{"id":8020,"date":"2024-02-27T11:55:25","date_gmt":"2024-02-27T10:55:25","guid":{"rendered":"https:\/\/hallo-salzburg.at\/?p=8020"},"modified":"2024-02-28T11:21:58","modified_gmt":"2024-02-28T10:21:58","slug":"ploetzlich_bgm","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hallo-salzburg.at\/index.php\/2024\/02\/27\/ploetzlich_bgm\/","title":{"rendered":"Und pl\u00f6tzlich war ich B\u00fcrgermeister:in"},"content":{"rendered":"<div id=\"fb-root\"><\/div>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wenn das scheinbar Unm\u00f6gliche pl\u00f6tzlich m\u00f6glich wird &#8211; Teil 1<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\"><strong>In Zeiten von Wahlk\u00e4mpfen werden Ziele verfolgt und politische Tr\u00e4ume gehegt. Das \u00c4ndern politischer Machtverh\u00e4ltnisse abseits absoluter Mehrheiten, die nur verwalten statt gestalten, ist vielerorts Antrieb von Menschen in der Politik: Etwas in den Gemeinden ver\u00e4ndern, wenn zu lange Stillstand geherrscht hat. 2019 haben einige Gemeinden in Salzburg gezeigt, dass es gelingen kann, das scheinbar Unm\u00f6gliche zu erm\u00f6glichen und politische Mehrheiten \u00fcberraschend zu ver\u00e4ndern. Ein R\u00fcckblick, der W\u00e4hler:innen und Kandidat:innen zur B\u00fcrgermeisterwahl am 10. M\u00e4rz 2024 Mut machen darf.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Mattsee \u2013 die \u00dcberraschung im Flachgau<\/h4>\n\n\n\n<p>Als in der Gemeinde Mattsee die Ausz\u00e4hlung der B\u00fcrgermeisterwahl 2019 die beiden Kandidaten der \u00d6VP und der SP\u00d6 in die Stichwahl brachte, war die erste kleine \u00dcberraschung bereits geschehen: In jener Gemeinde, in deren Geschichte bis dahin ausschlie\u00dflich konservative B\u00fcrgermeister das Sagen hatten, lag der SP\u00d6-Kandidat im ersten Wahldurchgang gegen Gr\u00fcne und \u00d6VP nur 30 Stimmen hinter dem \u00d6VP-Mitbewerber. Doch die wahre \u00dcberraschung kam erst nach der Stichwahl kurz darauf: Mit 58,95 Prozent war Michael Schwarzmayr (SP\u00d6) mit gerade einmal 30 Jahren pl\u00f6tzlich B\u00fcrgermeister in Mattsee, in der Gemeindevertretung hatten die Sozialdemokrat:innen 3 Mandate dazugewonnen, die absolute Mehrheit der \u00d6VP geh\u00f6rte somit der Vergangenheit an. \u201eDamals ging f\u00fcr mich ein langgehegter Wunsch in Erf\u00fcllung, denn schon als Jugendlicher wollte ich B\u00fcrgermeister werden\u201c, verr\u00e4t Schwarzmayr, der am 10. M\u00e4rz 2024 erneut  kandidiert. Vor dem Wahlerfolg 2019 war er schon l\u00e4nger in Mattsee aktiv, etwa als Pfarrkirchenrat oder als Obmann-Stellvertreter im Tourismusverband. \u201eDas Leben im Ort hat mich schon immer interessiert. Ich bin von Haus zu Haus gegangen, ich habe den Leuten zugeh\u00f6rt. Das haben die Menschen in Mattsee gesp\u00fcrt, dass ich es ernst mit ihnen meine.\u201c <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-thumbnail\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/53528466553_8b6184e44d_k-150x150.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8109\"\/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Es ist unsere St\u00e4rke als Sozialdemokratie, mit Herz, Ohr und Hirn bei den Leuten zu sein, das zeichnet uns aus.\u201c <br><br><\/p>\n<cite>Michael Schwarzmayr, B\u00fcrgermeister von Mattsee<br><br><\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Ob dieses Engagement auch ein Faktor f\u00fcr den \u00dcberraschungssieg war? \u201eDie Menschen haben ein Gesp\u00fcr daf\u00fcr, ob jemand ernsthaftes Interesse daran hat, im Ort etwas zum Positiven zu ver\u00e4ndern. Mein Antrieb war es immer, mitgestalten und etwas erreichen zu k\u00f6nnen, das z\u00e4hlt in der Gemeindepolitik\u201c, ist sich Schwarzmayr sicher. Darin liegt gewisserma\u00dfen das Geheimrezept des gelernten Bankangestellten, das er auch f\u00fcr 2024 als Schl\u00fcssel zum Erfolg sieht. \u201eWenn ich ein Ziel vor Augen habe, dann muss ich mich daf\u00fcr einsetzen und darf mich nicht entmutigen lassen. Denn wenn ich es wirklich ernst meine und mich daf\u00fcr stark mache, dann nehmen das die Menschen wahr. Es geht nicht um die verr\u00fccktesten Ideen, mit denen man Wahlen gewinnt, sondern darum, authentisch zu sein und um den Kontakt mit den Menschen. Es ist unsere St\u00e4rke als Sozialdemokratie, mit Herz, Ohr und Hirn bei den Leuten zu sein, das zeichnet uns aus.\u201c Ebenfalls wichtig f\u00fcr Schwarzmayr: Nicht den Besserwisser geben oder Angriffe gegen politischen Konkurrenz. \u201eAuthentisch sein und zuh\u00f6ren, das z\u00e4hlt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Stra\u00dfwalchen &#8211; eine von nur zehn B\u00fcrgermeisterinnen in Salzburg<\/h4>\n\n\n\n<p>Schauplatzwechsel, 20 Autominuten entfernt in Stra\u00dfwalchen: Eine \u00e4hnliche Geschichte erfahren wir aus der Flachgauer Marktgemeinde, wo sich 2019 der n\u00e4chste unerwartete Wechsel der B\u00fcrgermeisterpartei ereignete. Seit f\u00fcnf Jahren nun leitet Tanja Kreer (SP\u00d6) dort die Geschicke, nachdem sie sich in der Stichwahl mit rund 60 Prozent gegen die Konkurrenz der LIS (Liste Stra\u00dfwalchen, eine Abspaltung der \u00d6VP) durchsetzte und damit f\u00fcr eine gro\u00dfe \u00dcberraschung sorgte. Sie selber konnte es damals kaum glauben: \u201eDas war schon ein besonderer Moment mit sehr viel Euphorie und Freude\u201c, erinnert sich Kreer zur\u00fcck. \u201eEs war ein sch\u00f6nes Gef\u00fchl, in meiner Gemeinde etwas ver\u00e4ndern und tun zu k\u00f6nnen.\u201c Auch in Stra\u00dfwalchen finden sich in der Geschichte bis 2019 ausschlie\u00dflich B\u00fcrgermeister der \u00d6VP. Diese halten zwar in der Gemeindevertretung nach wie vor eine knappe Mehrheit (9 Mandate f\u00fcr die \u00d6VP, die SP\u00d6 kam bei den Wahlen 2019 auf 8 Mandate), der Gemeindevorstand wird dennoch von einer SP\u00d6-Politikerin geleitet. \u201eWir sind von Anfang an in gute Gespr\u00e4che mit den anderen Parteien gekommen, das hat sich auch in der Gemeindevertretungsarbeit bemerkbar gemacht\u201c, erz\u00e4hlt Kreer, die eine von nur zehn B\u00fcrgermeisterinnen im gesamten Bundesland Salzburg ist. <\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-thumbnail\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/hallo-salzburg.at\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/53528282021_48f65d5de7_5k-150x150.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8110\"\/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201e\u00dcber den pers\u00f6nlichen Kontakt geht nichts dr\u00fcber, das ist das wichtigste Gut, das wir haben.\u201c <br><br><\/p>\n<cite>Tanja Kreer, B\u00fcrgermeisterin von Stra\u00dfwalchen<br><br><\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend 2014 die Ortsgruppe der \u00d6VP in zwei konkurrierende Listen gespalten wurde und der B\u00fcrgermeisterkandidat der SP\u00d6 im ersten Wahlgang noch mit 15,1 Prozent der Stimmen scheiterte, wendete sich 2019 das Blatt dann mit Tanja Kreer. \u201eNachdem der amtierende B\u00fcrgermeister damals nicht erneut zur Wahl angetreten ist, haben wir die Umbruchsstimmung unter den Stra\u00dfwalchnerinnen und Stra\u00dfwalchnern genutzt. Das hat uns nat\u00fcrlich auch geholfen.\u201c \u00c4hnlich wie ihr Amtskollege aus Mattsee hat auch sie eine klare Wahrnehmung von dem, was die Menschen in den Gemeinden brauchen und sich von der Politik w\u00fcnschen: \u201e\u00dcber den pers\u00f6nlichen Kontakt geht nichts dr\u00fcber, das ist das wichtigste Gut, das wir haben.\u201c Eine Pr\u00e4senz im Ort haben, bei den Menschen sein und ihnen zuh\u00f6ren, das zeichne gute Politik aus, ist sich Kreer sicher. Ein weiterer Faktor, der ihr und ihrem Team 2019 gen\u00fctzt hat: das Erzeugen eines positiven Klimas. \u201eMan gewinnt eine Wahl nicht mit politischen Angriffen oder Grabenk\u00e4mpfen. Es geht um eine gute Stimmung unter den Menschen, es geht um positive Bilder und Visionen\u201c, erkl\u00e4rt Kreer. Politisches Hickhack oder ein Gespr\u00e4chsklima der Angriffe und Konfrontationen sei nicht zielf\u00fchrend.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Ver\u00e4nderung ist m\u00f6glich<\/h4>\n\n\n\n<p>Es sind Geschichten wie diese, die zeigen, dass politische Ver\u00e4nderungen, egal wie unrealistisch sie wirken m\u00f6gen, immer m\u00f6glich sein k\u00f6nnen. Gemeinden wie Mattsee oder Stra\u00dfwalchen \u2013 neben vielen anderen, die in den n\u00e4chsten Beitr\u00e4gen erw\u00e4hnt werden \u2013 haben gezeigt, dass absolute Mehrheiten oder jahrzehntelange Vorherrschaften von Parteien niemals in Stein gemei\u00dfelt sind. Progressive Politik, die auf die Bed\u00fcrfnisse der Menschen eingeht und dabei elit\u00e4rer Klientelpolitik keinen Raum gibt, wird immer notwendiger. 2024 ist das Jahr, in dem genau diese Chance erneut besteht, um diese Hoffnungen wahr werden zu lassen. Der 10. M\u00e4rz wird Gewissheit bringen, in welchen Gemeinde es gelingt.<br><br><a href=\"https:\/\/hallo-salzburg.at\/index.php\/2024\/02\/28\/und-ploetzlich-war-ich-buergermeister\/\" data-type=\"post\" data-id=\"7976\"><em><strong>Lese hier Teil 2 der Serie &#8220;Und pl\u00f6tzlich war ich B\u00fcrgermeister:in&#8221;<\/strong><\/em>.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn das scheinbar Unm\u00f6gliche pl\u00f6tzlich m\u00f6glich wird &#8211; Teil 1 In Zeiten von Wahlk\u00e4mpfen werden Ziele verfolgt und politische Tr\u00e4ume gehegt. 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