Am Freitagabend musste Peter Eder eine sportliche Niederlage hinnehmen. „Sein“ SV Bürmoos verlor das Spiel gegen den UFC Hallein. Für jemanden, der selbst jahrelang Fußball gespielt hat, gehört so etwas dazu. Gewinnen, verlieren, weitermachen. Gerade deshalb weiß Peter Eder: Manchmal sagt ein Spiel in den unteren Ligen mehr über unsere Gesellschaft aus als jede perfekt inszenierte Großveranstaltung.
Der große Fußball verliert seine Werte
Wer dieser Tage auf den internationalen Fußball blickt, dem fällt es zunehmend schwer, sich noch unbeschwert für das Spiel zu begeistern. Politische Einflussnahme, gezielte Inszenierungen, Weltmeisterschaften in demokratiefeindlichen Staaten, in denen Menschenrechte und Meinungsfreiheit wenig zählen. Und zuletzt der FIFA‑Friedenspreis für Donald Trump, überreicht von Präsident Gianni Infantino, ein trauriger Höhepunkt einer Entwicklung, die zeigt, wie weit sich der Weltverband von den eigentlichen Werten des Sports entfernt hat.

Ganz anders wirkt Fußball im Unterhaus. Dort, wo keine geopolitischen Interessen verhandelt werden, sondern Gemeinschaft entsteht. Auf den Sportplätzen am Land geht es um Fairness, um Einsatz, um Zusammenhalt. Man gewinnt gemeinsam, man verliert gemeinsam. Und genau darin liegt eine Kraft, die weit über den Sport hinausgeht.
Gerade in ländlichen Regionen wird Migration oft zum politischen Hauptthema – obwohl die direkten Berührungspunkte gering sind oder gerade deshalb. Viele Meinungen entstehen nicht aus Erfahrung, sondern aus Schlagzeilen, sozialen Medien und rechten Erzählungen. Der persönliche Kontakt fehlt, Vorurteile füllen diese Lücke.
Der Fußball am Land widerlegt diese Erzählungen jeden Tag. In lokalen Vereinen werden Geflüchtete und Menschen mit Migrationsgeschichte Teil der Gemeinschaft. Herkunft spielt auf dem Platz keine Rolle. Entscheidend ist, ob man füreinander läuft, ob man Verantwortung übernimmt, ob man als Team funktioniert. Fußball blendet Unterschiede nicht aus – er überwindet sie durch gemeinsame Ziele.
Was die FPÖ vom Fußball lernen könnte
Vielleicht täte der FPÖ genau dieser Sportgeist eines Unterhaus‑Teams gut. Dort zählt nicht das laute Dagegensein, sondern das Zusammenspiel. Dort weiß jede und jeder: Ohne Teamplay gewinnt man kein Spiel. Erst wenn man Verantwortung übernimmt und gemeinsam an Lösungen arbeitet, entsteht Fortschritt. Genau das fehlt rechtspopulistischen Parteien , die lieber spalten, als konstruktive Antworten zu liefern.
Die FPÖ lebt davon, Probleme zuzuspitzen, nicht davon, sie zu lösen. Migration wird zum Daueraufreger gemacht, ohne ernsthafte Lösungen anzubieten. Dass viele Menschen rechtlich gar nicht arbeiten dürfen, bleibt unerwähnt. Forderungen nach einem schnellen Zugang zum Arbeitsmarkt oder nach verbindlicher, arbeitsnaher Deutschförderung sucht man dort vergeblich. Denn echte Lösungen würden das eigene Narrativ infrage stellen.

Lösungen statt Parolen
Dabei liegt der Schlüssel auf der Hand: Sprache und Arbeit. Es braucht Deutschförderung, die nahe an der Arbeitswelt stattfindet, verpflichtend und kontrollierbar ist. Und es braucht den rechtlichen Zugang zur Arbeit ab dem ersten Tag nach einem positiven Asylbescheid. Wer Integration will, muss sie ermöglichen.
Es ist leicht, populistische Parolen zu rufen und zu behaupten, „die Ausländer arbeiten nicht“. Dass sie oft schlicht nicht arbeiten dürfen, wird dabei verschwiegen. Mit Spaltung löst man keine Probleme, man treibt nur einen Keil in die Gesellschaft.
Peter Eder weiß aus dem Sport, dass Teamplay keine Floskel ist. Probleme löst man nicht mit populistischem Gegröle, sondern mit klaren Rezepten, Lösungen und dem Willen, gemeinsam etwas voranzubringen. Im Fußball wie im Land Salzburg gilt: Wer nur spaltet, bleibt stehen. Wer Lösungen will, muss Teamplay beweisen.










