Politik

Zahl der Arbeitslosen auf Rekordniveau

posted by Redaktion 5. März 2021 0 comments

SPÖ-Chef Egger: „Haslauer muss endlich aktiv werden.“

Die Lage am Salzburger Arbeitsmarkt ist weiterhin stark von der Corona-Pandemie geprägt. Der Ausfall der Wintersaison im Bundesland Salzburg wirkt sich dabei besonders nachteilig auf die Arbeitslosenzahlen aus. So waren Ende Februar 26.872 Menschen arbeitslos gemeldet. Verglichen mit dem Vorjahr ist das ein Zuwachs um 75,4 Prozent im Bundesland Salzburg. Im Pinzgau ist die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr um 219,2 Prozent gestiegen, im Pongau um 182 Prozent, im Lungau um 96,6 Prozent. SPÖ-Landesparteichef David Egger zeigt sich angesichts dieser katastrophalen Zahlen alarmiert und fordert im Gespräch mit Hallo Salzburg Landeshauptmann Wilfried Haslauer zum Handeln auf.

EU-Recovery Fund: Egger fordert mehr Hilfsgelder für Salzburg

Stolze 3,3 Milliarden Euro stehen Österreich aus dem EU-Recovery Fund zu. Die Hilfsgelder sollen einerseits dazu dienen, die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie abzufedern und darüber hinaus den Weg zu einem innovativen und klimafreundlicheren Europa ebnen. Der Salzburger SPÖ-Chef David Egger fordert nun, dass die EU-Hilfsgelder aus dem Recovery Fund an den Anstieg der Arbeitslosigkeit in den Bundesländern gekoppelt werden.

Salzburg ist stärker von
Corona-bedingter Arbeitslosigkeit
betroffen als viele andere Bundesländer,
also braucht Salzburg auch
mehr Unterstützung.“




David Egger, Salzburger SPÖ-Chef

Umso erstaunlicher ist es laut David Egger, dass es bis jetzt keine Debatte darüber gegeben hat, wofür und nach welchem geografischen Verteilungsschlüssel die EU-Hilfsgelder verteilt werden sollen. Denn während viele andere EU-Mitgliedsstaaten bereits sehr detaillierte Pläne vorgelegt haben, wie sie die europäischen Hilfsgelder investieren wollen, ist Österreichs Finanzminister Gernot Blümel bis dato säumig geblieben.

„Bis jetzt war der Finanzminister nur mit sich selbst beschäftigt und hat gute Vorschläge weitgehend ignoriert. Wäre ich der Landeshauptmann, dann hätte ich mich schon längst an den Finanzminister gewendet und mich lautstark dafür eingesetzt, dass Länder wie Salzburg, in denen die Arbeitslosigkeit pandemiebedingt besonders stark gestiegen sind, ein größeres Stück vom Kuchen erhalten “, ärgert sich der Salzburger Oppositionsführer und ergänzt: „Offenbar glaubt die ÖVP, unter Ausschluss der Öffentlichkeit über die Verteilung von mehr als 3 Milliarden Euro verfügen zu können.“


Salzburger SPÖ für Corona-Arbeitsstiftungen mit Frauenschwerpunkt

Neben dem Handel bekommt vor allem das Hotel- und Gastgewerbe die Auswirkungen der Corona-Pandemie deutlich zu spüren. Frauen sind vom Arbeitslosenanstieg in diesen Branchen besonders stark betroffen.

So hat landesweit die Frauenarbeitslosigkeit um 133,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zugenommen, wobei die Auswirkungen der Corona-Wirtschaftskrise im Süden des Bundeslandes besonders zu spüren sind. So ist im Pinzgau die Frauenarbeitslosigkeit um rund 517 Prozent angestiegen. Auch im Pongau (+350,3 Prozent) und im Lungau (+329,6 Prozent) kam es zu einem explosionsartigen Anstieg der Frauenarbeitslosigkeit.

Vor diesem Hintergrund schlägt Egger deshalb ein Arbeitsmarktpaket vor, von dem besonders Frauen profitieren sollen: „Es braucht jetzt dringend Corona-Arbeitsstiftungen, die gerade jenen, die im Tourismusbereich tätig waren, gute Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen anbieten. Denn bis sich der Tourismus wieder vollständig erholt hat, werden noch Jahre vergehen.“

Explosion der Arbeitslosigkeit: SPÖ fordert Umsetzung der „Aktion 40.000“

Rund 140.000 Menschen suchen derzeit schon länger als 12 Monate einen Job – gegenüber dem Vorjahr ein Plus von über 40 Prozent. Schon vor der Krise hatten es Langzeitarbeitslose am Arbeitsmarkt besonders schwer, Corona hat die Situation nun weiter verschlimmert. Egger pocht daher auf die Umsetzung der „Aktion 40.000“. Dieser SPÖ-Vorschlag sieht vor, mit einem öffentlich finanzierten Beschäftigungsprogramm 40.000 öffentlich finanzierte neue Arbeitsplätze in Gemeinden, anderen öffentlichen Einrichtungen, sowie in gemeinnützigen Vereinen und sozialen Unternehmen zu schaffen.

Egger hofft dabei auf die Unterstützung der Landesregierung: „Mir als Landeshauptmann wäre es egal, von welcher Partei ein Vorschlag kommt, solange er gut und im Interesse Salzburgs ist. Die Umsetzung der Aktion 40.000 wäre sowohl im Sinne unseres Bundeslands als auch im Sinne unserer Gemeinden. Ich erwarte mir daher, dass Landeshauptmann Wilfried Haslauer sich dafür einsetzt.“, so der Salzburger SPÖ-Chef abschließend.


Titelbild: geralt/Pixabay
Fotos im Text: Arne Müseler / CC-BY-SA-3.0

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