{"id":8371,"date":"2025-05-09T17:32:39","date_gmt":"2025-05-09T15:32:39","guid":{"rendered":"https:\/\/hallo-salzburg.at\/?p=8371"},"modified":"2025-05-09T17:32:41","modified_gmt":"2025-05-09T15:32:41","slug":"stadt-der-vielen-nicht-der-privilegierten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hallo-salzburg.at\/index.php\/2025\/05\/09\/stadt-der-vielen-nicht-der-privilegierten\/","title":{"rendered":"Stadt der Vielen, nicht der Privilegierten"},"content":{"rendered":"<div id=\"fb-root\"><\/div>\n\n<p>Von au\u00dfen betrachtet wirkt Salzburg wie eine beschauliche, kulturreiche Stadt mit viel Gr\u00fcn und barocker Architektur. Doch wer hier studiert, wei\u00df: Hinter den Postkartenfassaden verbergen sich Alltagssorgen, die nicht nur das Studieren, sondern das Leben selbst zur Herausforderung machen.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Vom 13. bis 15. Mai finden in ganz \u00d6sterreich die \u00d6H-Wahlen statt. In Salzburg tritt der Verband Sozialistischer Student_innen (VSSt\u00d6) mit seinen Spitzenkandidatinnen Marie Stenitzer und Maja M\u00fcnch mit einem klaren Versprechen an: Er will die \u201eStimme der Vielen\u201c sein \u2013 nicht der wenigen Privilegierten, die sich ein Studium trotz Teuerung und sozialer H\u00fcrden noch problemlos leisten k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Mehrheit im Schatten der Bildungselite<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Knapp 18.000 Studierende z\u00e4hlt die Universit\u00e4t Salzburg aktuell \u2013 63 Prozent davon sind Frauen, etwa jede_r dritte Studierende kommt aus dem EU-Ausland oder aus Drittstaaten. Salzburg ist also l\u00e4ngst eine internationale Studierendenstadt. Doch ein Blick in die j\u00fcngste Sozialerhebung von 2023 zeigt, wie ungleich die Chancen verteilt sind.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>69 Prozent der Studierenden arbeiten neben dem Studium, mehr als zwei Drittel von ihnen, weil sie sich das Studium sonst nicht leisten k\u00f6nnten. Das Dilemma: Der Studienaufwand sinkt ab einem Erwerbsausma\u00df von 9 Wochenstunden merklich. Das f\u00fchrt h\u00e4ufig dazu, dass Studierende \u00fcber die Toleranzsemester hinaus studieren und deshalb hohe Studiengeb\u00fchren zahlen m\u00fcssen &#8211; ein Teufelskreis.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Besonders First-Generation-Studierende, also jene, deren Eltern nicht selbst studiert haben, stehen unter enormem Druck. Sie studieren durchschnittlich sp\u00e4ter, l\u00e4nger und k\u00e4mpfen h\u00e4ufiger mit Leistungsdruck, Geldsorgen und b\u00fcrokratischen H\u00fcrden. Darunter fallen auch jene 21 Prozent mit studienerschwerenden gesundheitlichen Beeintr\u00e4chtigungen und jene 8 Prozent der Studierenden mit Kindern \u2013 vor allem letztere bleiben in vielen Unterst\u00fctzungsangeboten unsichtbar.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ein Studium, das sich den Lebensrealit\u00e4ten anpasst<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>532 Euro \u2013 so viel zahlen Studierende in Salzburg im Schnitt f\u00fcr ihre Miete. F\u00fcr viele ist das mehr als die H\u00e4lfte ihres monatlichen Budgets. F\u00fcr den VSSt\u00d6 ist deshalb klar: Es braucht hier eine gerechte Studierendenwohnbeihilfe, die vollst\u00e4ndige Finanzierung von Wohnheimen und mehr WG-taugliche Wohnungen. \u201cGrundbed\u00fcrfnisse wie Wohnen, Mobilit\u00e4t und ein warmes Mittagessen d\u00fcrfen kein Luxus sein&#8221;, so Marie Stenitzer. In der regenreichsten Stadt \u00d6sterreichs m\u00fcssen Studierende kosteng\u00fcnstig und auch nachts sicher zuhause ankommen und durch das Mensamen\u00fc durch eine st\u00e4rkere finanzielle F\u00f6rderung durch das Land nicht mehr 3\u20ac kosten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Was ebenfalls Realit\u00e4t ist: Unser Bildungssystem f\u00f6rdert Konkurrenz und Leistungsdruck. Knock-out-Pr\u00fcfungen und unflexible Lehrpl\u00e4ne sorgen f\u00fcr Stress, die mentale Gesundheit wird oft zur Nebensache. Mit einer einerseits digitalisierten bzw. vermehrt hybriden Lehre und andererseits besser finanzierten Anlaufstellen f\u00fcr psychische Gesundheit will der VSSt\u00d6 Ver\u00e4nderung schaffen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Noch immer ist die Universit\u00e4t ein Ort, an dem nicht alle Stimmen gleich geh\u00f6rt werden. Besonders FLINTA*-Personen und People of Color erleben strukturelle Ausgrenzung \u2013 sei es in der Lehre, auf dem Campus oder im Pr\u00fcfungsmodus. Der VSSt\u00d6 fordert die Integration marginalisierter Perspektiven in die Curricula, Unisex-Toiletten, kostenlose Menstruationsartikel, barrierefreie Geb\u00e4ude und eine anonyme Meldestelle f\u00fcr Diskriminierung. \u201eWir wollen eine Universit\u00e4t, die nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch Solidarit\u00e4t und Gemeinschaft lebt\u201c, sagen Marie und Maja.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gemeinsam Salzburg studierendenfreundlicher gestalten<\/strong><br>W\u00e4hrend die Preise steigen, Studierende zwischen Arbeit und H\u00f6rsaal hetzen und mit jeder neuen Reform st\u00e4rker unter Druck geraten, wirkt der Satz \u201eStudium ist die beste Zeit deines Lebens\u201c fast zynisch. Genau hier setzt der VSSt\u00d6 an: Marie Stenitzer und Maja M\u00fcnch sehen die Notwendigkeit, Salzburg zu einer studierendenfreundlicheren Stadt zu machen \u2013 sozial, inklusiv und gerecht. Ihr Ziel ist eine Universit\u00e4t, die sich an den Bed\u00fcrfnissen der Studierenden orientiert und konkrete Ma\u00dfnahmen zur Verbesserung der Lebensrealit\u00e4t umsetzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Der VSSt\u00d6 setzt sich daf\u00fcr ein, dass Wohnen bezahlbar bleibt, der Zugang zu psychischer Gesundheit erleichtert wird und marginalisierte Gruppen nicht unsichtbar bleiben. Salzburg hat das Potenzial, eine Stadt der Vielen zu sein \u2013 nicht nur f\u00fcr eine kleine, privilegierte Gruppe. Daf\u00fcr braucht es eine engagierte Interessensvertretung, die die Anliegen der Studierenden konsequent auf die Agenda setzt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von au\u00dfen betrachtet wirkt Salzburg wie eine beschauliche, kulturreiche Stadt mit viel Gr\u00fcn und barocker Architektur. 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