nnten. Den Vorschlag der \u00d6VP, man k\u00f6nne ja ein neues Grundverkehrsgesetz ausarbeiten, sieht die SP\u00d6 als Ablenkungsman\u00f6ver. Der Landesparteivorsitzende David Egger erl\u00e4utert diesbez\u00fcglich, die \u00d6VP lenke damit vom Grundproblem ab, dass die Vollziehung jenseits der rechtlichen Normen erfolgt sei. F\u00fcr ihn ist die R\u00fcckkehr zur rechtskonformen Vollziehung dabei nicht ohne politische Konsequenzen m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>Titelbild: Arne M\u00fcseler<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Salzburgs Gr\u00fcnfl\u00e4chen fanden in den vergangenen Jahren verst\u00e4rkt ihren Weg in die H\u00e4nde von Nicht- oder Scheinbauern, um infolgedessen Platz f\u00fcr Chalets und sonstige Apartmentkomplexe zu schaffen. 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