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Auinger: “Auch während einer Pandemie darf die Politik nicht auf die Kinder vergessen”

posted by Redaktion 22. Oktober 2020 0 comments

Für Familien mit Kindern hat sich das Leben in der Coronakrise radikal verändert, doch sie sind in den Maßnahmenpaketen der Regierung bisher kaum vorgekommen. Viele Eltern müssen mit weniger Unterstützung auskommen und haben für die Kinderbetreuung bereits ihren Urlaub aufgebraucht.

Die Stadt-SPÖ um Vizebürgermeister Bernhard Auinger setzt daher nun weitere Maßnahmen, um die Stadt weiter kinderfreundlicher zu machen und die Salzburger Familien in dieser herausfordernden Zeit weiter zu unterstützen und zu entlasten.

Auinger forciert Ausbau von Betreuungsplätzen

„Die Pandemie hat schonungslos aufgezeigt, dass der Bedarf an Kinderbetreuung stetig steigt. Die Modelle müssen flexibel, auf die Bedürfnisse der Eltern und Kinder abgestimmt werden, damit sie funktionieren,“ erklärt Bürgermeister-Stellvertreter Bernhard Auinger im Gespräch mit Hallo Salzburg. Bereits im Sommer hatte Auinger veranlasst, dass die Schließzeiten in den Kindergärten und Horten von sechs auf zwei Wochen reduziert werden, da sich viele Eltern coronabedingt keinen Urlaub mehr nehmen konnten.

Die anstehenden Herbstferien stellen viele Eltern nun vor das gleiche Problem. Auinger betont, dass sobald fünf Kinder Bedarf hätten, eine Betreuung der Kinder angeboten werde. Die Kindergärten blieben ohnehin geöffnet. Ziel sei jedoch, auch den PädagogInnen einen wohlverdienten Urlaub zu ermöglichen, zumal viele von ihnen in diesem Jahr auch während der Oster- und Sommerferien gearbeitet hätten. Der Ausbau der Kinderbetreuungsplätze müsse, so Auinger, aber auch außerhalb der Ferienzeit ausgebaut werden. Vor allem der Ausbau der Krabbelgruppenplätze in der Stadt Salzburg ist dem Bürgermeister-Stellvertreter dabei ein Anliegen: „Wir sehen, dass auch viele Unternehmen ihre Verantwortung in diesem Bereich erkannt haben und gezielt in Betriebskindergärten und Krabbelgruppen investieren. Die Stadt fungiert dabei als wichtiger Partner und das werden wir weiter fortsetzen.“

SPÖ setzt sich für mehr Nachmittagsbetreuung ein

Auch wenn das Home-Schooling in manchen Schulen funktionierte, so verdeutlichte es, dass Kinder aus Familien mit geringem Einkommen am meisten an der Situation gelitten haben. Ein Umstand den der ressortverantwortliche Vize-Bürgermeister nicht akzeptieren will: „Aufgrund von beengten Wohnsituationen, fehlender technischer Voraussetzungen und fehlender Unterstützung durch die Eltern sehen wir ganz klar, dass Kinder, welche vor dem Lockdown Schwierigkeiten hatten, jetzt noch weiter zurückgefallen sind.”

Wir müssen aktiv und präventiv diese Bildungsschere schließen.”

Bernhard Auinger, Vizebürgermeister der Stadt Salzburg

Das kann laut Auinger allerdings nur dann gelingen, wenn die Kapazitäten bei den Ganztagesschulen mit 100 Prozent mutgeplant werden und die Nachmittagsbetreuung  weiter ausgebaut word. Es dürfe nicht vom Geldbörsel der Eltern abhängen, ob ein Kind Nachhilfe bekommt oder nicht. “Darum werden wir verschiedene Modelle mit Partnern wie der Volkshochschule prüfen, wie wir an den Schulen Nachhilfeangebote schaffen können. Dafür werden wir auch Geld in die Hand nehmen“, so Auinger. Besonderes Augenmerk legt er dabei auf die weitere Umsetzung des 230-Millionen-Euro schweren Bildungsbauprogramms, das auf zweieinhalb Funktionsperioden angelegt ist. Alle Schulen bzw. Kinderbetreuungseinrichtungen sollen gut durchsaniert bzw. neu gebaut werden Für den Bildungsressortchef steht fest: „Kein Kind in Salzburg ohne Abschluss!“

Gratis-Schwimmunterricht

Viele Angebote sind bereits erfolgreich etabliert, wie das Ferienprogramm der Stadt Salzburg, welches heuer mit mehr als 100 verschiedene Aktionen für Kinder und Jugendliche noch ausgeweitet wurde.  Andere Angebote werden aktuell neu umgesetzt wie das Schulschwimm-Projekt. Bürgermeister-Stellvertreter Auinger weist auf die Bedeutung des Projekts hin: „Die Zahlen der NichtschwimmerInnen in Österreich sind alarmierend. Wir wollen, dass jedes Kind so früh wie möglich schwimmen lernt – ungeachtet der finanziellen Mittel seiner Eltern.
Denn nicht selten scheitert der Besuch eines Schwimmkurses am Geld.“.  

Daher hat die Stadt Salzburg gemeinsam mit dem Land Salzburg und weiteren Partnern mit Beginn des Schuljahres 2020/21 ein österreichweites Vorzeigeprojekt gestartet: Alle ZweitklasslerInnen in den Volksschulen der Stadt Salzburg bekommen Gratis-Schwimmunterricht. Das betrifft Kinder aus 55 Klassen in 21 städtischen Volksschulen und den Volksschulen der Franziskanerinnen und der Diakonie. Die Kurse finden dabei im Rahmen des regulären Unterrichts statt.

Ein Erfolg über den sich Auinger ganz besonders freut: „Wenn wir mit unserem Projekt auch nur einen Unfall verhindern können, hat es sich bereits gelohnt“.


Fotos: Arne Müseler / CC-BY-SA-3.0

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