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Peter Eder im Interview: „Meister Eder? Nehme ich als Kompliment.“

posted by Redaktion 21. Juli 2026 0 comments

Hallo Salzburg: Peter, zuerst Gratulation zur Wahl zum Landesparteivorsitzenden. Mit 95,3 Prozent hast du beim Landesparteitag ein außergewöhnlich starkes Ergebnis erreicht. Was bedeutet dieses Vertrauen für dich?

Peter Eder: Vor allem Verantwortung. Natürlich freut man sich über so ein Ergebnis. Aber ich sehe es nicht als Auszeichnung für eine Person, sondern als Auftrag. Die Mitglieder haben uns in den vergangenen Monaten sehr deutlich gesagt, welchen Weg sie sich wünschen. Mit der Mitgliederbefragung, den vielen Gesprächen in den Bezirken und den tausenden Rückmeldungen haben sie gezeigt, dass sie eine SPÖ wollen, die zuhört, einbindet und konkrete Antworten liefert. Dieses Vertrauen verpflichtet.

Hallo Salzburg: Die Stimmung beim Landesparteitag war beeindruckend. Mehr als 700 Besucherinnen und Besucher, Standing Ovations und viel Aufbruchsstimmung. Spürt man diese Dynamik auch außerhalb der Partei?

Peter Eder: Ja, absolut. Das Interessante ist, dass die positive Stimmung nicht erst beim Parteitag entstanden ist. Die hat schon viel früher begonnen. Bei unserer Tour durch alle Bezirke haben wir erlebt, wie groß das Bedürfnis vieler Menschen ist, wieder ernst genommen zu werden. Die Menschen wollen nicht, dass über ihre Köpfe hinweg entschieden wird. Sie wollen mitreden können. Genau deshalb haben wir diesen Weg gewählt. Und ich glaube, die hohe Zustimmung bei der Mitgliederbefragung und später beim Parteitag zeigt, dass dieser Ansatz angenommen wird.

Ich halte wenig von Schlagzeilenpolitik. Es reicht einfach nicht, Empörung zu erzeugen, ohne Lösungen anzubieten.

Hallo Salzburg: Die Landeshauptfrau dich kürzlich als „Meister Eder“ bezeichnet. Wie hast du diesen Seitenhieb aufgenommen?

Peter Eder: Ich weiß nicht, was sie damit bezweckt. Ich nehme es als Kompliment. Meisterinnen und Meister sind hervorragend ausgebildete Fachkräfte, die unsere Wirtschaft am Laufen halten.

Die spannendere Frage ist eher, wer dann der Pumuckl sein soll. Wenn es darum geht, Dinge verschwinden zu lassen, fällt mir der Pflegebonus ein, den die Landesregierung streichen wollte. Das war für die Beschäftigten in der Pflege sicher kein lustiger Streich. Also ja: Wenn das als Seitenhieb gemeint war, ist er bei mir eher als Kompliment angekommen. Ich bleibe gerne Meister Eder, wenn das heißt: zuhören, anpacken und dafür sorgen, dass am Ende wieder etwas ordentlich repariert wird.

Hallo Salzburg: Was unterscheidet deinen politischen Stil von dem, was viele Menschen derzeit mit Politik verbinden?

Peter Eder: Ich halte wenig von Schlagzeilenpolitik. Es reicht einfach nicht, Empörung zu erzeugen, ohne Lösungen anzubieten. Politik ist die einzige Zunft, in der manche glauben, besser dazustehen, wenn sie andere schlechtmachen.

Ich sehe das anders: Mir geht es nicht darum, im Kampf gegen etwas zu sein, sondern für etwas zu kämpfen. Wenn ich etwas kritisiere, dann muss ich auch sagen können, wie es besser geht. Politik muss die Sorgen der Menschen spüren, hören und verstehen. Gerade in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit brauchen die Menschen Verlässlichkeit und keine populistischen Versprechen, die nie eingehalten werden.

Peter Eder beim Landesparteitag der SPÖ Salzburg am 13. Juni 2026 / Foto: SPÖ Salzburg

Hallo Salzburg: Wo siehst du derzeit die größten Sorgen der Salzburgerinnen und Salzburger?

Peter Eder: Die Themen waren bei unseren Gesprächen sehr klar. Pflege und Gesundheit stehen ganz oben. Viele Menschen sorgen sich, ob sie auch in Zukunft eine gute Versorgung in ihrer Region haben. Direkt danach kommen leistbares Wohnen, soziale Sicherheit und faire Einkommen. Das sind keine abstrakten Debatten. Das betrifft den Alltag. Wer arbeitet, muss von seiner Arbeit gut leben können. Leistung muss sich lohnen. Und junge Familien müssen die Chance haben, sich in ihrer Heimatgemeinde etwas aufzubauen.

Es kann nicht sein, dass junge Menschen ihre Heimatgemeinde verlassen müssen, weil Eigentum oder eine Wohnung unleistbar geworden sind. Wer in Salzburg arbeitet, soll sich auch ein Leben in Salzburg leisten können.

Hallo Salzburg: Das Thema Wohnen taucht immer wieder auf.

Peter Eder: Weil es für viele zur Existenzfrage geworden ist. Es kann nicht sein, dass junge Menschen ihre Heimatgemeinde verlassen müssen, weil Eigentum oder eine Wohnung unleistbar geworden sind. Wer in Salzburg arbeitet, soll sich auch ein Leben in Salzburg leisten können. Wir müssen dafür sorgen, dass Wohnen wieder leistbar wird. Das betrifft die Städte genauso wie die ländlichen Regionen.

Hallo Salzburg: Du betonst oft die Bedeutung kleiner und mittlerer Unternehmen. Warum?

Peter Eder: Weil sie das Rückgrat unseres Bundeslandes sind. Viele Menschen denken bei Wirtschaft zuerst an große Konzerne. Aber die Realität in Salzburg sieht anders aus. Unsere kleinen und mittleren Betriebe schaffen Arbeitsplätze, bilden Lehrlinge aus und halten Regionen lebendig. Wenn wir über Wirtschaftspolitik sprechen, dann müssen wir diese Unternehmen mitdenken. Sie brauchen gute Rahmenbedingungen, motivierte Fachkräfte und eine Politik, die ihre Lebensrealität versteht.

Wenn Unternehmen gezielt Arbeitskräfte aus dem Ausland anwerben, dann müssen auch sie Verantwortung übernehmen.

Hallo Salzburg: Auch das Thema Integration wurde von vielen Mitgliedern als wichtig bezeichnet. Wie gehst du dieses Thema an?

Peter Eder: Ohne Scheuklappen und ohne Ideologie. Für mich ist Deutsch der wichtigste Schlüssel für gelungene Integration. Sprache schafft Chancen, Sprache schafft Teilhabe und Sprache schafft Verständnis. Deshalb müssen wir viel stärker darauf achten, dass Menschen möglichst rasch gute Deutschkenntnisse erwerben können.

Hallo Salzburg: Wer trägt dabei Verantwortung?

Peter Eder: Natürlich die öffentliche Hand, aber nicht nur. Wenn Unternehmen gezielt Arbeitskräfte aus dem Ausland anwerben, dann müssen auch sie Verantwortung übernehmen. Ich halte sehr viel von berufsnahen Deutschkursen direkt im Betrieb. Das ist oft viel effizienter als theoretischer Unterricht ohne Bezug zum Arbeitsalltag. Unternehmen profitieren von gut integrierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Deshalb sollten sie ihren Beitrag leisten und die gesamte Verantwortung nicht einfach auf die Allgemeinheit abwälzen.

Hallo Salzburg: Ein weiterer Schwerpunkt von dir ist die Gesundheitsversorgung.

Peter Eder: Ja, weil sie für die Menschen enorm wichtig ist. Niemand möchte sich Sorgen machen müssen, ob die medizinische Versorgung im eigenen Bezirk gesichert bleibt. Deshalb brauchen wir starke Krankenhäuser in den Regionen, moderne Primärversorgungszentren und eine Gesundheitsversorgung, die für alle erreichbar bleibt. Gute Medizin darf keine Frage der Postleitzahl sein.

Hallo Salzburg: Was ist dein Ziel für die SPÖ Salzburg in den kommenden Jahren?

Peter Eder: Dass die Menschen wieder spüren, dass Politik ihr Leben verbessern kann. Wir wollen eine Partei sein, die zuhört, anpackt und Probleme löst. Die vielen Rückmeldungen aus der Mitgliederbefragung haben uns dafür ein klares Fundament gegeben. Unsere Aufgabe ist jetzt, daraus konkrete Politik zu machen. Politik für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, für Familien, Pensionistinnen und Pensionisten, für kleine und mittlere Unternehmen. Politik, die nahe an den Menschen ist.

Hallo Salzburg: Ein Satz zum Schluss: Wofür soll die SPÖ Salzburg unter Peter Eder stehen?

Peter Eder: Für Hausverstand, Verlässlichkeit und Lösungen. Die Menschen erwarten sich keine perfekten Politikerinnen und Politiker. Sie erwarten sich, dass man ihnen zuhört, ihre Lebensrealität versteht und ehrlich daran arbeitet, Probleme zu lösen. Genau dafür treten wir an. Und genau auf diesem Weg werden wir weitergehen.

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