{"id":8475,"date":"2026-02-06T13:28:15","date_gmt":"2026-02-06T12:28:15","guid":{"rendered":"https:\/\/hallo-salzburg.at\/?p=8475"},"modified":"2026-02-06T13:37:30","modified_gmt":"2026-02-06T12:37:30","slug":"wovor-fuerchten-sich-oesterreichs-rechte-wirklich-wenn-es-um-die-erbschaftssteuer-geht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hallo-salzburg.at\/index.php\/2026\/02\/06\/wovor-fuerchten-sich-oesterreichs-rechte-wirklich-wenn-es-um-die-erbschaftssteuer-geht\/","title":{"rendered":"Wovor f\u00fcrchten sich \u00d6sterreichs Rechte wirklich, wenn es um die Erbschaftssteuer geht?"},"content":{"rendered":"<div id=\"fb-root\"><\/div>\n\n<p>Das Argumentationsmuster ist alt: Man spreche von einem \u201eHochsteuerland\u201c, warne vor angeblicher \u201eBestrafung des Mittelstands\u201c oder vor \u201efalschen Signalen f\u00fcr Unternehmer\u201c. Genau diese Rhetorik wiederholten die Industriellenvereinigung und wirtschaftsnahe Gruppen auch diesmal. <\/p>\n\n\n\n<p>Doch sie verschweigen Wesentliches:<br><strong>Eine Erbschaftssteuer mit hohen Freibetr\u00e4gen betrifft nur die Reichsten.<\/strong><br>In \u00d6sterreich w\u00e4re \u2013 laut mehreren Expertensch\u00e4tzungen \u2013 <strong>weniger als ein Prozent der Bev\u00f6lkerung<\/strong> \u00fcberhaupt betroffen. Gro\u00dfe Verm\u00f6gen w\u00fcrden einen Beitrag leisten, normale Familienerbschaften blieben unangetastet. Genau das best\u00e4tigten auch \u00f6ffentliche Reaktionen und Lesermeinungen:<br>Eine klare Mehrheit unterst\u00fctzt die Einf\u00fchrung einer Erbschaftssteuer, wenn der Freibetrag hoch genug angesetzt ist. Viele Menschen empfinden es als ungerecht, dass Arbeit hoch besteuert wird, w\u00e4hrend Millionenverm\u00f6gen steuerfrei weitergegeben werden. <\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Warum rechte Parteien davor Angst haben<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Es gibt einen einfachen Grund, warum die \u00d6VP eine Volksbefragung ablehnt:<br><strong>Sie w\u00fcsste genau, wie sie ausgeht.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Mehrere Diskussionen und Umfragen der letzten Jahre zeigen, dass eine Mehrheit der Bev\u00f6lkerung eine Besteuerung sehr gro\u00dfer Verm\u00f6gen bef\u00fcrwortet \u2013 vor allem, wenn gleichzeitig die Steuern auf Arbeit sinken k\u00f6nnten. Genau das bringen auch B\u00fcrgerstimmen zum Ausdruck: Wer Millionen erbt, k\u00f6nne \u201eruhig einen fairen Beitrag leisten\u201c, w\u00e4hrend das ber\u00fchmte \u201eH\u00e4uschen der Oma\u201c davon unber\u00fchrt bleibt. <\/p>\n\n\n\n<p>Rechte Parteien inszenieren sich gern als Verteidiger der \u201ekleinen Leute\u201c. Doch bei der Verm\u00f6gensfrage wird klar, wessen Interessen sie wirklich sch\u00fctzen:<br><strong>Es geht um eine extrem kleine, extrem wohlhabende Minderheit, die kein Interesse an Ver\u00e4nderung hat.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die FP\u00d6 spricht in dieser Debatte sogar von einer \u201eEnteignungskeule\u201c \u2014 ein Begriff, der kontr\u00e4r zur Realit\u00e4t steht. Tats\u00e4chlich w\u00fcrde eine faire Erbschaftssteuer nur ein winziges Segment betreffen, das seit Jahrzehnten keinerlei Beitrag auf gro\u00dfe unverdiente Verm\u00f6genszuw\u00e4chse leisten muss. <\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Ein System, das aus dem Gleichgewicht geraten ist<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>\u00d6sterreich ist eines der letzten L\u00e4nder Europas ohne Erbschaftssteuer. W\u00e4hrend fast alle EU\u2011Staaten gro\u00dfe Verm\u00f6gen moderat besteuern, verzichtet unser Land freiwillig auf Einnahmen, die dringend f\u00fcr Schulen, Pflege, Gesundheit oder Infrastruktur gebraucht werden. Die internationale Vergleichbarkeit zeigt klar: Eine Erbschaftssteuer ist weder wirtschaftsfeindlich noch ungew\u00f6hnlich. Sie ist eine Frage der Fairness. <\/p>\n\n\n\n<p>Gleichzeitig klafft die Verm\u00f6gensschere immer weiter auseinander. Ein winziger Teil der Bev\u00f6lkerung besitzt einen \u00fcberw\u00e4ltigenden Anteil des Gesamtverm\u00f6gens. In einer modernen Demokratie kann das langfristig nicht gutgehen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die Angst vor der Frage selbst<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Warum also keine Volksbefragung?<br>Ganz einfach: <strong>Weil Rechte bef\u00fcrchten, dass die Bev\u00f6lkerung ihnen die Ideologie um die Ohren haut.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wenn Verm\u00f6gen und Erbschaften fair besteuert werden, profitieren alle:<br>\u2022 Die arbeitenden Menschen<br>\u2022 Der Staatshaushalt<br>\u2022 Die Chancengleichheit<br>\u2022 Die soziale Stabilit\u00e4t<\/p>\n\n\n\n<p>Nur jene, die heute v\u00f6llig unbehelligt Millionen erben, zahlen etwas mehr. Und genau diese Gruppe ist es, die \u00d6VP und FP\u00d6 mit aller Kraft sch\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Es wird Zeit f\u00fcr Ehrlichkeit<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Die Debatte um die Erbschaftssteuer ist letztlich ein Lackmustest:<br><strong>Wem dient Politik eigentlich?<\/strong><br>Den vielen oder den wenigen?<\/p>\n\n\n\n<p>\u00d6sterreich braucht eine faire Antwort auf diese Frage. Die Bev\u00f6lkerung w\u00e4re offenbar bereit, sie zu geben \u2014 wenn man sie nur lie\u00dfe. Eine Volksbefragung w\u00e4re deshalb kein Risiko, sondern ein demokratisches Versprechen:<br>Die Menschen entscheiden mit, wenn es um grundlegende Fragen der Gerechtigkeit geht.<\/p>\n\n\n\n<p>Und w\u00e4re das nicht genau das, was rechte Parteien immer behaupten zu wollen?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Argumentationsmuster ist alt: Man spreche von einem \u201eHochsteuerland\u201c, warne vor angeblicher \u201eBestrafung des Mittelstands\u201c oder vor \u201efalschen Signalen f\u00fcr Unternehmer\u201c. 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