{"id":7639,"date":"2023-10-20T15:55:24","date_gmt":"2023-10-20T13:55:24","guid":{"rendered":"https:\/\/hallo-salzburg.at\/?p=7639"},"modified":"2023-10-25T17:40:59","modified_gmt":"2023-10-25T15:40:59","slug":"stau-trotz-s-link","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hallo-salzburg.at\/index.php\/2023\/10\/20\/stau-trotz-s-link\/","title":{"rendered":"Stau trotz S-Link"},"content":{"rendered":"<div id=\"fb-root\"><\/div>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Eine wissenschaftliche Evaluierung des Projekts best\u00e4tigt minimalen Entlastungseffekt. Der KFZ-Verkehr w\u00fcrde sich in der Stadt Salzburg trotz S-Link kaum reduzieren.<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Eine Analyse des Grazer Verkehrsexperten Dr. Georg Kriebernegg zeigt, dass das Verkehrsproblem in Salzburg mit dem S-Link nicht zu l\u00f6sen sein wird. Der S-Link wird nur eine begrenzte Entlastungswirkung auf den motorisierten Individualverkehr haben. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Die lange und kontroverse Debatte um den S-Link in Salzburg wird \u2013 zumindest vorerst \u2013 am 26. November 2023 einen H\u00f6hepunkt erleben. Die B\u00fcrgerbefragung in der Stadt Salzburg wird zeigen, ob die Mehrheit der Salzburger:innen f\u00fcr oder gegen das unterirdische Bahnprojekt ist. Die SP\u00d6 in Stadt und Land Salzburg hat sich als einzige politische Partei klar gegen das kostenintensive Verkehrsprojekt positioniert, hat aber auch angek\u00fcndigt, das Ergebnis der B\u00fcrgerbefragung zu akzeptieren. Um angesichts der emotionalen \u00f6ffentlichen Diskussion und der Vielzahl an offenen Fragen etwas Licht ins Dunkel zu bringen, hat die SP\u00d6 eine wissenschaftliche Evaluierung des Projekts in Auftrag gegeben diese liegt nun vor und wurde am 20. Oktober 2023 im Rahmen einer Pressekonferenz pr\u00e4sentiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Evaluierung des S-Link durch den Grazer Verkehrsplaner Dr. Georg Kriebernegg hat ergeben, dass der S-Link mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nur eine begrenzte Entlastungswirkung auf den motorisierten Individualverkehr (MIV) haben wird &#8220;Die Entlastungswirkung im KFZ-Verkehr wird lediglich rund vier bis f\u00fcnf Prozent im direkten Einzugsgebiet des S-Link betragen.&#8221; F\u00fcr die Behauptung der Planungsgesellschaft, wonach von einem R\u00fcckgang von bis zu 67.000 Pendler:innenfahrten pro Tag auszugehen sei, fehle jede empirische Grundlage. Eine einfache Vergleichsrechnung in der Evaluierung zeigt, dass der S-Link im Prognosejahr 2025 stattdessen nur eine Entlastung von rund 1.820 Pkw-Fahrten pro Werktag im Bereich der S\u00fcdeinfahrt von Salzburg, s\u00fcdlich der Hellbrunner Stra\u00dfe, erzielen k\u00f6nnte.\u00a0Diese geringe Reduktion w\u00fcrde an der Salzburger Staulage so gut wie nichts \u00e4ndern, weil derzeit allein die B150 Alpenstra\u00dfe n\u00f6rdlich von Anif mit rund 23.000 Kfz pro Tag im Werktagsverkehr belastet ist. Die Evaluierung beklagt au\u00dferdem, dass hinsichtlich der Auswirkungen des S-Links auf die anderen Verkehrsmittel (\u00d6ffis, Fahrrad, Fu\u00dfg\u00e4nger:innen) keine detaillierten Untersuchungen vorliegen. Eine Tatsache, die den Experten Kriebernegg angesichts der hohen Projektsumme von inzwischen bis zu 3 Milliarden Euro sichtlich \u00fcberrascht.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><strong><em>Die wissenschaftliche Evaluierung steht <a href=\"https:\/\/bit.ly\/3S6vaHO\">hier zum Download<\/a> zur Verf\u00fcgung.<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Bernhard Auinger: &#8220;Dort wo jetzt 100 Autos fahren, werden auch mit dem S-Link mindestens 95 Autos fahren.\u201c<\/h3>\n\n\n\n<p>Salzburgs Vizeb\u00fcrgermeister Bernhard Auinger f\u00fchlt sich angesichts dieser Erkenntnisse in seiner Bef\u00fcrchtung, dass der S-Link zu einem Milliardengrab werden k\u00f6nnte, best\u00e4tigt:&nbsp;\u201eIch bin der Letzte, der angesichts neuer Daten nicht seine Meinung \u00fcberdenken w\u00fcrde. Leider best\u00e4tigt die Expertise von Herrn Dr. Kriebernegg aber alle Bef\u00fcrchtungen. Dort wo jetzt 100 Autos fahren, werden auch mit dem S-Link mindestens 95 Autos fahren. Der S-Link h\u00e4tte einen derart geringen Effekt, dass er in keiner Relation zu den enormen Kosten steht. Mit dem S-Link geht der Stau nur in einem sehr begrenzten Umfang zur\u00fcck, die Kosten von rund drei Milliarden Euro sind daf\u00fcr exorbitant. Von einer Stauaufl\u00f6sung durch den S-Link sind wir Lichtjahre entfernt.\u201c Laut Auinger stimme beim S-Link schlicht und ergreifend die Kosten-Nutzen-Relation nicht. Mit einem Bruchteil der geplanten Kosten k\u00f6nne das \u00f6ffentliche Verkehrsnetz modernisiert und sowohl Stadtteile, die von den \u00d6ffis abgeschnitten sind, besser angebunden werden als auch Schnittstellen mit dem Umland hergestellt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>SP\u00d6-Landesverkehrssprecherin LAbg. Sabine Klausner&nbsp;stie\u00df in dasselbe Horn und kritisierte, dass es bis dato keine ehrliche Kostenrechnung gibt:&nbsp;\u201eUnsere ablehnende Haltung zum S-Link ist keine leichtfertige Entscheidung, sondern verantwortungsbewusst, wenn man bedenkt, wie viele offene Fragen es gibt und wie teuer das geplante Projekt sein wird. Klar ist nur, dass selbst die Kostensch\u00e4tzung mit rund drei Milliarden Euro optimistisch ist und Begleitkosten wie beispielsweise Gesch\u00e4ftsentg\u00e4nge f\u00fcr Anrainer:innen oder Betriebskosten ausgeklammert wurden.&#8221; Nun best\u00e4tige die Evaluierung von Herrn Dr. Kriebernegg, das der S-Link nicht nur enorm teuer sei, sondern mit Blick auf den motorisierten Individualverkehr kaum etwas bringe.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Tarik Mete: \u201eMir fehlt die Vision.&#8221;<\/strong><br>Der st\u00e4dtische SP\u00d6-Verkehrssprecher GR Tarik Mete sprach bei der Pressekonferenz von einer Verkehrspolitik ohne Visionen:&nbsp;\u201eSeit Jahren erleben wir einen Stillstand im \u00f6ffentlichen Verkehr &#8211; teilweise sogar massive R\u00fcckschritte. Der S-Link wird die Situation leider nicht auf die versprochene Art und Weise verbessern. Auch das l\u00fcckenhafte Nahverkehrskonzept, das k\u00fcrzlich seitens der \u00d6VP in Stadt und Land pr\u00e4sentiert wurde, ist weit weg von einer zukunftsweisenden Vision und Strategie f\u00fcr die Mobilit\u00e4t in unserer Stadt.\u201c An den n\u00fcchternen Zahlen w\u00fcrden auch aufw\u00e4ndige Image-Kampagnen f\u00fcr S-Link nichts \u00e4ndern, die Mete sogar als Propaganda bezeichnet: &#8220;man muss daf\u00fcr leider dieses Wort w\u00e4hlen.&#8221;<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><em>Foto:&nbsp;Bernhard Schmiderer&nbsp;\/&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/3.0\/de\/\" target=\"_blank\">CC-BY-SA-3.0<\/a><\/em><br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine wissenschaftliche Evaluierung des Projekts best\u00e4tigt minimalen Entlastungseffekt. Der KFZ-Verkehr w\u00fcrde sich in der Stadt Salzburg trotz S-Link kaum reduzieren. 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