{"id":8425,"date":"2025-10-18T10:00:00","date_gmt":"2025-10-18T08:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/hallo-salzburg.at\/?p=8425"},"modified":"2025-10-17T13:27:01","modified_gmt":"2025-10-17T11:27:01","slug":"kommentar-warum-verteidigen-so-viele-die-superreichen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hallo-salzburg.at\/index.php\/2025\/10\/18\/kommentar-warum-verteidigen-so-viele-die-superreichen\/","title":{"rendered":"Kommentar: Warum verteidigen so viele die Superreichen?"},"content":{"rendered":"<div id=\"fb-root\"><\/div>\n\n<p>Es wird wieder \u00fcber eine Verm\u00f6genssteuer diskutiert und das zu Recht. Eine Mehrheit der \u00d6sterreicher:innen spricht sich laut Umfragen seit Jahren klar daf\u00fcr aus. Denn viele Menschen sp\u00fcren l\u00e4ngst: Die Verteilung des Verm\u00f6gens in unserem Land ist nicht gerecht.<\/p>\n\n\n\n<p>Trotzdem gibt es immer wieder Stimmen, die mit erstaunlicher Leidenschaft die Superreichen verteidigen. Sie sagen: <em>\u201eDie haben das ja selbst erarbeitet! Leistung muss sich auszahlen! Sie schaffen Arbeitspl\u00e4tze und zahlen Steuern!\u201c<\/em><br>Doch wer so argumentiert, \u00fcbersieht, wie ungleich die Realit\u00e4t aussieht.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Reichen zahlen verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig weniger<\/h3>\n\n\n\n<p>In \u00d6sterreich besitzen die <strong>reichsten 5 % rund 50 % des gesamten Privatverm\u00f6gens<\/strong>, w\u00e4hrend die \u00e4rmere H\u00e4lfte der Bev\u00f6lkerung fast nichts oder sogar Schulden hat. Die obersten 1 % verf\u00fcgen im Schnitt \u00fcber ein Nettoverm\u00f6gen von \u00fcber <strong>6 Millionen Euro<\/strong> und zahlen darauf kaum Verm\u00f6genssteuern.<br>\u00d6sterreich ist eines der <strong>wenigen OECD-L\u00e4nder ohne echte Verm\u00f6genssteuer<\/strong>. Auch Erbschaften in Millionenh\u00f6he bleiben steuerfrei. Das ist keine \u201eLeistungsgesellschaft\u201c, das ist eine Klassengesellschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>Verm\u00f6gen wird nicht gerecht versteuert, sondern in <strong>Stiftungen, Aktienpaketen, Gold<\/strong> oder anderen Anlagen geparkt. So werden Steuerpflichten legal umgangen. Jedes Jahr flie\u00dfen <strong>Milliarden an Dividenden<\/strong>, also Einkommen aus Kapital, an die Reichsten, ohne dass diese Menschen daf\u00fcr tats\u00e4chlich arbeiten m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Arbeitende Menschen finanzieren das System<\/h3>\n\n\n\n<p>Das Geld, das die Superreichen verdienen, basiert l\u00e4ngst nicht mehr auf eigener Leistung, sondern auf der Arbeit anderer, derjenigen, die t\u00e4glich in B\u00fcros, Werkst\u00e4tten, Pflegeeinrichtungen und Betrieben schuften.<br>Diese Menschen schaffen den tats\u00e4chlichen Mehrwert. Doch w\u00e4hrend Gewinne steigen, bleiben ihre L\u00f6hne oft auf der Stelle. Unternehmen achten penibel darauf, dass L\u00f6hne niedrig bleiben, damit die Aktion\u00e4re zufrieden sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Und viele dieser Verm\u00f6gen entstehen nicht durch Flei\u00df oder Erfindungsgeist, sondern durch <strong>Erbschaften<\/strong>. Milliarden werden steuerfrei weitergegeben. Das hat mit \u201eLeistung\u201c nichts zu tun.<br>Leistung w\u00e4re, einen Beitrag zur Gesellschaft zu leisten und dazu geh\u00f6rt auch, sie \u00fcber Steuern gerecht mitzufinanzieren.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Es geht um Fairness, nicht um Neid<\/h3>\n\n\n\n<p>Wer eine funktionierende Gesellschaft will, braucht ein faires Steuersystem. Denn unsere gemeinsame Infrastruktur, Bildung, Pflege und Sicherheit wurden durch <strong>die Steuern der arbeitenden Bev\u00f6lkerung<\/strong> erm\u00f6glicht.<br>Es ist also nur gerecht, dass jene, die am meisten von diesem System profitiert haben, etwas zur\u00fcckgeben.<\/p>\n\n\n\n<p>Gerade Menschen mit niedrigem oder mittlerem Einkommen sollten erkennen: Superreiche sind keine Helden. Sie versuchen, ihr Verm\u00f6gen zu sch\u00fctzen, oft auf Kosten der Allgemeinheit.<br>Eine Verm\u00f6genssteuer w\u00fcrde nicht bestrafen, sondern <strong>Solidarit\u00e4t wiederherstellen<\/strong>:<br>Damit <strong>Wohnen, Pflege, Bildung und Kinderbetreuung<\/strong> wieder leistbar werden. Damit der Staat funktioniert &#8211; f\u00fcr alle, nicht nur f\u00fcr wenige.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn es kann nicht sein, dass 5 % der Bev\u00f6lkerung \u00fcber die H\u00e4lfte des Privatverm\u00f6gens besitzen, w\u00e4hrend viele am Monatsende nicht wissen, wie sie ihre Miete zahlen sollen.<br><strong>Das ist nicht gerecht. Das ist nicht solidarisch. Das ist nicht \u00f6sterreichisch.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es wird wieder \u00fcber eine Verm\u00f6genssteuer diskutiert und das zu Recht. Eine Mehrheit der \u00d6sterreicher:innen spricht sich laut Umfragen seit Jahren klar daf\u00fcr aus. 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