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Sind die Freibäder in der Stadt Salzburg zu teuer?

posted by Daniel Winter 30. August 2018 0 comments

Salzburgs Freibäder sind zu wenig kinderfreundlich und außerdem zu teuer. Diese Meinung vertritt zumindest Karin Dollinger. Obwohl die SPÖ-Familiensprecherin erst vor kurzem von der Stadtpolitik in den Landtag wechselte, richtet sich ihre Forderung an der Bürgermeister der Stadt Salzburg Harald Preuner (ÖVP): “Erhöhen wir die Attraktivität und Qualität von Salzburgs Freibädern für Kinder und Familien”, so ihre Ansage.

Wer in Salzburg in ein städtisches Freibad gehen möchte, bezahlt dafür (Stand 2018) als Erwachsener bei Normaltarif 5 Euro, wobei der Eintritt im Laufe des Nachmittags günstiger wird. Ab 15 Uhr berappen Badewütige 3,20 Euro, ab 18 Uhr 2,80 Euro. Ob Lepi, Aya-Bad, oder das Bad im Volksgarten, der Preis ist trotz des unterschiedlichen Angebots überall der gleiche.  Für Kinder, Schüler_innen, Studierende (bis 24 Jahren), Zivil- zbd Präsenzdiener, aber auch Menschen mit Behinderung und Mindestpensionist_innen gilt zumindest ein günstiger Tarif. Diese Personengruppen bezahlen regulär 2,80 Euro, bzw. ab 18 Uhr 2,10 Euro Eintritt. Familien, die den Salzburger Familienpass vorweisen können, bezahlen mit 3,80 Euro pro Elternteil und 2,10 Euro pro Kind einen niedrigeren Preis. Am günstigsten kommen –  den regelmäßigen Freibadbesuch vorausgesetzt – freilich Dauerkartenbesitzer_innen. Verglichen zur gewöhnlichen Saisonkarte um 64,80 Euro kostet die Familien-Saisonkarte (gilt für Kinder nur bis 18 Jahren)  mit 78,70 Euro nur unwesentlich mehr. Trotzdem zu viel, ist Dollinger überzeugt und verweist darauf, dass Familien, die weder die Zeit, noch das Geld für eine Saisonkarte haben, bereits beim einmaligen Freibadbesuch zusammengerechnet auf eine ordentliche Summe Geld kommen.

 

Ich appelliere dringend an den ressortverantwortlichen Bürgermeister Preuner, einen ähnlichen Weg wie Wien einzuschlagen und in die Ausstattung der Salzburger Bäder in Rutschen und in die Kinderfreundlichkeit zu investieren.

 

 

“Ein Blick nach Wien genügt, um zu sehen, dass Salzburg die Attraktivität seiner Freibäder für Kinder und Familien ausbauen kann”, zieht Dollinger den Vergleich mit der Bundeshauptstadt und verweist darauf, dass es dort außerdem extra Kinderfreibäder gibt. In diesen ist der Eintritt für Kinder bis 14 Jahre kostenlos, der normale Tarif beträgt lediglich 3,20 Euro und Erwachsene erhalten nur Begleitung eines Kindes Zutritt. Trotz des geringen Eintrittspreises sind in all diesen Freibädern Breit- und Röhrenrutschen aufgestellt, in vielen sogar Wellenbecken installiert, was laut Dollinger besonders den Jüngsten sehr gefällt. Weil das Leben in Salzburg ohnehin überdurchschnittlich teuer ist, erachtet sie günstige Freibäder für Familien mit geringerem und durchschnittlichem Einkommen als umso wichtiger: “Der Urlaub am See oder am Meer ist oft unfinanzierbar.” Die SPÖ-Familiensprecherin ist mit ihrer Forderung übrigens in guter Gesellschaft. Auch die KPÖ-Plus warb kürzlich vor dem Eingang zum Volksgartenbad für günstigere Preise und freien Eintritt für Kinder.

Wiener Kinderfreibäder: Eine Gesundheitsmaßnahme aus dem Jahr 1917

Kinderbäder sind ein Wiener Spezifikum. Ein Blick in die Geschichtsbücher zeigt, dass diese im Jahr 1917 vom Arzt Julius Tandler initiiert wurden, um Lungenkrankheiten und Rachitis vorzubeugen. Gleichzeitig wollte man damit erreichen, dass Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 14 Jahren ohne soziale und gesellschaftliche Unterschiede unentgeltlich ins Bad gehen konnten. 1928 gab es bereits 18 Anlagen. Den Höchststand erreichte Wien 1972 mit 32 Kinderfreibädern. Heute werden noch elf dieser Bäder in diversen Stadtteilen betrieben.

Die meisten Städtische Freibäder schließen am 9. September

Wer in diesem Sommer übrigens noch die letzten Sonnenstunden nutzen und ein städtisches Freibad aufsuchen möchte, sollte sich beeilen. Denn pünktlich vor Schulbeginn schließen sowohl dasVolksgartenbad, als auch das Lepi für diese Saison ihre Pforten. Nur das AYA-Bad bleibt noch geöffnet.

 

 


Titelfotos: Karin Dollinger
Foto von Karin Dollinger: Arne Müseler

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