Der Fachkräftemangel in Kindergärten und Kinderbetreuungseinrichtungen beschäftigt auch Salzburg zunehmend. Beim Pressegespräch in Saalfelden präsentierten SPÖ-Bildungssprecherin Bettina Brandauer, die Saalfeldener SPÖ-Gemeindevertreterin Gospa Radovic und Stadtrat Thomas Eder die Initiative für einen dislozierten Ausbildungszweig der Bildungsanstalt für Elementarpädagogik (BAfEP) an der HBLW Saalfelden. Ein entsprechender Antrag wurde mittlerweile von der SPÖ Salzburg auch im Salzburger Landtag eingebracht.
Großes Interesse im Pinzgau
Auslöser für den Vorstoß war eine von Gospa Radovic gemeinsam mit dem Landeselternverein initiierte Bedarfserhebung unter Familien im gesamten Pinzgau. Die Ergebnisse zeigen ein deutliches Interesse an einer wohnortnahen Ausbildungsmöglichkeit im Bereich der Elementarpädagogik.
Viele Familien gaben an, dass lange Schulwege oder hohe Internatskosten eine Ausbildung in Salzburg oder Bischofshofen erschweren oder sogar verhindern würden. Gleichzeitig zeigte die Befragung, dass zahlreiche Jugendliche grundsätzlich Interesse an einer Ausbildung zur Elementarpädagogin oder zum Elementarpädagogen hätten.
Für Bettina Brandauer verdeutlicht die Erhebung, dass viele potenzielle Fachkräfte für die Region derzeit verloren gehen. Eine Ausbildungsmöglichkeit vor Ort könnte daher gleich zwei Herausforderungen lösen: bessere Bildungschancen für Jugendliche und zusätzliche Fachkräfte für die Kinderbetreuung.
Standort Saalfelden wäre vorbereitet
Unterstützung erhält die Initiative auch von Saalfeldens Stadtrat Thomas Eder. Er sieht in einem BAfEP-Ausbildungszweig eine Aufwertung des Bildungsstandortes Saalfelden und einen Gewinn für den gesamten Pinzgau. Gerade im Bereich der Kinderbetreuung werde der Bedarf an qualifizierten Fachkräften in den kommenden Jahren weiter steigen.
Auch die HBLW Saalfelden selbst sieht gute Voraussetzungen für die Umsetzung. In einer schriftlichen Stellungnahme bestätigt Direktorin Christiane Allerstorfer-Oberhofer, dass die räumlichen Möglichkeiten vorhanden seien. Ein Großteil der Unterrichtsfächer könnte durch bestehendes Lehrpersonal abgedeckt werden, zusätzliche Lehrkräfte würden vor allem in einzelnen Fach- und Praxisbereichen benötigt.

Bewährtes Modell als Vorbild
Als Beispiel für den Erfolg regionaler Ausbildungsangebote wird die Schule für Sozialbetreuungsberufe (SOB) mit integrierter Pflegeassistenz in Saalfelden genannt. Dieses Angebot habe sich in den vergangenen Jahren etabliert und leiste einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung in der Region.
Befürworter der BAfEP sehen darin ein Modell, das auch für die Elementarpädagogik funktionieren könnte: Fachkräfte direkt vor Ort ausbilden und dadurch die Chancen erhöhen, dass sie später auch in der Region tätig bleiben.
Landtagsantrag eingebracht
Um das Projekt voranzutreiben, haben Bettina Brandauer und SPÖ-Klubvorsitzender Markus Maurer einen Antrag im Salzburger Landtag eingebracht. Dieser fordert die Landesregierung auf, sich beim Bund für die Einrichtung eines fünfjährigen BAfEP-Ausbildungszweigs an der HBLW Saalfelden einzusetzen.
Ob und wann das Projekt umgesetzt werden kann, wird nun von den weiteren Gesprächen zwischen Land und Bund abhängen. Die präsentierten Zahlen, die Unterstützung aus der Region sowie die positiven Rückmeldungen vom Schulstandort selbst zeigen jedoch, dass die Diskussion über eine wohnortnahe Ausbildung für angehende Elementarpädagoginnen und Elementarpädagogen im Pinzgau weiter an Bedeutung gewinnen dürfte.










