In Salzburg spitzt sich die Lage in der Pflege weiter zu. Als einziges Bundesland hat Salzburg den Pflegebonus gestrichen, eine Maßnahme, die bei Beschäftigten und Einrichtungen deutlich spürbare Folgen hat. Bis zu 1.800 Euro pro Jahr fehlen Pflegekräften nun im Einkommen, obwohl der Bonus vielerorts längst Teil der finanziellen Grundausstattung geworden ist.
Während Pflegekräfte am Limit arbeiten, steigen gleichzeitig die Belastungen für Familien, die auf Unterstützung angewiesen sind. Schon jetzt bleiben in Seniorenwohnhäusern regelmäßig Betten gesperrt, weil Personal fehlt. Für viele Angehörige bedeutet das: längere Wartzeiten, schwierige Pflegeplatzsuche und zusätzliche Belastungen im Alltag.
Ein Salzburger Problem – mit Auswirkungen auf den ganzen Pflegebereich
Der Wegfall des Bonus fällt in eine Zeit, in der die Pflege schon heute kaum das abdecken kann, was notwendig wäre. Einrichtungen berichten von Personalengpässen, steigenden Überstunden und immer schwierigeren Bedingungen, Mitarbeiter:innen zu halten.
Wer die Möglichkeit hat, wechselt in andere Bundesländer, wo der Pflegebonus weiter ausbezahlt wird. Gleichzeitig gelingt es kaum, junge Menschen für den Pflegeberuf zu gewinnen – die Arbeitsbedingungen und die Bezahlung stehen im klaren Widerspruch zum tatsächlichen Aufwand.
Diese Entwicklungen treffen Salzburg stärker als viele andere Regionen. Und sie treffen jene, die am wenigsten ausweichen können: ältere Menschen, pflegebedürftige Angehörige, Menschen mit chronischen Erkrankungen, Familien, die auf Unterstützung angewiesen sind.
Das Volksbegehren „Stopp den Pflegeraub“: Drei zentrale Forderungen
Als Reaktion auf diese Situation hat die Arbeiterkammer Salzburg das Volksbegehren „Stopp den Pflegeraub“ gestartet. Es richtet den Blick darauf, welche strukturellen Veränderungen notwendig sind, damit Pflegekräfte entlastet werden und Versorgung wieder verlässlicher funktioniert.
1. Zweckwidmung des Pflegebonus
Der Pflegebonus muss gesetzlich gesichert werden und zwar so, dass er ausschließlich den Beschäftigten zufließt. Der Salzburger Wegfall zeigt, wie schnell Gelder verloren gehen können, wenn es keine klare Zweckbindung gibt.
2. Ausweitung auf weitere Berufsgruppen
Pflege ist Teamarbeit. Viele Berufe im Gesundheitsbereich tragen zum Funktionieren des Systems bei. Das Volksbegehren fordert daher, den Bonus auf alle, die „am Menschen arbeiten“, auszuweiten.
3. Verlängerung über 2028 hinaus
Pflege braucht Planungssicherheit, nicht nur von Jahr zu Jahr, sondern langfristig. Ein Bonus, der befristet ist, schafft Unsicherheit und verschärft den Personalmangel.
Österreichweite Herausforderungen – Salzburger Brennpunkt
Auch außerhalb Salzburgs ist das Gesundheitssystem unter Druck. Bis 2030 fehlen österreichweit tausende Pflegekräfte.
Schon heute braucht es in vielen Regionen Notlösungen:
- gesperrte Pflegebetten,
- längere Krankenhausaufenthalte,
- wartende Familien,
- mehr Druck auf mobile Dienste,
- steigende Belastungen für das vorhandene Personal.
Doch Salzburg steht an einem Sonderpunkt: Die Entscheidung, den Bonus zu streichen, fällt genau in eine Phase, in der jede zusätzliche Motivation und Anerkennung zählt.
Fazit
Die Pflege ist in Salzburg an einem entscheidenden Punkt angekommen. Der Wegfall des Pflegebonus zeigt, wie verletzlich das System ist und wie wichtig es wäre, Pflegekräfte zu stärken statt zu schwächen.
Das Volksbegehren „Stopp den Pflegeraub“ macht deutlich, dass es klare politische Prioritäten braucht: verlässliche Finanzierung, langfristige Sicherheit und eine echte Anerkennung der Menschen, die täglich Verantwortung tragen.
Hier geht es direkt zum Volksbegehren: https://www.oesterreich.gv.at/de/formsearch/form/1147











